Die ehemalige Fernsehmoderatorin und erste deutsche «Miss World», Petra Schürmann, ist tot. Ein Sprecher des Bayerischen Rundfunks bestätigte entsprechende Informationen der Abendzeitung.
Schürmann sei in ihrem Haus am Starnberger See friedlich eingeschlafen, sagte ein BR-Sprecher. Nähere Angaben zum Zeitpunkt ihres Todes gab es zunächst nicht. In den vergangenen Tagen hatten sich Gerüchte über den schlechten Gesundheitszustand Schürmanns gehäuft.
Von zwei schweren privaten Schicksalsschlägen erholte sie sich nie mehr ganz: 2001 starb ihre einzige Tochter Alexandra im Alter von 34 Jahren bei einem von einem Geisterfahrer verursachten Unfall. In den folgenden Jahren litt Schürmann unter anderem an Depressionen und einer Sprechblockade. Im August 2008 musste sie den Krebs-Tod ihres 83 Jahre alten Ehemanns Gerhard Freund verkraften.
Zuletzt lebte Schürmann weitgehend zurückgezogen in ihrem Haus am Starnberger See und ging nach Angaben aus ihrem Umfeld kaum mehr aus dem Haus.
Von der Ansagerin zur Moderatorin
Als Tochter eines Kabelwerkdirektors wurde Schürmann am 15. September 1935 in Mönchengladbach geboren. Den Durchbruch brachte der Studentin der Philosophie 1956 die Wahl zur ersten Deutschen «Miss World» und damit zur schönsten Frau der Welt.
Mitte der 1960er Jahre fing sie beim Bayerischen Fernsehen an - erst als Ansagerin, bald als Moderatorin. Bundesweit bekannt wurde sie mit der Nachmittagssendung MM-Montags-Markt. Zudem moderierte sie unter anderem die ZDF-Serie Essen wie Gott in Deutschland oder die Prominentenshow Schlüsselloch. Allein für die ARD und das ZDF hatte sie bis zum Jahr 2000 rund 600 Sendungen moderiert. Jahrelang begleitete sie den Auftakt des Münchner Oktoberfestes in der ARD und führte durch große Gala-Shows.
Sie wirkte auch als Schauspielerin in Filmen, Fernsehspielen und Theaterstücken mit. Im Bayerischen Fernsehen stand sie regelmäßig für die wöchentliche Unterhaltungsshow Wir in Bayern vor der Kamera. 1996 ehrte die Staatsregierung Schürmann mit dem Bayerischen Verdienstorden.
Darüber hinaus präsentierte sie sich mit Erfolg als Autorin und Malerin. Ihren letzten Fernsehauftritt hatte Schürmann wenige Monate nach dem Tod ihrer Tochter, als sie die BR-Benefizgala «Sternstunden» moderierte. Den Unfalltod ihres Kindes verarbeitete sie in dem Buch Und eine Nacht vergeht wie ein Jahr.
Schürmanns Freunde, Kollegen und Fans reagierten am Donnerstag schockiert. Die TV-Moderatorin Eva Herman, die eng mit Schürmann befreundet war, ließ über ihre Agentur wissen, sie sei sehr traurig. Weiter wollte sie sich nicht äußern.
Der bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer hat die verstorbene Fernsehmoderatorin Petra Schürmann als «herausragende Sympathieträgerin» gewürdigt. «Das Publikum hat sie verehrt und geliebt. Dass bei aller schwerelosen Heiterkeit, die sie stets ausstrahlte, die letzten Jahre ihres Lebens von tragischen Schicksalsschlägen geprägt waren, hat viele Menschen und auch mich tief berührt», erklärte Seehofer am Donnerstag in München.
«Über viele Jahre war sie die markante Stimme und das attraktive Gesicht des Bayerischen Fernsehens sowie eine in ganz Deutschland geschätzte kulturelle Botschafterin unseres Landes», sagte er über Schürmann.
Auch Schürmanns Wegbegleiter beim Bayerischen Rundfunk zeigten sich betroffen vom Tod ihrer früheren Kollegin. «Sie war eine sehr, sehr sympathische Kollegin», sagte Radio-Moderatorin Andrea Plattner im Hörfunksender Bayern 1. Schürmann sei stets offen gewesen. «Sie war immer aufgelegt zu einem Schwatz.»
nak/amg/reu/news.de/ap/dpa