So., 27.05.12

Ehrung 18.12.2009 Abwrackprämie ist Wort des Jahres

Abwrackprämie Wort des Jahres (Foto)
Abwracken war 2009 sehr beliebt, die Abwrackprämie jetzt das Wort des Jahres. Bild: dpa

Von news.de-Mitarbeiterin Denise Peikert

Der Verein Deutscher Sprache und die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) haben nicht nur einen ähnlichen Namen, sie sind sich auch sehr einig: Der Verein wählte kürzlich «Abwrackprämie» zum nützlichsten Wort des Jahres, die GfdS wählte dieselbe Bezeichnung zum Wort des Jahres.

Der Ausdruck «Abwrackprämie» sei seit Beginn des Jahres in der öffentlichen Diskussion präsent gewesen und habe sich weit über die von der Bundesregierung beschlossene Maßnahme verbreitet.

Aus einem schon längere Zeit diskutierten außenpolitischen Themenbereich wählte die Jury der GdfS den Ausdruck «kriegsähnliche Zustände» auf Rang zwei. So hatte erst Verteidigungsminister Karl-Theodor zu Guttenberg nach seinem Amtsantritt die Zustände in Afghanistan beschrieben, wo auch deutsche Soldaten stationiert sind.

Mit «Schweinegrippe» wurde ein Wort auf Rang drei gewählt, das im Zusammenhang mit der Furcht vor einer Pandemie und der Diskussion um Impfungen ebenfalls im Laufe des Jahres dauerhaft in den Medien präsent war.

Auf den hinteren Plätze der Auswahl der GfdS landeten unter anderem die Bezeichnungen «Bad Bank», «twittern» und «Studium Bolognese».

Die Gesellschaft wählt jedes Jahr zehn Wörter aus, die die öffentliche Diskussion besonders geprägt haben, eines davon gilt als "Wort des Jahres". Im vergangenen Jahr hatten die Sprachwissenschaftler das Wort «Finanzkrise» zum Wort des Jahres gekürt.

«Analogkäse» Unwort in Österreich

Das Küren von Wörtern und Unwörtern ist beliebt. Nicht nur die Gesellschaft der deutschen Sprache versucht mit einer Titelvergabe an Buchstabenfolgen Zeitgeschichte abzubilden: «Sale» wurde vom Verein Deutsche Sprache zum nervigsten, «Abwrackprämie» zum nützlichsten Wort des Jahres gewählt.

Unter ihrem Synonym könnte der staatlichen Förderung des Absatzes von Autos sogar noch eine weitere Ehrung zuteilwerden: Unter den bisher 1500 Einsendungen zum Unwort des Jahres befindet sich neben «betriebsratsverseuchte Mitarbeiter» und «Schattenhaushalt» auch das Wort «Umweltprämie».

Auch in unseren Nachbarländern wird zum Ende des Jahres stets der deutschen Sprache gedacht: Die Österreicher wählten «Audimaxismus», eine Bezeichnung, die während der Wochen dauernden Studentenproteste entstand, zum Wort des Jahres. Unwort wurde «Analogkäse».

Die Schweizer zeigten sich politisch mutig und machten ihr umstrittenes «Minarettverbot» zum Wort des Jahres, da es «das Potenzial habe, sich als neuer Sprachexport helvetischen Ursprungs zu etablieren.» Zum Unwort brachte es bei den Eidgenossen die Bezeichnung «Ventilklausel». Sie umschreibt die Regulierung der Ein- und Rückwanderung von Personen aus dem EU-Raum in die Schweiz.

juz/nbr/news.de/dpa
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