Von Michael Rossmann
Weil Live alle anderen Formate übertrifft, haben sich die öffentlich-rechtlichen TV-Sender ARD und ZDF für die Olympischen Winterspiele 221 Stunden Direktübertragungen vorgenommen. Für Sportfans bedeutet das lange Nächte.
Schuld an den «Night Sessions» ist die neunstündige Zeitverschiebung im Vergleich zu Kanada, wo die Olympischen Winterspiele in Vancouver über 17 Tage stattfinden. Es muss aber nicht jeder sich die Nächte um die Ohren schlagen, um informiert zu bleiben. Die Entscheidungen vieler Sportarten werden in der «Prime Time» übertragen. Von 18 Uhr bis 9 Uhr laufen die Live-Übertragungen.
«Zur besten Sendezeit am Abend werden viele Top-Ereignisse zu sehen sein», versprach ZDF-Sportchef Dieter Gruschwitz bei der Programmpräsentation in der kanadischen Botschaft in Berlin. «Das wird ein großer Vorteil für uns sein.» Das gilt beispielsweise für Skispringen oder für Biathlon, Lieblingssportart der deutschen Fernsehzuschauer. Für ARD und ZDF sind das garantierte Quoten-Renner.
Zu nachtschlafener Zeit laufen vor allem die Hallen-Sportarten wie Eishockey oder Eiskunstlauf. Am anderen Morgen bieten beide Sender zahlreiche Zusammenfassungen von den Höhepunkten des Vorabends. Zuschauern, denen das noch nicht genug ist, bieten die Sender noch mehr. Neben der Berichterstattung in den Hauptprogrammen senden ARD und ZDF auch auf zwei Digitalkanälen. Bei Eins-Festival und ZDF-Infokanal kommen weitere 250 Stunden Live-Berichterstattung hinzu.
Neben anderen prominenten Moderatoren wie Gerhard Delling und Katrin Müller-Hohenstein werden zahlreiche Ex-Sportler als Experten aus Kanada berichten. Zu den Experten der ARD gehören unter anderem die Olympiasieger Katarina Witt, Ricco Groß, Markus Wasmeier und Dieter Thoma. Das ZDF schmückt sich mit dem Fachwissen und dem Medaillen-Glanz von Sven Fischer, Jens Weißflog, Christoph Langen, Gunda Niemann-Stirnemann und Hilde Gerg. «Das kommen viele Goldmedaillen zusammen», sagte ARD-Moderator Michael Antwerpes.
Die Berichterstattung aus Kanada ist zugleich der Startschuss für den Regelbetrieb des HDTV-Standards: Durch die hochauflösende Fernseh-Technik versprechen sich die Sender «brillante Bilder in außergewöhnlicher Schärfe». «Das ist gerade beim Sport ein immenser Vorteil», sagte ARD-Programmdirektor Volker Herres und scherzte: «Das werden die schärfsten Spiele, die es je gegeben hat.»
Die beiden Sender wechseln sich in der Berichterstattung täglich ab. Beginnen wird das Erste am 12. Februar 2010 um 19 Uhr mit der Qualifikation des Skispringens sowie in der folgenden Nacht mit der Eröffnungsfeier. «Die Zusammenarbeit ist ja nicht neu», sagte ZDF-Chefredakteur Nikolaus Brender, erklärte aber auch, dass die finanziellen Rahmenbedingungen «uns zu einer noch intensiveren und rationelleren Zusammenarbeit gezwungen» haben.
kat/ped/news.de/dpa