«Clash of Heroes» Fröhliches Truppenschubsen

Fantasy-Fans begeistern die Videospiele der Might & Magic-Reihe seit fast 15 Jahren. Ubisoft hat nun ein Abenteuer für Nintendos Handheld DS nachgelegt. Doch das Abenteuer verkommt ein bisschen zu sehr zum Schlachtgetümmel.

«Clash of Heroes» (Foto)
Fünf Fantasy-Helden im Manga-Stil stellen sich der Herausforderung in Might & Magic: Clash of Heroes. Bild: Ubisoft

Düster und grau genug sind die Tage draußen ja, um sich mal wieder in ein heldenhaftes Abenteuer zu stürzen und die Fantasie schweifen zu lassen. Das dachte sich wohl auch Publisher Ubisoft und schickte Elfen, Zauberer, Ritter, Nekromanten und eine ordentliche Welle von Dämonen ins Rennen.

Zugegeben Might & Magic: Clash of Heroes ist angesichts seiner Fantasy-Welt nichts für Realisten. Und auch nicht für jene, für die Schlachtgetümmel imposante Effekte zu bieten haben müssen. Doch das Action-Adventure, dass im an Neuheiten armen Januar um die Gunst der Handheld-Spieler buhlt, sorgt durchaus für Kurzweil.

«Clash of Heroes»: Heldenhafte Mangas

In romantisch angehauchter Heldenhaftigkeit wollen spitzohrig-gütige Elfen und andere Kameraden im Kampagnen-Modus des Spiels ein Relikt wieder in ihren Besitz bringen, das ihnen bei einem heimtückischen Überfall abhanden kam. Vielleicht hätten sie einen Blick gen Himmel werfen sollen - was die Spieler auf dem DS freilich nicht können - um den Blutmond über sich zu entdecken.

Zeig' dem Gegner die Rote Karte

Denn unter genau diesem ungünstig stehenden Himmelstrabanten ihrer Welt Ashan steht die Mission. Und eben dieses Zeichen besagt: Die schmale Trennlinie zwischen den guten Wesen und finsteren Dämonen aus der Welt Sheogh ist in eben dieser Zeit gestört.

Damit ist die Lage eigentlich fast wie immer, wenn Gut auf Böse trifft: Der Diplomatie bietet sich kein Raum. Mal direkt, mal aus dem Hinterhalt fackelt der Gegner nicht lange und verwickelt Nintendo-DS-Spieler in Gefechte.

«Clash of Heroes»: Abenteuer unter dem Blutmond
Video: Ubisoft

Neben dem Story- und Dialogteil, in dem der Spieler meist nicht mehr tut als lesen oder seine Figuren über die Pfade Ashans zu führen, ist das auch die Hauptaufgabe im Spiel: Gegner vom Platz stellen. Dafür muss man sich aber nicht in jeden Kampf stürzen.

Den Einstieg ins Spiel leicht zu nennen, ist noch deutlich untertrieben: Es ist ein Kinderspiel. Der Prolog zur Geschichte erklärt in wenigen Minuten spielerisch die Grundzüge der Steuerung. Während der Storyelemente können die Figuren gerade mal nach links, rechts, oben und unten laufen, Kisten öffnen oder In-Game-Läden betreten. Im Kampf müssen die verschiedenen Einheiten nur farblich miteinander kombiniert werden, um Angriffe starten zu können.

Steuerung leicht gemacht

Das zu beherrschen, bedarf lediglich offener Augen und zweier Daumen, die die Tasten der Konsole bedienen oder zweier Finger, die den Stylus festhalten und alle Aktionen über das Touch-Display des Nintendo DS auslösen. Wie das funktioniert, haben selbst Anfänger in fünf Minuten kapiert. Das gleiche gilt für das Spielprinzip: laufen, quasseln und mit schöner Regelmäßigkeit in kleinen Schlachtgetümmeln möglichst nicht den Kürzeren ziehen.

Auf der Reise mit seinem Helden sammelt der Spieler im Verlauf diverser Gefechte Artefakte, die die Kräfte der Truppen steigern. Schritt für Schritt kommen aber auch neue Einheiten hinzu, bis aus einer Handvoll Kämpfer ein kleines Heer geworden ist. Die Aufgaben sind prinzipiell schlicht gehalten. Doch es klappt nicht immer beim ersten Mal, die Truppen so zu platzieren, dass das gewünschte Ergebnis erreicht wird. Also grummelt man vor sich hin - und startet neu.

Fazit: Wirklich viel Abwechslung hat Might & Magic: Clash of Heroes nicht zu bieten. Außer der mit sparsamen Text erzählten Geschichte und immer wieder neuen Gegnern, bietet das Adventure nicht wirklich viel Abwechslung. Lediglich Rätselkämpfe, in denen es um taktische Lösungen geht, bieten etwas frischen Wind.

Dafür fällt zumindest der Einstieg ins Spiel leicht. Vielen vielleicht aber auch zu leicht. Denn in den Kämpfen, in denen sich die Hauptfiguren steigern, erweist sich das dämonische Pendant zum eigenen Heldenteam nicht als wirklich Herausforderung. Ja, die einzelnen Gefechte haben manchmal sogar das Wort «Truppenschubsen» verdient - Fußballer würden es liebevoll als «Schwalbe» bezeichnen. Denn bisweilen stellt sich anfangs das Gefühl ein, dass die Gegner schon umfallen, wenn sie nur angeschaut werden. Doch das ändert sich mit der Zeit.

Das hat seinen Vorteil: Anfänger werfen im Spiel nicht von vornherein das Handtuch. Darüber hinaus bietet Clash of Heroes sehr viel Komfort. Kurz oder lang? Die Entscheidung liegt beim Spieler. Und auch versehentlich lässt sich hier nichts unnötig in die Länge ziehen, denn der Hauptstrang der Geschichte und Nebenaufgaben sind durch unterschiedliche Symbole bereits auf dem Spielfeld gekennzeichnet.

Als angenehm erweisen sich  die Speichermöglichkeiten: Zwar gibt es nur Platz für zwei Profile. Dafür aber kann der Fortschritt jederzeit - abgesehen von aktiven Gefechten - über das Abenteuermenü gesichert werden. Zusammen mit der sehr angenehmen optischen Gestaltung, und lässt man einmal Tonqualität beiseite, wird das Spiel zur angenehmen, aber nicht überragenden Unterhaltung. Extra-Punkte gibt es für die Möglichkeit, sowohl über ein Einzel- als auch ein Mehrkartenspieler mit Freunden in das Abenteuer einzutauchen.

Titel: Might & Magic: Clash of Heroes
Genre: Action-Adventure
Publisher: Ubisoft
Entwickler: Capybara Games
Preis: zirka 37 Euro
Sprache: Deutsch (optional: Englisch, Französisch, Italienisch, Spanisch)
USK: freigegeben ab 6 Jahre
Altersempfehlung der Redaktion: ab 10 Jahre
Plattform: Nintendo DS
Veröffentlichungsdatum: Januar 2010

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Leserkommentare (1) Jetzt Artikel kommentieren
  • Longus
  • Kommentar 1
  • 25.01.2010 11:12

Might & Magic 6 - 9 für PC habe ich mit Begeisterung gespielt. Leider gab es Programmierfehler und man musste sich oft einen Patch herunter laden, um das Spiel mit Erfolg zu beenden. Ganz ohne die Hilfeseiten im Internet ging es auch nicht, denn die Spiele waren teilweise sehr knifflig.

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