Todesursache: Mord
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Der Totenschein von Michael Jackson steht im Internet und nennt als Todesursache Mord. Die britische Zeitung News of the World zeigte das zweiseitige Dokument am Sonntag auf ihrer Website.
Der Schein nennt beim «Grund des Todes» das Wort «homicide», was Mord oder zumindest Tötung bedeutet. Verantwortlich sei eine «akute Vergiftung» mit dem Narkosemittel Propofol. Amerikanische Medien berichteten, dass Jacksons Leibarzt Conrad Murray deshalb bald angeklagt werde. Eine Sprecherin der Staatsanwaltschaft in Los Angeles betonte allerdings, dass es noch keine Entscheidung gebe.
Der Totenschein enthält zahlreiche persönliche Angaben. Jacksons Adresse und die seiner Schwester LaToya, die er für den Notfall angegeben hatte, sind in der Veröffentlichung allerdings geschwärzt, ebenso Jacksons Sozialversicherungsnummer. Ansonsten enthält das Dokument Angaben wie «Beruf: Musiker», «Sparte: Unterhaltung», «Status: Geschieden» und «Rasse: Schwarz». Jackson war Ende Juni im Alter von 50 Jahren gestorben.
Die Ermittlungen nach dem Tod des King of Pop, der für die Öffentlichkeit völlig unerwartet gekommen war, seien abgeschlossen, berichteten US-Medien. Die Anklage gegen den Kardiologen Murray dürfte bereits in wenigen Wochen folgen und wahrscheinlich auf Totschlag lauten, hieß es unter Bezug auf Ermittlerkreise. Murray hatte dem 50-jährigen Jackson am frühen Morgen des 25. Juni etliche Beruhigungsmittel gegeben.
Der Arzt hatte Jackson wohl auf dessen Drängen zahlreiche Tabletten gegen seine Schlafstörung gegeben und ihm anschließend auch noch das Narkosemittel Propofol gespritzt. Bald darauf erlag der Sänger einem Herzstillstand. Noch ist allerdings keine Anklage erhoben. «Wir haben kein laufendes Verfahren», zitiert die Los Angeles Times die Sprecherin der Staatsanwaltschaft. Die Anklagevertreter würden noch die von der Polizei gesammelten Fakten prüfen. Eine Entscheidung, Murray anzuklagen, gebe es noch nicht.
Murray soll neben seinem Anwalt Ed Chernoff jetzt auch noch den Strafrechtsexperten Michael Flanagan aus Glendale bei Los Angeles verpflichtet haben. Der LA Times zufolge hatte Flanagan den bisher einzigen Fall in Los Angeles gewonnen, bei dem es zu einer Anklage wegen eines Todes durch Propofol gekommen war. Vor sechs Jahren waren zwei Krankenschwestern angeklagt worden, einem Krebspatienten ohne Aufsicht eines Arztes das Mittel verabreicht und ihn getötet zu haben. Flanagan verteidigte eine der beiden Frauen und erreichte einen Freispruch. Der Anwalt hat Erfahrung mit Prominenten: Vor zwei Jahren hatte er bereits Britney Spears vertreten.
Murray behandelt seit einigen Wochen wieder Patienten, und zwar in der Armstrong-Klinik von Houston in Texas. Dort hatte er als Kardiologe gearbeitet, bis er im Frühling die Stelle als Jacksons Leibarzt übernommen hatte. Seine Aufgabe hatte darin bestehen sollen, den Sänger auf die Konzertreihe This Is It ab Mitte Juli in London vorzubereiten und ihn dafür fit zu halten.
nak/amg/reu/news.de/dpa
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