Von news.de-Mitarbeiter Armin Peter
Bäuerliche Landromantik, spätpubertäre Mitvierziger und überaus ungewöhnliche Zusammenkünfte unterm Tannenbaum: Neben vorweihnachtlichen Banalitäten hat die Weihnachtsfolge von Bauer sucht Frau mit einigen kuriosen Paaren aufgewartet.
Einen Baum durfte sie sich aussuchen, den der Geliebte sodann im hofeigenen Wald absäbelte - Bauer Josef aus dem Chiemgau hatte keine Mühen gescheut, um seiner asiatischen Frau Narumol das Weihnachtsfest zu versüßen. Die Angebetete gab sich im Gegenzug alle Mühe, in die von Josef gewünschte Rolle als bayrische Bäuerin hineinzuwachsen.
Das ungleiche Paar - ein frommer Ur-Bayer und eine lebenslustige Thailänderin - war in seinen Festtagsvorbereitungen am unterhaltsamsten anzusehen. Jenseits der Schmerzgrenze lag allerdings der gemeinsame Versuch, Weihnachtslieder anzustimmen - für solche gesanglichen Experimente waren die Sprachbarrieren zwischen Bayrisch und Thailändisch dann doch noch zu groß.
Andere Paare vermittelten einen ziemlich banalen Einblick in ihre neue, gemeinsame Welt. So zum Beispiel Jungbauer Jan, der seine frisch angetraute Anna in der Vorweihnachtszeit mit einem Besuch auf dem Weihnachtsmarkt beschenkte, was diese tatsächlich als «große Überraschung» empfand. Bezeichnend, dass genau in dem Moment, als Moderatorin Inka Bause aus dem Off säuselte, Jungbauer Jan habe endlich seine Traumfrau gefunden, ein stämmiges Isländerpony vor die Kamera trottete.
Wiederum andernorts war ein simpler Umzug auf den Bauernhof das Highlight des Jahres. Ziegenwirt Willi hat seine Karola zu sich nach Hessen geholt. Das Paar richtete sich in einer gemeinsamen Wohnung ein. Immer begleitet von der Kamera war dem Landwirt keine Bürde zu groß, wenn er damit nur der Dame seines Herzens Freude machte.
«Ich kann mich auf meinen Esel nicht verlassen», bekundete Willi, als das Tier sich störrisch weigerte, Mittel zum Zweck einer romantischen Kutschfahrt des Paares zu sein. Also spannte sich der muntere Hesse kurzerhand selbst vor die Deichsel und zog Karola, kichernd wie ein Teenager, über das heimatliche Gehöft. Bei der gemeinsamen Weihnachtsfeier mit Bratäpfeln, Tannenbaumromantik und einem rührseligen Geschichtchen hoffte Karola dann, dass «wir nächstes Jahr ein Eselbaby bekommen». Gutes Gelingen.
Keine dampfenden Misthaufen und stinkenden Tiere, dafür Plätzchen, Glühwein und Tannengrün – die Ekelszenen der Auswahlschlacht um bäuerliche Herzen wichen diesmal vorweihnachtlichem Brimborium und festlicher Harmonie. Nach geschaffter Hofwoche durften sich die neuen Paare jenseits der Stallarbeit aneinander gewöhnen. Doch auch wenn oder gerade weil die teils rührende Unbeholfenheit der Protagonisten amüsant anzuschauen war, musste sich der Zuschauer als unverschämter Fenstergucker fühlen, der im Leben anderer Leute herumschnüffelt.
Zu privat waren einige Szenen, die totale Ausschlachtung menschlicher Beziehungen ging viel zu weit. Denn der eigentliche Anspruch der Sendung, Landwirten bei der Partnersuche zu helfen, musste diesmal ländlichem Big-Brother-Entertainment mit Kuschelfaktor weichen – hatten doch alle vorgestellten Paare die Suche bereits erfolgreich hinter sich gebracht.
Zweck der Weihnachtsfolge war lediglich, den neuen Paaren bei der Festvorbereitung auf die Finger zu schauen – und damit kann sie, wenn man den Titel Bauer sucht Frau ernst nimmt, als Themaverfehlung bezeichnet werden. Besonders schade aber ist, dass das sicherlich ernst zu nehmende Problem, als Landwirt eine Frau zu finden, so billig abgehandelt wird und dadurch zur voyeuristischen Seifenoper verkommt.
sis/kab/news.de
Sowenig eine Kuh lila ist, weiß ein Bauer, was eine Frau ist. Den Schwachsinn einstellen, bitte.
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