Das Bild-Girl zum Nacktschütteln
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Nutzer von Smartphones seien bereit, für journalistische Texte zu bezahlen, meint die Axel Springer AG. Deshalb gibt es jetzt kostenpflichtige Apps für Bild und Welt. Zukünftig werden Nutzer für einiges, aber nicht für alles bezahlen müssen.
Der Verlag startet damit nun ein neues Geschäftsmodell für Bezahlinhalte im Internet. So soll eine zweite Säule der Einnahmen im Online-Segment neben den Werbeerlösen getestet werden, sagte Springer-Vorstand Mathias Döpfner.
Die Einführung habe den «Charakter eines Laborversuchs», so Döpfner. Da sich nicht vorhersagen lasse, wie sich die Zahlungsbereitschaft der Nutzer entwickelt, «können wir damit auch scheitern». Das finanzielle Risiko sei jedoch gering.
Die mobilen Anwendungen enthalten neben den aktuellen Nachrichten Eilmeldungen und aktuelle Sportergebnisse, die über eine Push-Funktion auf dem Display angezeigt werden. «Mit reinen Inhalte-Angeboten» seien keine wirtschaftlichen Erfolge zu erwarten, sagte Döpfner. Entsprechend enthält etwa die Bild-App eine Shake-it-Funktion, mit der das Bild-Girl des Tages durch Schütteln des iPhones Schritt für Schritt entblößt wird.
Döpfner erwartet für die Zukunft eine «Mischwelt» aus kostenpflichtigen und kostenfreien Angeboten. Nicht alles werde in der digitalen Nachrichtenwelt kostenpflichtig sein, für «sehr exklusive», spezialisierte und Mehrwertangebote hingegen werde Geld bezahlt werden müssen.
Für andere Smartphones als das iPhone von Apple sind die Anwendungen noch nicht verfügbar. Die iPhone-Nutzer bilden die Kernzielgruppe, 40 Prozent der Bild-Mobil-Leser greifen über ein iPhone auf die Inhalte zu. Springer vertreibt die neuen Anwendungen über den App-Store von Apple, das von jedem Download rund 30 Prozent der Gebühr erhält.
Der Aufbau einer eigenen Vertriebsplattform sei nicht geplant, sagte Christoph Keese, Springer-Konzerngeschäftsführer Public Affairs. «Bestehende Plattformen wie Google News sollten sich entsprechend entwickeln.»
Im Einführungsmonat kostet die Bild-App 79 Cent, danach 1,59 Euro im Monat. Mit einer täglichen PDF-Ausgabe der Printausgabe erhöht sich der Preis auf 3,99 Euro. Die Welt-App kostet zur Einführung 1,59 Euro, danach 2,99 Euro im Grundpreis und 4,99 Euro mit der täglichen Welt als PDF.
Für die gedruckte Zeitung gebe es keine Schutzreservate, sagte Döpfner. Inhalte exklusiv für die Printausgaben aufzuheben, sei ein Fehler und schwäche die «multimediale Strahlkraft einer Marke». Ein Abschotten der Zeitung werde diese nicht retten.
ped/juz/news.de/ddp
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