Von news.de-Mitarbeiter Sebastian Kempkens
Der fieseste Chef Deutschlands ist zurück. Fremdschämen ist angesagt, wenn Christoph Maria Herbst als Bernd Stromberg wieder fleißig durch Büro-Fettnäpfchen trampelt. Anspruchsvolle Comedy, auch in der vierten Staffel.
«Im Büro, da bist du entweder Gott oder Bratwurst», weiß Bernd Stromberg. Und er selbst tendiert eindeutig zu Letzterem. In der Rolle des Büro-Machos aus der Capitol-Versicherung schmeißt Christoph Maria Herbst (Wo ist Fred, Wickie und die starken Männer) auch in der mittlerweile vierten Staffel der Serie Stromberg mit Klassiker-verdächtigen Sprüchen um sich.
Die Handlung ist schnell erzählt: Als Ressortleiter spekuliert Stromberg auf die Gesamtleitung der Abteilung, scheitert denkbar knapp vor dem Ziel an seinem vorlauten Mundwerk und wird zur Strafe ins trostlose Finsdorf auf dem Land versetzt. Klar, dass sich der eitle Möchtegern-Frauenheld damit nicht abfinden kann. Und genauso klar, dass der Kampf um seine Rückkehr genug Stoff für eine spaßige Staffel bietet.
Zumal, da es Stromberg doppelt trifft. Als ob die schlichte Versetzung nicht reichen würde, wird auch noch eine Frau zu seiner Nachfolge ernannt: die ehemalige Kollegin Tanja Seifert (Diana Staehly), neuerdings verheiratet mit ihrem Kollegen Ulf Steinke (Oliver Wnuk). Eine solche Blamage kann der ehrgeizige Stromberg natürlich nicht auf sich sitzen lassen – und kämpft deshalb um seinen alten Posten.
Der Erfolg Strombergs gehört zum Konzept. Gerade, wenn es gut läuft, fallen die besten Sprüche und man schämt sich ein bisschen weniger fremd für seine peinliche Art. Als Ulf und Tanja in den Flitterwochen sind und der Abteilung Mitarbeiter fehlen, passiert es also: Stromberg bekommt seine Chance und rennt triumphierend durchs Büro: «Ein Riesencomeback!». Eine verhängnisvolle Entscheidung des Abteilungsleiters Becker (Lars Gärtner), denn Stromberg kündigt an: «Bei sowas bin ich ja wie die Zeugen Jehovas: Einmal drin, geh' ich so schnell nicht mehr».
Trotz des ersten Schocks, nur als einfacher Mitarbeiter und nicht als Chef eingeplant zu sein, schlägt sich Stromberg wacker und kämpft um die Herzen seiner Kollegen. Ganz besonders um das seiner jungen Tischnachbarin Jennifer Schirrmann. Und prompt fängt es an zu knistern, im Großraumbüro der biederen Versicherung.
Es ist immer noch unterhaltsam, dem gut aufgelegten Ensemble um Herbst beim Büroalltag zuzusehen. Bjarne Mädel geht in seiner Rolle als ständig verschwitzter Ernie Heisterkamp noch mehr auf, als in den drei Staffeln zuvor und stellt auch den Büro-Clown Ulf Steinke in den Schatten, der in manchen Szenen etwas einfallslos daherkommt. Die zur Chefin aufgestiegene Diana Staehly als Tanja Seifert spielt solide und gibt der Staffel einen interessanten Touch. Das besondere an Stromberg aber bleibt natürlich Stromberg, den Christoph Maria Herbst unglaublich sensibel interpretiert.
bla/news.de