Nachdem sich Tiger Woods auf unbestimmte Zeit vom Profi-Golf zurückgezogen hat, um seine Ehe zu retten, könnte es dafür schon zu spät sein. Angeblich will seine Frau nach Weihnachten die Scheidung einreichen.
Als Golfer hat er alles erreicht, jetzt will Tiger Woods ein «besserer Ehemann, Vater und Mensch» werden: Tiger Woods hat öffentlich zugegeben, seine Frau betrogen zu haben und sich eine Auszeit vom Profisport verordnet, um seine Ehe zu retten.
Glaubt man jedoch neuesten Gerüchten, könnte dieser Schritt zu spät kommen. Denn wie News of the World berichtet, soll Woods' Ehefrau Elin Nordegren planen, ihren untreuen Gatten nach einem letzten gemeinsamen Weihnachtsfest zu verlassen. Sie wolle leidglich ihren Kindern, der zweijährigen Sam Alexis und dem zehn Monate alten Charlie Axel, ein letztes Weihnachten mit der Familie gönnen. Laut dem britischen Boulevardblatt The Sun wurde sie inzwischen ohne Ehering gesichtet.
Die offizielle Trennung wird es sehr bald geben, weiß ein Vertrauter Nordegrens. Ihm zufolge soll die zweifache Mutter Tiger Woods bereits gesagt haben, dass sie ihn nicht mehr sehen wolle. Außerdem hat sie bereits in ihrer früheren Heimat ein Haus erworben. Ein Sprecher sagte, sie habe sich ein Haus auf der vor Stockholm liegenden Insel Faglaro gekauft, die nur per Boot zu erreichen sei. Die Verhandlungen hätten aber schon lange vor der Zeit begonnen, als über Woods Affären spekuliert worden sei.
Hinderlich für eine mögliche Versöhnung des seit fünf Jahren verheirateten Paares könnten die Spekulationen sein, der Profi-Golfer stehe noch immer mit seiner Geliebten Rachel Uchitel in Kontakt. Diese plauderte in der News of the World ein weiteres intimes Geheimnis aus: Woods und sie zogen früher durch die Clubs und suchten Frauen für Sex zu dritt.
Woods ist kein Aushängeschild mehr
Doch nicht nur privat steht die Lage nicht zum Besten, auch beruflich muss Woods die Konsequenzen seines Fehlverhaltens tragen. Nun hat der erste große Sponsor Tiger Woods den Rücken gekehrt.
Die Unternehmensberatung Accenture beendet ihren Werbevertrag mit dem Sportler. Der 33-jährige Woods sei nach den «Umständen der vergangenen zwei Wochen» nicht mehr der «richtige Repräsentant», teilte die Firma mit. Die weltweite Werbung von Accenture war seit sechs Jahren komplett unter dem Motto «Go on, be a Tiger» auf Woods zugeschnitten. Nun soll die Werbung sofort umgestellt werden.
Accenture hatte damit seinen Bekanntheitsgrad weltweit gesteigert, indem es auf Woods' Markenzeichen als Sportler - Integrität und Leistung auf höchstem Niveau - setzte. In einer Erklärung zum Ende der Werbepartnerschaft wünschte Accenture Woods und seiner Familie am Sonntag «nur das Beste».
Werbefachleute erklärten, die Accenture-Werbung sei derart auf Woods zugeschnitten gewesen, dass sie nach dessen erklärten zeitweiligen Rückzug aus dem Sport keinen Sinn mehr ergebe.
Neben Accenture hat einer seiner wichtigsten Werbepartner, der Rasiererhersteller Gillette, seine Werbekampagne mit Woods ausgesetzt, aber noch nicht endgültig beendet. Dies gelte für Fernseh- und Printwerbung genauso wie für öffentliche Auftritte.
Einige Sponsoren bleiben. Noch.
Der Uhrenhersteller Tag Heuer hingegen steht zu Woods: «Er ist der Beste auf seinem Feld», sagte Sprecherin Mariam Sylla in Genf. Sein Privatleben gehe das Unternehmen nichts an. «Wir werden weiter mit ihm arbeiten», sagte Sylla. Der Hersteller von Luxusuhren wirbt seit 2002 mit Woods, der lange als Inkarnation des integren Hochleistungssportlers galt.
Der US-Telefonkonzern AT&T sagte auf Anfrage, die Geschäftsbeziehung zu Woods werde geprüft.
Der 33-jährige Golfstar hat unter anderem auch Werbeverträge mit dem Sportartikelhersteller Nike und dem Energydrink Gatorade. Nike arbeitet seit 1996 mit Woods und ist damit einer seiner ältesten Sponsoren. Das Unternehmen teilte mit, Woods habe Nikes «volle Unterstützung». Gatorade wollte vorerst keine Stellung nehmen.
Tiger Woods ist dem Wirtschaftsmagazin Forbes zufolge der am besten verdienende Sportler der Welt. Sein Jahresverdienst wird auf etwa 130 Millionen Dollar (etwa 90 Millionen Euro) geschätzt. Durch seine Turniere und Auftritte sowie die Werbung für Getränke, Uhren, Sportartikel und Computerspiele war er laut Forbes kürzlich zum Milliardär geworden.
Die Folgen des Rückzugs
Der Präsident des US-Netzwerksenders CVS Sports and News, Sean McManus, sagte der New York Times, dass Woods' Entscheidung sich vom Profi-Golf zurückzuziehen, auf Dauer nicht ohne Konsequenzen für den Golfsport bleiben würde. «Natürlich haben wir schon in der Vergangenheit Turniere ohne Tiger ausgetragen. Aber wir alle wissen, wie viel besser sie laufen, wenn er ein Wochenende in Höchstform ist.»
Von Australien aus gab derweil der dreimal geschiedene Golfer John Daly zwei Tipps, wie Woods der Klatschpresse den Wind aus den Segeln nehmen könne: «Nicht wegen der Kinder in der Ehe bleiben, nicht wegen des Geldes - nur, wenn man sich liebt.» Und: «Er sollte mit seiner Frau zu (Talkshow-Queen) Oprah Winfrey gehen, alles rauslassen, die Wahrheit erzählen.»
nak/vock/news.de/dpa/ap