Von news.de-Redakteur Florian Blaschke
Rund um Weihnachten und wohl bis zum letzten Tag des Jahres wurde in deutschen Landen geschlemmt, was das Zeug hält. Zeit, sich zurückzunehmen und wieder an die Linie zu denken, auch im Fernsehen. Mit Ausnahmen natürlich.
Dorfpolizist Krause gehört nicht gerade zu den Kostverächtern. Der tapfere Beamte, der an der Seite von Kommissarin Johanna Herz (Imogen Kogge) im brandenburgischen Polizeiruf ermittelt, ist, sagen wir es frei von der Leber, zu dick. Also muss er zum Abspecken und wird von seiner Hausärztin Jessen (Fritzi Haberlandt) kurzerhand zu einer Kur an der Ostsee verdonnert. Weil aber ohne seine Schwestern Elsa (Carmen-Maja Antoni) und Meta (Angelika Böttiger) nichts geht, machen sich die Drei in dem alten Campinganhänger Marke «Dübener Ei» auf die Reise. Krauses Kur, der in diesem Jahr an den 2007er-Erfolg Krauses Fest anknüpfen konnte, ist ein stiller Film über die sogenannten kleinen Leute mit herrlichen Diaologen, der am Freitag (20.15 Uhr, RBB) das Verdauen des Silvesterbratens erleichtert.
Fernsehen an sich macht glücklicherweise ja noch nicht dick. Unter Umständen aber hungrig und so ist die Reihe Städte der Genüsse, die am Samstag (14 Uhr und 14.30 Uhr, 3sat) nach Wien und Budapest entführt, nur unter Vorbehalt zu empfehlen. Gerade die Küche der österreichischen und der ungarischen Hauptstadt ist nämlich eigentlich nichts für Diabetiker. Also: Ordentlich, aber gesund frühstücken, und dann erst vor den Fernseher.
Haben Sie sich schon einmal Gedanken darüber gemacht, wer in Ihrer Beziehung der «Feeder», der Fütterer, und wer der «Feedee», der Gefütterte ist? Wenn Sie jetzt nicht wissen, wovon die Rede ist, hilft Ihnen RTL gerne weiter. Und versorgt Sie mit Bildern, die garantiert beim Abnehmen helfen. Übergewicht aus Liebe – eine junge Frau muss immer dicker werden berichtet am Sonntag (23.45 Uhr, RTL) über Paare, bei denen Kochen und Essen eine verhängnisvolle Rolle spielen: Einer der Partner sorgt für Nahrung in Unmengen, der andere isst ohne Unterlass. Die Folge: Fettsucht. Zumindest beim Feedee.
Fernsehkoch Steffen Henssler war der erste Deutsche, der sich an der renommierten Su-shi-Academy in Los Angeles ausbilden ließ. Und nicht wenige Menschen glauben, dass die Japaner unter anderem deshalb so alt werden, weil sie so viel Sushi essen. Ob das wahr ist oder nicht, am Montag werfen wir einen Blick in Hensslers Küche in Kalifornien (15 Uhr, HR). Und obwohl dort auch Steaksandwich vom Grill auf der Karte steht, Ungesundes käme Henssler nie auf den Tisch.
Reichhaltig wird es dafür am Dienstag. Wir dürfen Schlemmen im Rheingau (13.15 Uhr, WDR), der Region des Riesling und des Spundekäs', der Dinkelsuppe und der Eltviller Rosentörtchen. Der Bilderbogen macht bei seiner kulinarischen Reise durch den Rheingau Station in Restaurants und Winzerstuben, besucht aber auch ausgefallene Orte wie die Kochkunstschule in Geisenheim.
Am Mittwoch begleiten wir Ana (America Ferrera), der es eigentlich richtig gut geht. Die High-Scool hat sie abgeschlossen, ein Stipendium in der Tasche und einen süßen Jungen an der Hand. Und das Beste: Auch der findet, Echte Frauen haben Kurven (23.40 Uhr, BR). Alles also könnte schön sein, wenn da nicht Anas Mutter wäre. Die will, dass Ana kochen lernt, einen passenden Mann findet und Kinder kriegt. Doch Ana steht zu ihrem Körper und ihren Vorstellungen vom Leben. Und vor allem will sie niemals so werden wie ihre Mutter. Regisseurin Patricia Cardoso ist 2002 ein munterer und wenig klischeebeladener Film gelungen. Roger Ebert schrieb in der Chicago Sun-Times, er sei enorm unterhaltsam und die debütierende America Ferrera ein Wunder: «natürlich, ungezwungen, süß, leidenschaftlich und immer real».
Nennen Sie einen Schlemmertempel mit vier Buchstaben. Keine Idee? Na, kommen Sie! Paris? Das Ritz? Nun, dann kommen Sie doch am Donnerstag mit dorthin, zu Martina Kömpel, der Meisterköchin im Ritz (22 Uhr, WDR). Dort, wo die Promis schmausen, wo schon Coco Chanel und Marcel Proust ihren Tee getrunken haben, absolviert die Deutsche ein Praktikum im Zwei-Sterne-Restaurant des Fünf-Sterne-Hotels. Und genau wie sie dürfen auch wir einen Blick hinter Kulissen und in Kochtöpfe werfen. Wenn auch nur für 30 Minuten.
juz/news.de/ddp