«Hart aber fair»

Penisneid bei Plasberg

Von news.de-Redakteur Torben Waleczek

Auf die Größe kommt es an - zumindest bei der Moschee: Wie eine ARD-Talkrunde das Schweizer Minarett-Votum aufarbeitet.

Lester Maul (Was ist das?)

Wenn einer unbedingt beten will, sollte man ihm die Möglichkeit dazu geben. Der Muslim braucht sein Minarett wie wir unseren Kirchturm. Auf das Glockengebimmel am Sonntag in der Frühe könnte ich auch verzichten.

In Bergisch Gladbach haben die Muslime mit ihrem Gotteshaus alles richtig gemacht, findet Wolfgang Bosbach. «Wenn Sie da vorbeifahren», lobt der CDU-Politiker im ARD-Talk Hart aber fair, «würden Sie nicht einmal merken, dass da irgendwo eine Moschee ist». Eine unauffällige Fassade und ein eher bescheidenes Minarett, etwas abgerückt von der Straße - so dass die Anlage dem Flaneur aus der Mehrheitsbevölkerung nicht gleich ins Auge springt. Zumindest städtebaulich haben sich die Muslime in Bergisch Gladbach also gut integriert. Von einer offensiven Machtdemonstration des Islam keine Spur. Im architektonischen Schwanzvergleich liegt der Vorteil klar beim christlichen Abendland.

Ein Minarett-Votum wie in der Schweiz braucht hierzulande deshalb kein Mensch, darüber sind sich die Talkgäste bei Frank Plasberg schnell einig. Trotzdem gibt es da noch ein paar Fragen zu klären.

Sind die Schweizer alle bescheuert?
Volksentscheide haben es an sich, dass diejenigen, denen das Ergebnis nicht passt, die politische Urteilsfähigkeit des Volkes anschließend in Frage stellen. Bei Hart aber fair übernimmt diesen Part Aiman Mazyek, der Generalsekretär der Muslime in Deutschland. Die Eidgenossen seien der Propaganda von Rechtspopulisten auf den Leim gegangen, sagt Mazyek. Mit dem Minarett-Verbot verstoße die Schweiz eklatant gegen die Religionsfreiheit und falle zurück hinter die Errungenschaften der Aufklärung, die Demokratie habe Schaden genommen. Ganz anders sieht das Roger Köppel, Chefredakteur des Schweizer Magazins Weltwoche. Köppel gehört, wie er selbst zugibt, zu den 57 Prozent der Teilnehmer, die bei der Volksabstimmung für das Verbot waren. Er feiert das Votum seiner Landsleute als ein «leuchtendes Beispiel der Demokratie» - wohlüberlegt und klug abgewogen. «Die Leute haben über Monate diskutiert und am Schluss abgestimmt. Das muss man akzeptieren.»

Wie tief sitzt die Angst vor dem Islam?
Ziemlich tief. Zumindest beim gewöhnlichen Bürger, wie Roger Köppel bemerkt. Denn obwohl sich in der Schweiz fast alle Politiker, Gewerkschafter, Kirchenleute und Journalisten gegen das Minarett-Verbot ausgesprochen hatten, stimmte das Volk mehrheitlich dafür. CDU-Politiker Bosbach bringt die Lage, die auch auf die Verhältnisse in Deutschland zutreffen dürfte, auf den Punkt: «Ich kenne kein zweites Politikfeld, in dem die Unterschiede zwischen der öffentlichen und der veröffentlichten Meinung so groß sind wie beim Thema Islam.» Während also die europäischen Geisteseliten die Minarett-Entscheidung in den schärfsten Tönen verdammen, denkt sich die stille Stammtischmehrheit: Recht haben die Schweizer! Die Zuschauerreaktionen, die Plasbergs Assistentin gegen Ende der Sendung zusammenfasst, bestätigen diese Einschätzung.

Wie lässt sich ein gedeihliches Zusammenleben organisieren?
Grünen-Politikerin Bärbel Höhn («Ich komme aus einem Stadtteil, wo ganz viele Türken wohnen») möchte «gemeinsam mit den Menschen vor Ort» dafür sorgen, dass eine Moschee eine «Begegnungsstätte» der Kulturen wird. Transparent und offen für alle. So könne man den Leuten ihre Vorbehalte schon austreiben. Wolfgang Bosbach schlägt indes vor, dass die Muslime doch bitte die freiheitlich-demokratische Grundordnung anerkennen und ihre Töchter gemeinsam mit den Buben den Sportunterricht besuchen lassen sollen. TV-Moderator Michel Friedman macht einen Vorschlag zur Güte: «Der Islam darf nicht mehr als das Christentum, aber mit Sicherheit auch nicht weniger.»

