Von news.de-Redakteur Florian Blaschke
Regelmäßig läuft Fernsehzuschauern das Wasser im Munde zusammen, wenn TV-Köche ihnen was vorbrutzeln. Wer das nachkochen will, sollte einen Blick in ihre Kochbücher werfen. Eines davon jedoch tanzt aus der Reihe wie sein Autor: Shaun, das Schaf.
Alfons Schuhbeck: Meine Küche der Gewürze
«Gewürze erleben derzeit eine Renaissance», steht auf der Rückseite, «das ist sicherlich auch ein Verdienst von Alfons Schuhbeck». Man könnte es auch anders ausdrücken: Ganz gleich, wo sich der Münchner Promikoch blicken lässt, er wird nicht müde, den Gewürzpapst zu geben und herunterzubeten, wozu Knoblauch, Ingwer und all die anderen Kräuter und Ingredenzien so gut sein können. Konsequent, dass er nun ein ganzes Buch zu diesem Thema veröffenticht hat: Meine Küche der Gewürze heißt es, und darin darf sich der ehemalige Zwei-Sterne-Koch auf 400 Seiten vollends austoben. Das allerdings tut er – soviel vorweg – zum Glück deutlich weniger missionarisch als im Fernsehen.
Ein A-Z der Kräuter und Gewürze etwa schickt er den Rezepten vorweg, das sich über beinahe 120 Seiten erstreckt, von Anis bis Zitronenmelisse, und das mehr als lesbar ist. Daran anschließend: Eine kleine Schule der Gewürzeküche mit Tipps und Tricks, wie sich ganz praktisch mit Gewürzen kochen lässt, welche Mischungen zusammenpassen oder wie ein ordentliches Gewürzöl hergestellt wird.
Der Rest des ordentlichen Wälzers aber gehört den Rezepten, 150 an der Zahl, fein säuberlich eingeteilt in verschiedene Gänge, und gut gemischt. Die anspruchsvolle gepökelte Kalbszunge oder feine Hirschfiletspitzen sind dort ebenso zu finden wie schlichte gefüllte Paprika, aufgepeppt mit Lamm und Safransauce, Fischpflanzerl mit Salat oder eine Blumenkohlsuppe, die mit Ras-el-Hanout, einer marokkanischen Gewürzmischung, verfeinert wird. Und auch extravagantes wie Chili-Vanille-Nudeln oder Wolfsbarsch mit Fenchel und Lavendelblüten hat Schuhbeck zusammengetragen, oft aber sind es gerade diese Gerichte, die durch ihre einfache Zubereitung überzeugen. Optisch, inhaltlich und praktisch ein gelungenes Werk.
Autor: Alfons Schuhbeck
Titel: Meine Küche der Gewürze
Verlag: Zabert Sandmann
Seitenzahl: 400 Seiten
Preis: 24,80 Euro
Erscheinungsdatum: 30. Oktober 2009
Jamie Oliver: Jamies Amerika
Bei einer Umfrage zu den kulinarisch rückständigsten Ländern wären Großbritannien und die USA sicherlich auf den vordersten Plätzen zu finden. Zu Unrecht, sollte man meinen und anfangen zu streiten. Man könnte jedoch auch einfach das neue Kochbuch des Briten Jamie Oliver zur Hand nehmen und sich freuen, dass er sich des Landes der unbegrenzten Möglichkeiten angenommen hat. Und das auch gleich noch sehr persönlich, wie der Titel verrät: Jamies Amerika heißt der 360-Seiten-Wälzer, er ist eben mal wieder selbst auf Reisen gewesen durch die Staaten zwischen New York und New Orleans. Und was hat er gefunden? «Einige der tollsten Gerichte, die ich je probiert habe», behauptet der Klappentext. 120 Rezepte hat er nach seiner Rückkehr für das Buch ausgewählt. Es muss eine lange Reise gewesen sein.
