Bohlen will noch mehr Sprüche klopfen
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Von news.de-Mitarbeiterin Cornelia Wystrichowski
Artikel vom 06.01.2010
Allmählich wird Deutschland sucht den Superstar zu einer ernsthaften Konkurrenz für Thomas Gottschalk und Wetten, dass ..? – vor allem durch Dieter Bohlen. Und der Oberjuror der Nation kündigt vor der siebten Staffel auch gleich an, sie werde härter als je zuvor.
Er polarisiert wie sonst kaum jemand im deutschen Fernsehen: Dieter Bohlen verkörpert für manche Zuschauer alles, was an TV-Unterhaltung fragwürdig ist – für die vielen Millionen Fans der Castingshow Deutschland sucht den Superstar sind seine derben Sprüche («Du hast einfach nichts drauf – außer vielleicht Zahnbelag») hingegen das Salz in der Suppe.
Vor dem Start der siebten Staffel der Musiksendung am 6. Januar (mittwochs und samstags, jeweils 20.15 Uhr, RTL) klopft der umstrittene Juror wieder ordentlich auf den Busch: «Es wird so hart wie nie», verkündet der 55-jährige Musikproduzent mit der großen Klappe, der sich in Werbespots für die neuen Folgen ganz unbescheiden als himmlischer Richter stilisiert und «mehr Drama und mehr Komik und Sprüche» ankündigt. Und doch, ein wenig bremsen will er sich dann doch: Für jedes «Scheiße», dass Bohlen rausrutscht, will er einen Euro in ein Sparschwein schmeißen. Das Geld soll am Ende gespendet werden.
Konkurrenz für Gottschalks Wetten, dass ..?
Genau 34.420 Sänger und solche, die sich dafür halten, kamen im Herbst zu den Castings in 20 deutschen Städten – so viele wie nie. Die Höhepunkte dieser mehr oder weniger schrägen Auftritte werden in den ersten sieben DSDS-Ausgaben gezeigt: teils auf komisch, teils auf tragisch gebürstet. Danach treten im sogenannten Recall die talentierteren Bewerbern gegeneinander an und konkurrieren um den Einzug in die Liveshows, mit denen Bohlen samstagabends verstärkt Thomas Gottschalks Wetten, dass ..? im ZDF Konkurrenz machen will.
In diesen Shows bestimmen die Zuschauer per Telefon, wer weiterkommt und am Ende zum Superstar gekürt wird. Der erste Platz garantiert allerdings keine große Karriere: Mark Medlock hält sich seit seinem Sieg 2007 mit seichten Liedchen tapfer in den Hitparaden, doch um die anderen Gewinner Alexander Klaws, Elli Erl, Tobias Regner, Thomas Godoj und Daniel Schuhmacher wurde es rasch wieder still.
Ein Sieger der neuen Folgen steht aber jetzt schon fest: RTL hat mit DSDS einen echten Goldesel im Programmstall. Im Schnitt sahen 5,5 Millionen Zuschauer die vorige Staffel, bei den werberelevanten jüngeren Zuschauern lag der Marktanteil bei stattlichen 30,6 Prozent. Populär sind vor allem die Zusammenfassungen der Castings, in denen hässliche Entlein und stotternde Außenseiter mit Comedy-Elementen rücksichtslos durch den Kakao gezogen werden.
100.000 Euro Strafe für die Jury
Diese Form der groben Volksbelustigung ruft zwar regelmäßig Jugendschützer und Medienkritiker auf den Plan, die Kommission für Jugendmedienschutz verdonnerte RTL wegen des «herabwertenden Verhaltens der Jury» voriges Jahr sogar zu einer Strafe von 100.000 Euro. Dennoch sollen die humorigen Elemente in den neuen Folgen ausgebaut werden und auch in den Recalls auftauchen, für die ein Teil der Kandidaten diesmal in die Karibik verfrachtet wurde: Auftritte gut gebauter Sängerinnen im Bikini sollen der Quote weiter einheizen.
Neben dem tonangebenden Dieter Bohlen sitzen diesmal wieder die ehemalige MTV-Moderatorin Nina Eichinger und Musikmanager Volker Neumüller in der Jury, moderiert wird die Show wie gewohnt von Marco Schreyl. Deutschland sucht den Superstar basiert auf einem britischen Erfolgsformat, das mittlerweile in 40 Ländern läuft – in der deutschen Variante wurden seit dem Start im Jahr 2002 sage und schreibe 165.977 Kandidaten gecastet.
Deutschland sucht den Superstar, Mittwoch, 6. Januar, 20.15 Uhr, RTL
bla/news.de
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