Und wie war das gleich mit den Minaretten in Deutschland?
Volksabstimmung nicht notwendig. Bosbach: «Das regelt das deutsche Bauordnungsrecht.»

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«Hart aber fair»: Penisneid bei Plasberg » Medien » Nachrichten
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Leserkommentare (46)
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  • Kommentar: 46
  • 08.12.2009 18:40
von
Longus

Aber was ich eigentlich schreiben wollte...kein Wunder das die Herren sehr realitätsfremd sind. Wohnen sie doch in besseren Wohnvierteln wo sie mit den alltäglichen Vorkommnissen mit unseren Muslemischen "Mitbürgern" nicht konfrontiert werden. Leute wie Friedmann, der vor 2 Jahren als Kokainkonsument und Puffgänger entlarvt wurde, sollte man zu solchen Debatten eh nicht mehr einladen. Zumal er sowieso immer nur unkontrolliert dazwischen quatscht. Ein Herr Broder oder Giordano wären sicher eine bessere Wahl gewesen.

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  • Kommentar: 45
  • 08.12.2009 18:13
von
Longus

Auf Kreta gibt es eine alte Türkische Festung aus der Besatzungszeit. Leider gibt es auf dieser keine Pissoars. Aber in der Mitte zwischen Büschen u. kleinen Bäumen eine kleine, etwas zerfallene Moschee. Wer vorher im Museum für Kretische Geschichte war, u. erfahren hat wie unmenschlich u. gnadenlos die Türkische Besatzung mit den Kretern umgesprungen ist, hat keine Hemmungen mehr die ehemalige Moschee zweckentfremdet zu benutzen. Wie ich riechen konnte, war ich nicht der Erste. Im Museum hängt auch eine erbeutete Hakenkreuzfahne. Nie zuvor eine so böse Ausstrahlung (fast körperlich) gespürt.

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  • Kommentar: 44
  • 08.12.2009 13:25
von
ehrlich währt am längsten

"Hart aber gefährlich ?" Zunächst möchte ich mich bei Herrn Roger Köppel, Schweiz, wegen des rüden Umgangs entschuldigen. Zum Kommentar 41 wäre zu sagen, daß die Zuckereien eher Diabetes fördern und entbehrlich sind. Die Hagia Sophia mit Penditifkuppel ist eine beachtliche architektonische Leistung und ein Touristenmagnet. Ursprünglich Chr. Orthodoxie, wie heute im besetzten Teil Cyperns. Die Kirchen sind dort dem Verfall überlassen (Salamitaktik!). Das Rauumschiff zum Mars und weiter...wartet bereits auf Plasberg und Politiker, welche die Bodenhaftung verloren haben. Wo bleibt die Basis ???

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  • Kommentar: 43
  • 07.12.2009 12:18
von
Ole
Antwort auf Kommentar 42

Da hast du völlig recht,die drei größten Herausvorderung des 21.Jahrhunderts wird der Kampf um Trinkwasser(siehe auch das Problem Israels und der Nachbarn)und nicht mehr Öl sein,das Ansteigen des Wasserspiegels(Beispiele Venedig und die Inseln südlich von Indien)und vor allem die hohe Geburtenrate der muslimischen Länder im Vergleich Europas und Nordamerikas.Es gibt in der Zukunft viele junge muslimische Kämpfer,für die es verglichen mit Zentraleuropa keine menschenwürdige Lebenserwartung gibt,und man wird sich am Reichtum auch der Saudis bedienen.Von der Verarmung schwarzafrikanischer Völker gar nicht zu reden.

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  • Kommentar: 42
  • 07.12.2009 04:47
von
Longus
Antwort auf Kommentar 41

Gegen Äpfel, Kaffee und Zuckerwaren hat auch niemand etwas, nur etwas dagegen wenn mir im Religionsrausch ein Krummschwert über den Schädel gezogen werden soll, weil ich kein Moslem werden will...wie damals die Wiener z.B. Da es mit dem Krummschwert heute hier nicht mehr funktioniert, macht man es halt mit einer höheren Geburtenrate wie auch im Kosovo.

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