Von news.de-Redakteurin Nadine Kotré
Es heißt, kein Preis würde besser auf die späteren Oscar-Gewinner schließen lassen als die Golden Globes. Die Preisverleihung der Vereinigung der Auslandspresse hat aber noch viel mehr zu bieten als das – vor allem Charme.
Preisverleihungen sind spannend. Zumindest sollten sie das sein. Doch wirklich gute Preisverleihungen tragen nicht nur das Prädikat «spannend», sondern auch «witzig». Bei ihnen vergehen drei Stunden wie im Fluge. Genau so sind die Golden Globes.
Während die Oscars auf große Show mit gekonnten Tanz- und Gesangseinlagen setzen, zeichnen sich die Globes durch den pointierten Humor in Anmoderationen und Dankesreden aus.
Ein Grund für die gelöste Atmosphäre ist die Sitzordnung. Anders als bei den Oscars oder den Bambis sitzen die Anwesenden nicht in Reih und Glied, sondern an runden Tischen, an denen sie während der Veranstaltung essen und trinken. Das Ganze hat eine Art Lieblings-Restaurant-Charakter. Die Getränke, vornehmlich Champagner, sind vermutlich ein weiterer Grund für die bisweilen mehr als gelöste Stimmung des ein oder anderen.
Eine weitere Auflockerung im Vergleich zur großen Schwester – den Oscars – ist die Vermischung von Fernseh- und Kino-Stars. Denn die Hollywood Foreign Press Association würdigt nicht nur herausragende Leistungen der Kino-, sondern auch der Fernsehlandschaft. Dies wiederum führt zu interessanten Begegnungen unter den Gästen. Amouröse Kooperationen waren nicht selten die Folge.
Lange Rede, kurzer Sinn: Die Golden Globes haben einfach das gewisse Etwas. Sie sind wie It-Girls, deren Erfolg man zwar durch bestimmte Eigenschaften erklären, den wahren Grund aber niemals in Worte bringen kann.
Vielleicht liegt ihre Faszination ja auch einfach darin begründet, dass sich die Stars bei den Golden Globes nicht ganz so wichtig nehmen. Denn dafür haben sie beim Oscar ja wieder genügend Zeit.