Von news.de-Mitarbeiter Dieter Oßwald
Eigentlich wollte Sigourney Weaver nach der Alien-Trilogie keine Weltraumfilme mehr drehen. Im Interview spricht sie darüber, warum sie trotzdem in Avatar mitspielt, ob sie Angst vor dem Alter hat und was sie über Feminismus in Hollywood denkt.
Frau Weaver, Sie rauchen im Film – ist das nicht ein bisschen pfui in Hollywood?
Weaver: Jim Cameron wollte diese Rauch-Szenen, weil sie so schön politisch unkorrekt sind. Für mich sind sie ein Mittel zu zeigen, wie neurotisch meine Figur ist. Grace ist so frustriert über die ganze Situation, dass sie ihren Ärger ständig mit Zigaretten oder Süßigkeiten kompensiert. Entspannt ist sie erst, wenn sie als Avatar, als virtuelles Double, durch den Regenwald läuft.
Vor 25 Jahren haben Sie mit James Cameron eine Aliens-Folge gedreht – wie haben Sie ihn diesmal erlebt, wie sehr hat ihn der Titanic-Effekt verändert?
Weaver: Aliens war seltsam: Alle waren Engländer und Fans von Ridley Scott, die skeptisch auf diesen Kanadier reagierten: Als Jim eine Vorführung vom Terminator machte, erschien keiner. Heute hat natürlich jeder großen Respekt. Jim ist noch immer Perfektionist, der keine Kompromisse macht, aber er wirkt viel entspannter und hat mehr Spaß beim Drehen. Er ist wie ein Kind im Bonbonladen: man muss ihm seine Kamera wegnehmen, sonst würde er nie Feierabend machen.
Wie haben Sie sich selbst verändert?
Weaver: Ich hatte das Glück, in meiner Karriere in ganz unterschiedlichen Filmen zu spielen. Heute muss ich mir nichts mehr beweisen und kann viel entspannter an meine Rollen gehen als früher. Ich kann es genießen, an solch einzigartigen Drehorten wie bei Avatar zu arbeiten und eine derart originelle Geschichte wie diese zu erzählen. Jim und ich sind Oldtimer, denen die gemeinsame Arbeit zum wahren Vergnügen wurde.
Hatten Sie nach all den Alien-Filmen das Weltall nicht zur Sperrzone Ihrer weiteren Karriere erklärt?
Weaver: Für mich ist Avatar vor allem ein Abenteuerfilm, der das ganze Sciencefiction-Genre auf den Kopf stellt. Bei uns sind die Aliens die edlen Kreaturen und die Menschen sind die Monster. Wenngleich modernste Technologie eingesetzt wird, ist diese Geschichte sehr altmodisch: Ein episches Drama, in dem der junge Held die Liebe findet und Werte, für die es sich zu kämpfen lohnt.
Wie sehr wird man als Schauspieler der Sklave solcher Super-Spezialeffekte?
Weaver: Ich hatte zunächst Befürchtungen, häufig sind digitale Effekte wenig überzeugend: Die Abstände zwischen den Figuren stimmen nicht oder die Gewichtsverhältnisse wirken unglaubhaft. Hier war das völlig anders, der enorme Realismus der Darstellung geht bis zu Details wie den pulsierenden Venen. Die Trickexperten haben meine Gesten und mein Aussehen vorab genau studiert – ganz so, als wäre ich hier das exotische Wesen.
Vermissen Sie heute die guten alten handgemachten Tricks à la Alien nicht ein wenig?
Weaver: Wenn nicht gerade James Cameron für die digitalen Effekte zuständig ist, sind mir die alten Tricks allemal lieber. Damals hat man mit fast nichts Effekte gezaubert, für die heute Millionen ausgegeben werden – und die dadurch nicht besser wurden. Wir hatten damals einen Schauspieler, der im Alien-Kostüm steckte und der viel überzeugender war als die Computerversion.
Wie gefallen Sie sich als virtuelle Kopie des Avatar?
Weaver: Ich hatte erwartet, dass mein Avatar mehr wie einer der Na’vi-Ureinwohner aussieht – und nun ähnelt er leider sehr stark mir selbst. Ich hätte so gerne wie ein Löwe ausgesehen, und nun habe auch als Avatar diese kleine blöde Nase wie im richtigen Leben. Mein Avatar sieht genau so aus wie Sigourney, das ist doch schockierend! (lacht)
Fühlen Sie sich nicht ein bisschen einsam? 30 Jahre nach Alien gibt es noch immer keine Nachfolgerin für Sie als weiblichen Action-Helden in Hollywood …
Weaver: Beim Actionfilm geht es für mich gar nicht so sehr um das Geschlecht, sondern darum, ob eine Figur durchhält. Das Problem ist nicht der fehlende Feminismus, sondern die Intelligenz der Drehbücher. Ridley Scott oder Jim Cameron sind da eine Ausnahme. Sie wissen, wie stark Frauen im realen Leben sind. Entsprechend stark schreiben sie ihre Rollen: Selbstbewusste Figuren, die dabei auch feminin, intelligent und humorvoll sind.
