Von news.de-Mitarbeiterin Cornelia Wystrichowski
Auf die TV-Zuschauer kommt ein Fernsehjahr mit reichlich Sport und aufwendigen Filmen, aber nur wenig kreativen Ideen zu. Das bedeutet aber nicht, dass die Sender kein Geld ausgeben wollen. Ganz im Gegenteil.
Teure Filmspektakel, Sport ohne Ende, bloß keine Experimente: Ungeachtet der Wirtschaftskrise wollen sich die Fernsehsender im kommenden Jahr mit großen Materialschlachten gegenseitig die Zuschauer abspenstig machen. Auf Innovationen wartet man dabei vergeblich, üppige Spektakel nach Schema F sollen das Publikum 2010 vor den Bildschirm locken.
Von der rund 18 Millionen Euro teuren Neuverfilmung Moby Dick bei RTL über die vierteilige Adaption von Ken Folletts Bestseller Die Säulen der Erde auf Sat.1, die satte 30 Millionen Euro verschlang, bis zur Fußball-WM in Südafrika, für deren Rechte deutsche Sender Expertenschätzungen zufolge eine dreistellige Millionensumme locker gemacht haben.
Eine Ausgabe, die sich bezahlt machen dürfte: Die Weltmeisterschaft im Juni und Juli, die im frei empfangbaren Fernsehen von ARD, ZDF und RTL übertragen wird, hat eine eingebaute Straßenfeger-Garantie. Sie ist das wichtigste von insgesamt drei sportlichen Großereignissen, die 2010 auf dem Programm stehen: Schon im Januar geht es mit der Handball-Europameisterschaft in Österreich los, gleich im Februar folgen dann die Olympischen Winterspiele im kanadischen Vancouver.
Neuigkeiten aus der Showecke
Nach der Leibesertüchtigung ist der zwanzigste Jahrestag der Wiedervereinigung 2010 das nächste große Leitmotiv auf deutschen Mattscheiben: Wer gedacht hat, das Fernsehen habe in den vergangenen Monaten mit den ungezählten Beiträgen zum Jubiläum des Mauerfalls 1989 und Thomas Gottschalks Domino-Day am Brandenburger Tor sein Pulver verschossen, hat sich geirrt: Gleich mit mehreren Großproduktionen bleiben die Sender am deutsch-deutschen Themenkomplex dran – sei es mit der ARD-Miniserie Weißensee über eine Stasi-Familie in der DDR, dem zweiteiligen Zukunftsdrama Die Grenze auf Sat.1, in dem nach missglückter Wiedervereinigung die Mauer wieder aufgebaut wird, oder mit den Fluchtdramen Westflug (RTL) sowie Go West – Freiheit um jeden Preis, einem Zweiteiler auf Pro7.
Die ein oder andere spannende Entwicklung gibt es 2010 wenigstens in der Showecke, die ja zuletzt vor allem mit den Misserfolgen von Stars wie Johannes B. Kerner, Oliver Pocher oder Til Schweiger (Mission Hollywood) von sich reden machte: Wird Guido Cantz, Frank Elstners Nachfolger als Moderator von Verstehen Sie Spaß?, beim ARD-Klassiker genauso baden gehen wie einst Harald Schmidt? Wie macht sich Jörg Pilawa, der vom Ersten zum ZDF wechselt? Und wird die Kooperation von Pro7-Star Stefan Raab mit der ARD beim Eurovision Song Contest den Schlagerwettbewerb aus der Bedeutungslosigkeit retten?
Ansonsten bietet das Showprogramm die übliche lauwarme Mischung aus Dieter Bohlens Deutschland sucht den Superstar und Heidi Klums Germany’s next Topmodel, dazu gibt es neue Sendungen für die RTL-Stars Inka Bause (Die Farm), Christian Rach (Rachs Restaurant) und Oliver Geissen (18 – Forever Young). Im ZDF präsentiert Thomas Gottschalk sein Sommer-Wetten, dass ..? und wird mit einer Gala zu seinem 60. Geburtstag am 18. Mai geehrt.
Was kostet die Welt?
Die gute Nachricht: Eine Neuauflage der Dschungelshow Ich bin ein Star – Holt mich hier raus wird es 2010 nicht geben – dafür aber einige zum Teil recht interessante Filmprojekte. Frei nach dem Motto «Was kostet die Welt?» überbieten sich die Sender mit Großproduktionen. Die lange Liste reicht von der opulenten Verfilmung des Mittelalter-Bestsellers Die Wanderhure (Sat.1) mit Alexandra Neldel über Dieter Wedels zweiteiligen Finanzkrimi Gier (ARD) bis zur ZDF-Filmbiographie Dutschke über den Studentenführer Rudi Dutschke.
Außerdem im Angebot: der historische ZDF-Zweiteiler Dr. Hope mit Heike Makatsch als Vorkämpferin der Emanzipation und die Mankell-Adaption Kennedys Hirn mit Iris Berben in der ARD. Zudem gibt es etliche vielbeachtete Kinofilme zum ersten Mal im Fernsehen zu sehen, darunter Die Päpstin, Anonyma – Eine Frau in Berlin, Heinrich Breloers Buddenbrooks sowie John Rabe mit Ulrich Tukur als Lebensretter im China der 1930er Jahre.
Apropos Ulrich Tukur: Der schillernde Schauspielstar ist ab 2010 als neuer hessischer Tatort-Ermittler im Einsatz. Für Krimifreunde ist sein Debüt einer der Höhepunkte des Fernsehjahres – ebenso wie Dominik Grafs ambitionierte ARD-Miniserie Im Angesicht des Verbrechens, die eine verschachtelte Geschichte über einen Sohn russisch-jüdischer Einwanderer erzählt. Fans der Kultserie Lindenstraße können sich außerdem schon mal den 8. Dezember 2010 im Kalender vormerken: An diesem Tag feiert die Seifenoper ihren 25. Geburtstag – ein Jubiläum, das im Ersten natürlich ausgiebig gewürdigt wird.
bla/amg/news.de
Das Fernsehenverkommt immer mehr zum ausschalten.Die öffentlich rechtlichen sind nur noch zu verschiedenen Zeiten anzusehen,die Privaten haben gar keinen Respekt mehr vor den Zuschauern.Ständig werden laufende Sendungen gestört durch Einblendungen von Werbetrailern oder es wird während der ganzen Sendung was eingeblendet.Auch wenn in Haiti das Erdbeben war ist das kein Grund den Zuschauer mit Spendeneinblendungen zu belästigen.Es ist eine bodenlose Frechheit was die Privaten mit den Zuschauern machen.Und kein Politiker sagt da was.Nur die kleinen Leute werden zugemüllt mit Gesetzen und müssen sie einhalten.
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