Im Januar beginnen die Bauarbeiten zu dem Schlingensief-Projekt «Ein Festspielhaus in Afrika». Das schreibt der Regisseur in seinem gerade veröffentlichten «Weihnachtsbrief».
«Die dortige Regierung hat uns ein wunderbares, spirituell aufgeladenes Gelände von sechs Hektar Größe übergeben», heißt es in dem Schlingensief-Brief. Sein Freund Francis Kere aus Burkina Faso habe die Pläne fertiggestellt. Er benutze einheimische Materialien, und viele Freiwillige aus Burkina Faso sorgten für die Realisierung.
Laut dem Regisseur wird zunächst die Schule für 500 Kinder und Jugendliche gebaut, in der es Film- und Musikklassen gibt. Der von der Ruhrtriennale gestiftete Theatersaal sei bereits in Containern verpackt auf dem Weg zur Verschiffung. Er habe Spenden bekommen, die nicht nur den Bau des Operndorfes ermöglichten, sondern auch seinen Betrieb für eine gute Weile absichern könnten.
Unter dem Titel «Weihnachten in Burkina Faso» wirbt Schlingensief auch in der Wochenzeitung Die Zeit für das Operndorf. Auf zwölf Seiten gestaltete er das gesamte Feuilleton mit Texten und Fotos über Anfänge und Hintergründe des Projektes. Zu weiteren Unterstützern des Projektes zählen den Angaben zufolge die Kulturstiftung des Bundes, der Autor Henning Mankell, der Sänger Herbert Grönemeyer und der Regisseur Roland Emmerich.
Der an Krebs erkrankte Schlingensief äußerte sich in dem «Weihnachtsbrief» auch zu seinem Gesundheitszustand: Seine Medikamente wirkten zurzeit «prächtig» und hätten die Metastasen im verbliebenen rechten Lungenflügel «zum Verschwinden gebracht». Bei Schlingensief wurde im Januar 2008 Krebs diagnostiziert und anschließend ein Lungenflügel entfernt. Zeitweilig wirkte er sehr schwach. Die Weihnachtszeit sei für ihn in diesem Jahr wirklich eine fröhliche Zeit, fügte Schlingensief mit Blick auf seinen verbesserten Gesundheitszustand hinzu.
sis/amg/reu/news.de/ddp