Von news.de-Redakteurin Anne Meyer-Gatermann
Ums Kochen geht es nur am Rande: Das Schöne am Perfekten Dinner sind die zynischen Kommentare des Sprechers und die Schwingungen zwischen den Kandidaten. Die Kochsendung feiert die 1000. Folge.
Eigentlich machen die Kandidaten von Das perfekte Dinner nur, was Millionen Deutsche tagtäglich tun: Sie kochen. Das tun sie allerdings so erfolgreich, dass heute Abend um 19 Uhr die 1000. Folge der Kochsendung ausgestrahlt wird. Eine traumhafte Einschaltquote von durchschnittlich 1,84 Millionen Zuschauern pro Sendung versüßt dem Sender Vox dieses Format.
Seit dem 6. März haben insgesamt 475 Männer und 533 Frauen am Dinner-Wettbewerb teilgenommen. Eine Woche lang treffen sich fünf Kandidaten und brutzeln, was das Zeug hält: immer wieder gern Jakobsmuscheln, diverse Fleischgerichte in Knusperkrusten und auch das Modekraut Rucola ist Stammgast auf den Tischen.
Die Kandidaten kämpfen um ein Preisgeld von 1500 Euro und die Ehre, das «perfekte Dinner» der Woche kredenzt zu haben. Aber was fesselt eigentlich die Zuschauer so an diesem Format? Großartig sind jedenfalls die süffisanten Off-Kommentare von Daniel Werner. Während der Gastgeber mit hochroten Wangen mit der Küchenmaschine kämpft oder das bretonische Huhn als Brikett aus dem Ofen kommt, treibt Werner den Zuschauern mit seinen lakonisch zurückgelehnten Kommentaren die Lachtränen in die Augen. Während die Kandidaten durch die Hölle gehen, kitzelt er die Schadenfreude der Menschen, die es sich mit Nüsschen auf dem Sofa bequem gemacht haben und sich gegenseitig dafür beglückwünschen, keine Gäste bewirten zu müssen.
Aber das ist noch nicht alles: Hohen Unterhaltungswert für Hobbypsychologen hat die Gruppendymanik, die sich zwangsläufig entwickelt, wenn sich fünf Menschen eine Woche lang zu üppigen Mahlzeiten und viel Alkohol treffen. Die Blicke zwischen Andrea und Klaus, die spitze Bemerkung von Karin über die Blumenkohlrößchen, das Dekolleté von Cynthia - darum geht es doch eigentlich und nicht um das super fluffige Soufflé.
Das wird noch angeheizt durch die Kommentare der Kandidaten: Im Nebenzimmer, gut abgeschirmt von den Ohren der anderen, erzählen sie in die Kamera, ob das Essen wirklich geschmeckt hat. Dabei fallen natürlich auch bissige Kommentare zu gewagten Outfits oder Ausfällen der anderen Gäste. So manches wahre Gesicht ist hier schon zum Vorschein gekommen.
Weitere pikante Details kommen zutage, wenn sich die Gäste aufmachen, um Schubladen und Fotoalben zu durchwühlen, während der Gastgeber mit den Töpfen hantiert. Schlüpfrige Fotos oder eine Anti-Orgasmus-Salbe sind da schon zum Vorschein gekommen. Was als Kochschow getarnt ist, ist eigentlich eine clevere Kreuzung aus Big Brother, Room Raiders und Speed Dating.
Darüber hinaus hat Das perfekte Dinner für die Demokratisierung der Fernsehkochwelle gesorgt: Nicht Profis wie Johann Lafer, Tim Mälzer oder Alfons Schuhbeck stehen hier am Herd. Es ist Nachbarin Erika, die versucht, mit ihrem Apfelstrudel-Familienrezept zu punkten. Offensichtlich geht dieses vielschichtige Konzept auf.
Heute um 19 Uhr feiert Vox die 1000. Folge der Sendung mit dem Finale einer Revanche-Runde: Die Kandidaten der ersten Folge haben sich wieder getroffen, um sich am Herd zu duellieren.
ham/ivb/news.de