Finanzprobleme ab 2015
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Die Bevölkerung im Sendegebiet schrumpft, die Kassen leeren sich langsam – für den MDR könnte das ab 2015 auch Einschnitte im Programm bedeuten.
«Wir kommen über die laufende Gebührenperiode ohne gravierende Programmkürzungen hin, aber die 500 Millionen Euro Rücklagen werden wir einfließen lassen und die sind dann weg», sagte MDR-Intendant Udo Reiter. Mittelfristig würden die Einnahmen aller ARD-Anstalten um 15 Prozent sinken. «Wir werden harten Zeiten entgegen gehen.» In den Schubladen gebe es bereits Pläne für Programmeinschnitte.
«Die ARD-Anstalten schwimmen heute nicht mehr im Geld», sagte der Intendant. Nach dem Ende der bis 2015 laufenden Periode hänge alles davon ab, wie das neue Gebührenmodell für die Öffentlich-Rechtlichen aussehe, das derzeit diskutiert wird. Fest stehe: Im Sendegebiet des MDR gebe es einen Bevölkerungsverlust von 70.000 Menschen pro Jahr, und: «Ein Drittel der deutschen Hartz IV-Empfänger lebt bei uns im Sendegebiet. Das ist gut für die Quote, weil sie den ganzen Tag fernsehen, aber schlecht für unsere Einnahmen.»
Dem sinkenden Etat stünden etwa zusätzliche Kosten für das Erschließen des Internets entgegen. Der sogenannte Drei-Stufen-Test, den die Öffentlich-Rechtlichen durchlaufen müssen, um online zu gehen, koste den Sender viel Geld. «Ich musste dafür eine knappe Million zusätzlich beantragen», sagte Reiter, der den «extrem aufwändigen, komplizierten und teuren» Test stark kritisierte. «Aber wir nehmen auch die schrägsten Regeln in Kauf, damit uns der Zugang zum Internet möglich ist.» Wenn der gebührenfinanzierte Rundfunk nicht auch im Internet präsent sei, wäre er dem Intendanten zufolge am Ende.
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