Wie stolz sind Sie darauf, mit der Rolle der Ripley die feministische Ikone des Actiongenres zu sein?
Weaver: Das Verdienst gebührt weniger mir als den Produzenten. Nicht, dass sie großartige Feministen gewesen wären, sie fanden es einfach eine gute Idee, dass der Held weiblich wird, weil mit dessen Überleben schließlich keiner rechnet. Für mich ist Ripley in erster Linie nicht Frau, sondern eine Person, die nicht aufgibt oder in Panik verfällt – Ripley ist Mann und Frau gleichermaßen.
Während in Hollywood die Angst vor dem Alter herrscht, boomt Ihre Karriere auch mit 60, demnächst sind Sie in sechs Filmen zu erleben ...
Weaver: Wer sich in der bedeutenden Literatur umschaut, wird Rollen für jedes Alter und jedes Geschlecht finden. Ich war schon immer optimistisch, dass es in guten Geschichten genügend gute Rollen für Frauen und jedes Alter geben wird. Meine Eitelkeit in Sachen Aussehen oder Größe einer Rolle ist dabei relativ gering, ich möchte einfach in einen Charakter eintauchen.
Wonach suchen Sie Ihre Filme aus?
Weaver: Ein entscheidendes Kriterium ist die Abwechslung. Als ich nach Eissturm achtzig ähnliche Angebote bekam, fand ich das nicht mehr spannend. Mich haben schon immer unkonventionelle Regisseure interessiert. Wenn ich heute junge Filmemacher treffe, die als Fans von Alien aufgewachsen sind, muss ich sie allerdings zunächst meist erst beruhigen: «Ich bin nicht Ripley, ich bin ein Mensch!» (lacht)
Zurück zur politischen Unkorrektheit: Die Amerikaner kommen als aggressive Militärmacht nicht gerade gut weg in Avatar ...
Weaver: Es geht weniger um Amerika als um die großen Konzerne. Die Botschaft von Avatar ist nicht unbedingt politisch, sondern moralisch. Es geht um den Respekt vor anderen Lebewesen und vor der Umwelt. Unser Film bietet Unterhaltung mit einem epischen Abenteuer samt Lovestory. Unter dieser Oberfläche geht es jedoch um dringende Themen, die unsere Welt akut bedrohen. Es geht darum, dass wir unsere Erde aus purem Profit nicht weiter ausplündern.
Sigourney Weaver, 1949 in New York geboren, gehört zu den erfolgreichsten Schauspielerinnen und Produzentinnen Hollywoods und gilt als erster weiblicher Actionheld des Kinos. Ihre Filmkarriere begann sie 1977 in der Woody-Allen-Komödie Der Stadtneurotiker, berühmt wurde sie als Ellen Ripley in der Alien-Trilogie von Ridley Scott (1979-1997). Seit 1984 ist sie mit dem sechs Jahre jüngeren Theaterregisseur Jim Simpson verheiratet und hat eine Tochter Charlotte (geboren 1990).
bla/voc/nbr/news.de
Dieses Feminismus bla bla ist nun wirklich mehr als peinlich. Wenn s. weaver eine Emanze sein soll, der nachzueifern wäre, sozusagen ein Vorbild, na dann gute Nacht. In einem grossteil der Szenen kommt sie arrogant und zynisch und beleidigend rüber. Ihre Rolle ist nur in wenigen Szenen symphatisch. Also lasst doch diesen gekünstelten politisch -korrekt-gepriesen -sei-der-feminismus-Bullschit Wer hier feminin und somit symphatisch ist, das ist Neytiri und diese Pilotin, eine himmlische Frau und Neytiri ist umwerfend süss.
jetzt antwortenKommentar meldenNa also, meine Lieblings-Schauspielerin ist also doch wieder in einem Welgtraumabenteuer zu sehen. Ich wusste es doch :-) Auf jedenfall spielt sie alles gut und so als wenn es so wäre, und das gefällt mir sehr an ihr. In diesem Sinne Ciao
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