Bei Minus-Graden haben zahlreiche Fans in Berlin am roten Teppich ausgeharrt, um einen Blick auf die Stars aus Guy Ritchies Sherlock Holmes-Verfilmung zu erhaschen.
Der 41 Jahre alte Regisseur und seine Darsteller Robert Downey Jr. (44) sowie Rachel McAdams und Mark Strong zeigten sich am Dienstagabend zur Deutschland-Premiere vor dem Kino am Potsdamer Platz. Für ihn sei der Meisterdetektiv ein zutiefst brillantes Individuum, sagte Madonnas Ex-Mann Ritchie, der mit seinem Erstlingswerk Bube, Dame, König, grAs (1998) bekannt wurde.
Dem Erfinder der Figur, Schriftsteller Arthur Conan Doyle, hätte sein Film wohl gefallen, vermutete der Regisseur. Er trug einen blauen Nadelstreifenanzug mit Einstecktuch. «Ich bin fasziniert von Sherlock Holmes, seit ich ein kleiner Junge war», so Ritchie. Bereits vor 30 Jahren habe er den Stoff verfilmen wollen. Inzwischen habe er seinen Film bereits um die 120 Mal gesehen, erzählte er lachend.
Es wären wohl deutlich mehr Fans an den roten Teppich gekommen - hätte der britische Schauspieler Jude Law (37) sein Kommen nicht abgesagt. In der Pressekonferenz witzelte Robert Downey Jr.: «Er macht gerade eine wirklich anstrengende Presse-Tour durch die Karibik», sagte Downey Jr. im Hinblick auf Laws Urlaub mit seiner Wieder-Freundin Sienna Miller. Law verkörpert in dem Film Holmes' treuen Partner Watson.
Die kanadische Schauspielerin Rachel McAdams (31) erschien im petrol-farbenen Kleid, ihre freie Schulter bedeckte Gänsehaut. Sie hätte wohl besser ihre Ski-Unterwäsche angezogen, scherzte sie. Die Faszination ihrer Filmfigur Irene Adler für den Meisterdetektiv erklärte McAdams so: «Er ist einfach immer allen anderen um zehn Schritte voraus - das ist unheimlich sexy.» Der Film startet am 28. Januar in den deutschen Kinos.
Mit einem Irrglauben räumte Ritchie schon im Vorfeld der Premiere auf: Die Beziehung zwischen Sherlock Holmes und seinem treuen Partner Dr. Watson sei alles andere als schwul. «Das ist einfach die Art, wie Männer miteinander umgehen, wenn sie sich sehr nah sind», sagte er. Holmes-Darsteller Robert Downey Jr. (44) ergänzte: «Intellektuelle picken sich gern diesen Subtext heraus und behaupten, die beiden hätten miteinander geschlafen oder es zumindest am liebsten getan.» Scherzend sagte er: «Ein Typ am Set bat uns, ihm wenigstens eine heterosexuelle Einstellung zu geben.»
Ritchie lobte Downey Jr. als die perfekte Holmes-Besetzung. Das Wichtigste an einem Film sei das Casting, sagte er. Downey Jr. betonte, ihm sei es nicht schwer gefallen, als US-Amerikaner einen Engländer zu spielen: «Ich fühle mich wie ein ehrenwerter Brite.» Vor zwanzig Jahren habe er das britische Essen gehasst und sich auf der Insel nicht besonders wohl gefühlt. Heute sei das anders.
Rachel McAdams, die in ihrer Rolle als Irene Adler eine stürmische Beziehung mit dem Meisterdetektiv führt, fühlte sich als eine der wenigen Frauen am Set sehr wohl: «Sie haben mich definitiv wie eine Lady behandelt.» Downey Jr. erzählte eine andere Version: «Leicht haben wir es ihr nicht gemacht: Wir gaben ihr Waffen in die Hand und änderten dann die Choreographie.»
nak/voc/reu/news.de/dpa