Michael Hanekes Film Das weiße Band und Schauspieler Christoph Waltz sind mit einem Golden Globe ausgezeichnet worden. Ebenfalls geehrt wurde der Kanadier James Cameron für seinen Animationsfilm Avatar.
Der österreichische Schauspieler Christoph Waltz stach in seiner Nebenrolle als sadistisch-charmanter SS-Mann in Inglorious Basterds Konkurrenten wie Matt Damon, Woody Harrelson, Christopher Plummer und Stanley Tucci aus.
Mit seinem Fantasy-Epos Avatar - Aufbruch nach Pandora holte Regisseur James Cameron (55) in der Nacht zum Montag den Golden-Globe-Spitzenpreis für das «Beste Drama». Zudem wurde der gebürtige Kanadier in Hollywood zum «Besten Regisseur» gekürt. Der Verband der Auslandspresse - eine Gruppe von knapp 100 internationalen Journalisten - wählte den Film Das weiße Band zum «Besten fremdsprachigen Film».
Regisseur Michael Haneke nahm den Preis von Filmstar Sophia Loren entgegen. Der in München geborene Österreicher entschuldigte sich für sein «weniges Englisch» und bedankte sich ausdrücklich bei den Kindern, die in seinem Film die Hauptrolle spielten. Vor allem sie verdienten den Preis. Das weiße Band hatte im vorigen Jahr unter anderem die Goldene Palme und den Europäischen Filmpreis gewonnen.
Der Schwarz-Weiß-Film, der in einem norddeutschen Dorf im Jahr 1913/1914 spielt, ist von deutscher Seite auch zur Nominierung für den Oscar vorgeschlagen worden. Weder Florian Henckel von Donnersmarck noch Uli Edel war es mit Das Leben der Anderen (2007) und Der Baader Meinhof Komplex (2009) gelungen, den Auslands-Globe zu holen.
Der 53-jährige Waltz war bereits vergangenes Jahr in Cannes als bester männlicher Darsteller ausgezeichnet worden. Auf der Bühne in Hollywood dankte er Regisseur Quentin Tarantino: «Er nahm meine bescheidene kleine Welt, meinen Globus, und mit der Kraft seines Talents und seinen Worten und seiner Vision schleuderte er ihn in seinen Orbit, eine atemberaubende Erfahrung».
Komödien-Star Sandra Bullock wurde für die ernste Hauptrolle in dem Sportdrama The Blind Side zur besten Drama-Darstellerin gekürt. Jeff Bridges stach mit seinem Auftritt als saufender Country-Musiker in Crazy Heart Hauptdarsteller-Kandidaten wie George Clooney, Tobey Maguire und Morgan Freeman aus. Für beide war es die vierte Globe-Nominierung, die am Ende auch mit einem Preis belohnt wurde. Meryl Streep in der Rolle von Starköchin Julia Child in der Komödie Julie & Julia konnte sich über ihre siebente Globe-Trophäe freuen. Robert Downey Jr. wurde als Sherlock Holmes zum besten Komödiendarsteller gekürt.
Oben, der mitreißende 3D-Trickfilm über Alter und Sterblichkeit sowie die Erfüllung von Lebensträumen, gewann die goldene Weltkugel für den «Besten Animationsstreifen» und für die «Filmmusik». Die Drama-Satire Up in the Air mit George Clooney als vielfliegender Geschäftsmann war mit sechs Nominierungen als Favorit in das Preisrennen gegangen. Regisseur Jason Reitman gewann am Ende einen Globus für das «Beste Drehbuch».
Die amerikanische TV-Serie Mad Men, die seit 2007 vom deutschen Kabelsender AMC ausgestrahlt wird, gewann den Golden Globe für die «Beste Drama-Serie». Alec Balwin wurde erneut als «Bester Darsteller» in einer Comedyserie (Rock 30) gewürdigt, Toni Colette holte sich mit United States of Tara den Schauspielerinnen-Globe. Die Golden Globes werden vom Verein der Hollywood-Auslandspresse in 25 Kategorien für Film und Fernsehen vergeben. Im vergangenen Jahr hatte das einfühlsame Gesellschaftsdrama Slumdog Millionär über einen armen indischen Waisenjungen den Königspreis für den «Besten Film» gewonnen.
Mit Regenschirmen schützten sich die Stars auf dem Roten Teppich vor dem ungewöhnlich stürmischen Wetter. Mit Schleifen am Revers und Dekolleté demonstrierten sie ihre Solidarität mit den Erdbebenopfern in Haiti. Nicole Kidman war eine von Vielen, die zu Spenden aufrief.
Die Gewinner im Überblick:
Kino:
Film: Avatar
Musical/Comedy: The Hangover
Schauspieler: Jeff Bridges, Crazy Heart
Schauspielerin: Sandra Bullock, The Blind Side
Regie: James Cameron, Avatar
Schauspieler, Musical/Comedy: Robert Downey Jr., Sherlock Holmes
Schauspielerin, Musical/Comedy: Meryl Streep, Julie & Julia
Nebenrolle männlich: Christoph Waltz, Inglourious Basterds
Nebenrolle weiblich: Mo'Nique, Precious
Fremdsprachiger Film: Das Weiße Band
Trickfilm: Up
Drehbuch: Jason Reitman und Sheldon Turner, Up in the Air
Soundtrack: Michael Giacchino, Up
Bester Song: The Weary Kind, Crazy Heart von Ryan Bingham und T Bone Burnett
Fernsehen:
Serie: Mad Men
Schauspieler: Michael C. Hall, Dexter
Schauspielerin: Julianna Margulies, The Good Wife
Serie, Musical/Comedy: Glee
Schauspieler, Musical/Comedy: Alec Baldwin, 30 Rock
Schauspielerin, Musical/Comedy: Toni Collette, United States of Tara
Miniserie oder Film: Grey Gardens
Schauspieler, Miniserie/Film: Kevin Bacon, Taking Chance
Schauspielerin, Miniserie/Film: Drew Barrymore, Grey Gardens
Nebenrolle männlich, Miniserie/Film: John Lithgow, Dexter
Nebenrolle weiblich, Miniserie/Film: Chloe Sevigny, Big Love
Cecil B. DeMille Lebenswerk-Auszeichnung: Martin Scorsese
mat/voc/nbr/news.de/dpa