Von news.de-Redakteur Florian Blaschke
Auch in Deutschland wird der Kampf um die Vorgärten zur Weihnachtszeit inzwischen mit allen Mitteln geführt – Lichterketten, wohin das Auge blickt. Doch gegen den Gegner aus unserem aktuellen Clip-Tipp werden die meisten Weihnachtsbeleuchtungen hierzulande wohl alt aussehen.
Chevy Chase hat es vorgemacht, 1989 im Film Schöne Bescherung: 25.000 Lichter hat er als Clark Griswold auf sein Dach gepflanzt, das nun eher einer Landebahn gleicht, denn einem weihnachtlich geschmückten Haus. Doch das heißt natürlich noch lange nicht, dass auch alles funktioniert. Und auch Tim Taylor (Tim Allen) musste in Hör mal, wer da hämmert des öfteren schmerzhaft erfahren, was ein festlich geschmücktes Eigenheim alles anrichten kann – Lebensgefahr inklusive.
Heute sind 25.000 Lichter längst Standard, auch in der texanischen Stadt Spring mit ihren knapp 37.000 Einwohnern. Dort, in der Merrimac Ridge Nummer 603 steht ein Einfamilienhaus, und ohne die Menschen zu kennen, die dort wohnen, könnte man annehmen, dass ihre Nachbarn sie nicht all zu gerne haben. 43.000 Lichter, angeschlossen an 130 Verstärker, fünf Stunden Aufbau nach monatelanger Planung, vier Stunden Show täglich von Sonntag bis Donnerstag und fünf an Freitagen und Samstagen, das sind die nackten Zahlen eines Weihnachtsspektakels, das selbst eingefleischte Fans der Stillen Nacht wohl über kurz oder lang in den Wahnsinn treiben dürfte.
15 Minuten dauert die Lichterparade auf der Merrimac Ridge, begleitet von und synchronisiert mit etwas, dass man mit viel gutem Willen als Weihnachtsmusik bezeichnen könnte, vermischt mit der Hymne der Unversität von Auburn, Alabama, deren Zeichen auch über dem Eingang prangt, allein dieses zusammengebastelt aus 2000 kleinen Lichter, wie der stolze Hausherr auf Vimeo selbst schreibt. Und zwischendurch schallt sogar Chevy Chase höchstselbst über den Rasen, mit einem Zitat aus Schöne Bescherung, das in dem Satz gipfelt: «I dedicate this house to the Griswold family-christmas.»
Über den Stromverbrauch dieses Monstrums ist leider nichts bekannt, und auch, ob die Nachbarn in den heißen Phasen im Dunkeln sitzen, wissen wir leider nicht. Wer sich nun Sorgen macht, im kommenden Jahr selbst solch eine Installation nebenan zu entdecken, sei beruhigt. Da man in Deutschland nicht einmal mehr Lampions in den nächtlichen Himmel steigen lassen darf, ohne eine Sondergenehmigung der Flugaufsicht zu besitzen, ist zu vermuten, dass ein solches Vorhaben hierzulande ohnehin von den Behörden unterbunden werden würde. Landebahn, Sie wissen schon.
voc/reu/news.de