Auch Kultfilme sind Bildung
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Von Juliane Wienß
Artikel vom 25.12.2009
An den Tagen «zwischen den Jahren» braucht man nicht in Aktionismus verfallen. Besser, man plant die gefühlte Auszeit von Ämtern, Ärzten und Co. gleich ein und fährt auch den eigenen Betrieb auf Sparflamme. Eine gute Gelegenheit, endlich die cineastischen Wissenslücken zu füllen!
Es wäre Spekulation zu behaupten, zu Weihnachten liefen die besonders blutrünstigen Filme, um ein gewisses Ventil für Emotionen ob ungewohnter Verwandtschaftsbegegnungen zu öffnen. Jedenfalls ist der weiße Hai nicht nur am Freitag ein etablierter Fest-Klassiker (20.15 Uhr, RTL). Wer ihn kennt, bekommt eine prickelnd alternative Sicht auf Urlaub an Traumstränden mit kristallklarem Wasser.
Wenn Audrey Hepburn und Cary Grant sich begegnen, fließt das Blut nicht, es kocht. In einer spritzigen Mischung aus kecker Komödie und fesselndem Thriller flirten sich beide durch Paris: Hepburn als gejagte Witwe, Grant als Held des Moments. Oder spielt der Galan am Samstag nur Charade? (22.30 Uhr, BR).
Die Edgar Wallace-Filme sind gern das Maß der Dinge, wenn es um qualitativ hochwertige Schauderkrimis geht. Wer Nachholbedarf in Sachen Wallace besitzt, ist am Sonntag beim Themenabend genau richtig, wo angefangen bei der unheimliche Mönch (18.30 Uhr, Kabel 1) insgesamt drei Klassiker das schöne Schaudern lehren.
Noch heute müssen sich hoffnungsvolle junge Schauspieler dem Vergleich aussetzen, ob sie es mit der Schlagkraft einer Legende aufnehmen können: James Dean war die Kultfigur der 50er, er ist es bis heute. In Jenseits von Eden gab er sein Kinodebüt, und diese John-Steinbeck-Verfilmung des Familiendramas am Montag lohnt sich nicht nur für einen stilprägend unangepassten Dean (23.45 Uhr, ARD).
Wenn es um Klassiker geht, darf ein Name nicht fehlen: Alfred Hitchcock. Aber der Meister des gepflegten Psychothrillers kann auch lustig: Mit Immer Ärger mit Harry scheint er sich selbst ein wenig auf die Schippe zu nehmen, sehr schwarz, versteht sich: Schließlich hat Protagonist Harry bereits das Zeitliche gesegnet. Mit Shirley MacLaine debütiert ebenfalls eine Filmgröße am Dienstag (21 Uhr, Arte).
Wie alt muss ein Film sein, um ein Klassiker zu werden? Zehn Jahre ist die Romanze zwischen dem Superstar und dem schüchternen Buchhändler aus Londons Schlenderviertel Notting Hill jetzt alt. Ein Kriterium erfüllt sie auf jeden Fall: die Zeitlosigkeit (20.15 Uhr, ZDF). Und Spike, der enthemmte Mitbewohner, ist mindestens ebenso sehr Kult wie eine unter der Bettdecke füßelnde Julia Roberts und ein stotternder Hugh Grant. Soviel Honig fürs Herz darf am Mittwoch kurz vor Jahresende schon sein.
«You say it best when you say nothing at all», singt Ronan Keating für den Soundtrack der Romanze - und diese Weisheit ist natürlich schon viel älter als der Film. Der treue Butler James hatte das schon 1963 verstanden. Kaum Worte, dafür stoische Beharrlichkeit, auch wenn der Alkoholpegel ausschlägt, bringen ihn schließlich ans Ziel: Das Dinner zum 90. Geburtstag seiner Herzensdame Miss Sophie ist noch for one, der beschwingte Abgang dann aber for two.
Die einzige Chance, den Kultstreifen an Silvester zu überstehen, ist, ihm bedingungslos zu verfallen: up Platt (12.30 Uhr, NDR), in der Schweizer Version (21.45 und 23.45 Uhr, WDR), auf Hessisch (13.35 und 21.45 Uhr, HR) oder in der schlichten, genialen Fassung zu diversen Terminen (15.40 und 18.05 Uhr NDR// 18.50 Uhr, WDR// 19 Uhr MDR/BR, 19.05 Uhr, RBB// 19.10 Uhr HR/SF// 19.30 Uhr, SWR //19.40 Uhr, NDR// 00.05 Uhr, BR).
Der news.de-Fern-Seher wünscht auch für 2010 nur das Beste: gute Unterhaltung!
wij/dst/news.de
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