Von news.de-Mitarbeiter Armin Peter
Diesmal wurde die kleinste Band der Popstars-Geschichte gesucht. Das hatte Juror Detlef D! Soost zu Beginn der neuen Staffel verkündet. Nun haben sich Leo und Vanessa gegen 5200 Konkurrenten durchgesetzt.
Was kommt heraus, werden aufgeputschte Teenager-Emotionen mit einer ordentlichen Prise Hysterie, tränenreichen Rückblenden und Musik gepaart?
Richtig: Das Popstars-Finale 2009.
Ein buntes Effektfeuerwerk aus Licht und Sound soll zeigen, dass es heute um alles geht. Selbst Detlef «D!» Soost hat sich in Schale geworfen und legt mit seine Mitjuroren eine Eingangsperformance hin. Anschließend darf Keri Hilson die bis auf die äußersten Ränge mit kreischenden Teenies befüllte Arena in Oberhausen beschallen.
Die Moderatoren Giovanni Zarella und Charlotte Engelhardt beweisen gleich zu Beginn ihren unbedingten Willen, Spannungsbögen möglichst lange aufrecht zu erhalten. Nicht nur die Juroren müssen also «den Hintern zusammenkneifen», wie D! es formuliert. Das erste Finalduo steht mit Elif und Nik schon fest – doch die Verkündung des Gegenpaares lässt auf sich warten.
Endlich ist es doch vollbracht: Damara und Daniel haben den Einzug in die Endrunde nicht geschafft. Daniel nimmt das locker: «Mir als Oberhausener bedeutet es sehr viel, hier abtreten zu dürfen.» Nun also ist die Wahl auf Vanessa und Leo gefallen. Tränen der Rührung bei den Kandidaten, Gekreische bei den Fans – die Inszenierung ist perfekt.
Nachdem diese Formalie abgehakt ist, darf ein sonnenbebrillter Oliver Pocher großspurig ins Mikrofon prahlen, dass er beruflich hier wäre und bereits zwei Künstlerverträge dabei habe. Die Schlacht ist eröffnet: Elif und Nik versus Vanessa und Leo.
Eine Spannungskurve nach der nächsten
Doch noch geben die beiden Paare keinen einzigen Ton von sich. Stattdessen flimmern Rückblendungen aus der gesamten Staffel über die Leinwände der Arena: Die schönsten Momente von Leo und Vanessa, große Emotionen bei Elif und Nik, Juror Alex Christensen, der einen gescheiterten Kandidaten als «verkackten Honigkuchen» bezeichnet – es gibt nichts, was es nicht gibt.Irgendwo zwischendrin haben Mando Diao ihren Auftritt mit Nothing Without You – doch bevor man sich darüber freuen kann, geht es weiter mit immer neuen Rückblenden.
Dann endlich die große Ankündigung: Moderatorin Michelle Leonhard schwört das Publikum auf die erste Performance ein – aber nicht ohne vorher noch einmal eine Rückblende anzumoderieren: Die schönsten Momente von Elif und Nik. Nachdem wieder ein gefühlter Kubikmeter Tränen geflossen ist, dürfen dann gegen 21:20 Uhr erstmals diejenigen singen, um die es geht: Nik und Elif starten gemeinsam mit Rihanna in ihre Performance Please don’t stop the music. Die Jury ist begeistert und spart nicht an Lob. Aber die Konkurrenz folgt auf dem Fuße: Vanessa und Leo singen Umbrella - wesentlich stimmgewaltiger, harmonischer und sicherer als ihre Vorgänger, wie Juror D! anerkennend bemerkt.
Derweil basteln die Moderatoren Giovanni und Charlotte bereits an einer neuen Spannungskurve: Das Battle der Finalduos, die nun wieder gegeneinander antreten sollen.
Elif und Nik dürfen erneut den Anfang machen. Doch wie schon zuvor kann ihre Interpretation von We Are Broken nicht mit der viel authentischeren Performance von Leo und Vanessa mithalten, die sich sehr erfolgreich an Cry For You versuchen.
Im Anschluss daran singt Leona Lewis Happy bevor der Bandname, den das glückliche Gewinnerpaar tragen soll, verkündet wird. Passend zu den musikalischen Eintagsfliegen, die Popstars gern produziert, lautet er Some and Any. Im bisher weitgehend euphorischen Publikum sind laute Buhrufe nicht zu überhören.
D!: «Deine Zeit ist lang vorbei»
Die hochnervösen Endkandidaten werden nochmals auf die Bühne gejagt und singen zu viert Too Perfect. Als die letzten Takte verklungen sind fließen schon wieder Tränen. Eindringlich flehen beide Paare um die Stimmen der Zuschauer, die per Telefonabstimmung das Siegerduo küren.
Rihannas Song Russian Roulette ist die letzte Hürde vor der Bekanntgabe des Endergebnisses: Leo und Vanessa haben es geschafft. Die Bühne ersäuft in Glitzerkonfetti, ein Menschenknäuel aus Kandidaten, Eltern, Moderatoren und Jury wirft sich auf die beiden Gewinner.
Der lange und steinige Weg des Castings hat also immerhin zwei talentierte Leute zum vorläufigen Erfolg geführt. Some and Any haben jetzt den Zweck, fleißig Geld einzuspielen, bis es ihnen so geht wie Ex-Popstar Giovanni Zarella, zu dem Juror D! meinte: «Du magst ja ein ganz guter Moderator sein, aber deine Zeit ist lang vorbei.»
ped/reu/news.de