Seiner eigenen Tradition bleibt Oliver trotz des Ausflugs in die USA auch in diesem Fall treu. Seine Gerichte, sie sind extrem kochbar und alltagstauglich, deshalb ist es auch kein Wunder, dass seine neue Rezeptsammlung mit Burger und Waldorfsalat beginnt. Zwar vermisst man zu Beginn eine Aufteilung nach Regionen oder Gängen, und auch das Layout ist so ausgefallen, wie man sich den Wilden Westen vorstellt, und wirkt auf Dauer etwas zu wild – das Erzählen aber liegt Oliver im Blut, bei jedem einzelnen Rezept. Mit kleinen Anekdoten, Tipps und Hintergrundinformationen zu typischen und weniger typischen, bekannten und weniger bekannten Gerichten wie Spicy Meat Gumbo (Scharfer Fleischeintopf) aus Louisiana, kalifornischen Antipasti oder der Seven Seas Soup (Meeresfrüchtesuppe mit Reis) aus Los Angeles beweist Oliver, wie vielfältig die Küche der USA ist, wie viele Einflüsse dort zusammentreffen, und vor allem, dass sie eben nicht nur aus Burgern und Waldorfsalat besteht und durchaus gesund sein kann. Zum Glück aber nicht immer.
Autor: Jamie Oliver
Titel: Jamies Amerika
Verlag: Dorling Kindersley
Seitenzahl: 360 Seiten
Preis: 24,95 Euro
Erscheinungsdatum: 19. Oktober 2009
Gordon Ramsay: Geschmack pur
Gordon Ramsay ist wohl der beste Beweis dafür, dass in Großbritannien inzwischen großartig gekocht wird. 16 Michelin-Sterne hat sich der 43-Jährige in seiner Karriere bereits erkocht, nach Schnelle Sterneküche und Gesund schmeckt besser! hat er nun sein drittes Kochbuch auf Deutsch veröffentlicht: Geschmack pur – Meine besten Rezepte.
Und was anders wäre von einem solchen Spitzenkoch zu erwarten, als Spitzengerichte, wenn es schon die besten Rezepte sind? «Ich gehe davon aus, dass jemand, der dieses Buch kauft, um die Rezepte auszuprobieren, zumindest ein gewisses Maß an Können hat – es ist kein Buch für Anfänger», schreibt Ramsay im Vorwort. Und so tummeln sich nach einer kurzen Einführung und einigen Grundrezepten für Saucen oder Teige durchaus gehobene Gerichte auf den knapp 200 Seiten. Terrinen von Kaninchen oder Gänseleber, gebratenes Kalbsbries mit Sauternes-Jus oder Austern-Jakobsmuschel-Suppe, Ramsay fährt auf, was seinem Rang und Namen entspricht.
Und doch, ein wenig Erfahrung und Können vorausgesetzt, sind seine Gerichte keineswegs immer zeitaufwendig. Der Salat mit gebratenem Kaninchen und Chicorée à la Crème etwa dürfte in einer guten halben Stunde zubereitet sein, die Lachsschnitzel mit süßsaurer Paprikasauce ebenso. Nur für allzu schmale Geldbeutel ist Ramsays neue Rezeptsammlung kaum etwas. Aber das war von einem 16-Sterne-Koch wohl auch kaum zu erwarten.
Autor: Gordon Ramsay, übersetzt von Ina Friedrich
Titel: Geschmack pur – Meine besten Rezepte
Verlag: Egmont Vgs
Seitenzahl: 192 Seiten
Preis: 19,95 Euro
Erscheinungsdatum: Oktober 2009
Cornelia Poletto: Polettos Kochschule
Von einer ganz anderen Seite geht Cornelia Poletto, seit 2001 mit einem Stern ausgezeichnet, das Thema Kochen an. Polettos Kochschule – Mein Grundkurs für Einsteiger soll, passend zu ihrer aktuellen Fernsehsendung, zu schnellen Erfolgen am Herd verhelfen. Noch ein Kochbuch für Anfänger? Ist das denn wirklich nötig?
Nötig wohl kaum, doch Poletto überrascht den Leser. Anders als die meisten Anfängerbücher teilt sie das Kochen nicht nach Gängen, sondern nach Grundlebensmitteln ein. Tomaten, Kartoffeln und Pilze eröffnen das Buch, es folgen Fisch und Fleisch, Käse, Eier und zum Schluss Schokolade. Das Prinzip ist stets dasselbe: Nach einer kurzen Einführung etwa dazu, wie Tomaten gehäutet, Kartoffeln gekocht oder Pilze geputzt werden, folgen einfache, aber durchaus raffinierte Rezepte. Gratinierte Champignons mit Ziegenkäse und Pinienkernen etwa, Doradenfilet mit Kartoffel-Oliven-Stampf oder, außergewöhnlich, aber selbst für Anfänger machbar, Gewürz-Ententee mit Entenleber-Crostini.
Poletto bestätigt damit den Eindruck, den man auch gewinnen kann, wenn man ihr im Fernsehen zuschaut: Sie nimmt den Einsteiger in das Hobbykochgewerbe zwar durchaus an die Hand, aber sie fordert ihn auch. Sie gibt Tipps und baut jedes Rezept logisch und leicht verständlich auf, aber sie macht nicht den Fehler, ihre Leser zu unterschätzen. Von ganz leicht bis durchaus anspruchsvoll reicht die Palette an Rezepten. Und so hat Poletto vorgesorgt, dass ihr Kochbuch zwar für Anfänger gedacht ist, selbst für Fortgeschrittene so schnell aber nicht langweilig werden dürfte.
Autor: Cornelia Poletto
Titel: Polettos Kochschule – Mein Grundkurs für Einsteiger
Verlag: Zabert Sandmann
Seitenzahl: 224 Seiten
Preis:19,95 Euro
Erscheinungsdatum: 12. Oktober 2009
Shaun das Schaf: Mein Kochbuch
Nur Shaun das Schaf ist Shaun das Schaf. Klein, frech, gewitzt. Ein Koch aber ist Shaun kaum, ein Fernsehkoch erst recht nicht. Und doch hat es bereits diverse Kochbücher veröffentlicht, ob extra scharfe Gerichte oder Shaunzeit: Die besten Veggie-Rezepte, ob Shaunkost-Spezial oder Mein Picknickbuch: Auf ins Grüne. Und nun also Shaunkost al dente – Pizza, Pasta & Co.
Wer nun aber denkt, das Buch richte sich an Kinder, der irrt. Nicht nur ist die Fernsehsendung durchaus erwachsenentauglich, das Kuchbuch richtet sich offenbar explizit an eine ältere Zielgruppe – vielleicht an die Eltern? Optisch witzig, sprachlich eher schlicht tummeln sich darin Gerichte wie marinierte Sardellenfilets, Crostini mit Hühnerleber oder Steinpilzcremesuppe, Risotto Mailänder Art oder Seebarsch mit Olivensauce – alles zwar durchaus einfach zuzubereiten, geschmacklich aber dürfte die junge Zielgruppe beim ein oder anderen Essen auf die Barrikaden gehen.
Dass dieses, wie auch die anderen Shaun-Kochbücher, mit der Animationsserie eigentlich gar nichts zu tun hat – geschenkt. Und apropos geschenkt: Als Geschenk eignet sich wohl auch dieses Buch, vor allem aufgrund seines günstigen Preises. Für Shaun-Fans, alleine schon aufgrund der unzähligen, herrlichen Illustrationen, sowieso.
Titel: Shaun das Schaf – Mein Kochbuch
Verlag: Komet
Seitenzahl: 144 Seiten
Preis: 9,95 Euro
Erscheinungsdatum: 10. November 2009
kochbücher sind ok für leute die das kochen, braten, backen selber nie von muttern abgeschaut haben. kochshows sind völlig überflüssig. man riecht nichts, und probieren kann man am ende auch nichts. das ist wie einen porno alleine anschauen...mitvögeln is nich ! mit den kochshows werden nur gez-gelder wortwörtlich für leute verbraten, die eh schon grossverdiener sind. da schieben sich seilschaften wieder einmal mehr den geldkoffer zu. ich koche selber göttlich. erst das essen, und danach die dazu eingeladene frau auf "kleiner flamme" bis sie gar ist.
jetzt antwortenKommentar meldenKochen hin, kochen her! Ist ja auch toll; aber dass jetzt sogar Schafe kochen.... (...und nicht gekocht werden!)
jetzt antwortenKommentar melden