Kalender für 2010 Ein schönes Stück Zeitrechnung

Sternenzeit Kalender (Foto)
So fantastisch kann Realität aussehen: Kalender Sternzeit 2010. Bild: Palazzi Verlag

Wandkalender sind viel mehr als schnöder Pragmatismus. Wie ein schönes Bild, ein aufregendes Poster und gepflegter Blumenschmuck sind sie Accessoires. news.de hilft beim Auswählen für 2010.

Das Un(an)fassbare zum Anfassen

Seit jeher waren die Menschen fasziniert vom Himmel. So vielfältig das Firmament Eingang in den Alltag gefunden hat, so zahlreich waren die Bemühungen, das Un(an)fassbare des Himmels für uns fassbar zu machen. Der Kalender Die Vermessung des Himmels – Historische Sternenkarten aus dem Hause Weingarten zeigt anhand von Atlantenbildern aus mehreren Jahrhunderten, wie die Menschheit im Laufe ihrer Geschichte den Himmel zu systematisieren suchte. Beeindruckende Zeugnisse von den Versuchen, die Welt über der Welt zu verstehen. (voc)

Die Vermessung des Himmels – Historische Sternenkarten, Weingarten Verlag, Preis: 46 Euro

Schöne Kalender
Mehr als nur Jahresplaner

Fotos zum Zeit verbringen

Der Weg ist das Ziel, lautet ein etwas ausgeleiertes, aber dennoch wahres Sprichwort. Das Magazin Geo, ohnehin schon bekannt für seine großartigen Fotos, hat diesen Gedanken in einem Kalender verwirklicht: Traumpfade. Atemberaubende Aufnahmen, etwa aus der Luft von Wildpferden in Australien, von einer Landzunge vor dem St. Michael’s Mount in Cornwall, von Mönchen in einem Wasserfall in Vietnam oder der Basteibrücke in der Sächsischen Schweiz. Mit diesen Fotografien lässt sich viel Zeit verbringen, trotz der knappen, aber dennoch informativen Texte. Und so mancher dürfte fast schon traurig sein, wenn er zum nächsten Monat umblättern muss. Wenn nicht auch das nächste Foto wieder derart begeistern würde. (bla)

Traumpfade, Mohn Kalender, Preis: 49 Euro

Bizarre Formen, aber alles echt

Die Natur zeigt sich oft von ihrer wunderschönen Seite, kann uns immer wieder mit ihrer Einzigartigkeit überraschen. Aber es gibt immer noch Phänomene, die jenseits aller Vorstellungskraft liegen, vor denen man nur staunend stehen bleiben kann und Bilder, die die eigene Relevanz wieder gerade rücken. So wie die Bilder des Palazzi-Kalenders Sternzeit 2010. Als ob sich ein Grafikdesigner mit Science-Fiction-Faible bei Photoshop ausgetobt hätte, sieht man hier Spiralen, marmorierte Farbschleier und Nebel in Regenbogenfarben. Bizarre Formen und doch alles echt. Bilder aus dem All, eingefangen von den besten Teleskopen der Welt. (voc)

Sternzeit 2010, Palazzi Verlag, Preis: 44,80 Euro

Spieglein, Spieglein in der Natur

So schön die Natur an sich ist, so bizarr zeigt sie sich, wenn sie aus sich selbst ganz neue Bilder schafft. Wenn sich Berge, Bäume oder Felsen im Wasser spiegeln, so entstehen nicht einfach nur Doppelungen, sondern ganz eigenständige Bilder. Manche erinnern an Tintenkleckse, andere an Fantasiewelten. Der Schweizer Fotograf Roland Gerth hat mit seiner Kamera Momente eingefangen, in denen sich die Natur selbst verdoppelt. Von faszinierend bis verblüffend reichen die Attribute, mit denen man diese Bilder versehen könnte. (voc)

Spiegelungen, DuMont Kalenderverlag, Preis: 26,95 Euro

Faszinierendes Fernweh

Die Sonne Skandinaviens und Nordeuropas kann nicht dieselbe sein, die hierzulande scheint. Anders ist es nicht zu erklären, wie Geo die zwölf Aufnahmen für das Licht des Nordens zustande bekommen hat. Der purpurne Himmel über einer Kultstätte in Schweden, der zerrissene Himmel über Bornholm, ein leuchtend gelber Sonnenuntergang über der schottischen Isle of Mull oder die Polarlichter über dem finnischen Lappland – Aufnahmen, die Monat für Monat für Fernweh sorgen, die faszinieren und die trotz ihrer Romantik nie kitschig werden. (bla)

Licht des Nordens, Mohn Kalender, Preis: 29 Euro

Mediative Ruhe zum Aufhängen

Ein Blick müsste eigentlich genügen, um selbst den verstaubtesten EU-Bürokraten von der Unsinnigkeit ihrer Abschaffung zu überzeugen: Alleen. Sie geben dem schweifenden Blick Halt, schützen den Reisenden von beiden Seiten und wecken Neugier, was an ihrem Ende zu erwarten ist. Und verdeutlichen umso mehr, dass manchmal im Leben nicht nur der Weg das Ziel ist, sondern der auch noch wunderschön sein kann. Der Kalender Bäume und Alleen hat beeindruckende Bilder dieser «gemachten Natur» eingefangen und die meditative Ruhe für den Betrachter festgehalten. (voc)

Bäume – Alleen, DuMont Kalenderverlag, Preis: 22,95 Euro

Schrullige Katzen, Huldigung der Langsamkeit

Warum nicht einmal im Jahr der Katze gedenken? Das rätselhafte und launenhafte Geschöpf kann ruhig etwas Huldigung vertragen. Dass der Internationale Tag der Katze am 8. August gefeiert wird, verrät das schöne und aufwendig gestaltete Kalenderbuch Kuriose Gedenktage. Darin werden auch der Tag der Langsamkeit (29. Februar), der Welthurentag (2. Juni) oder der Tag der Vogelbeobachtung (7. Oktober) gefeiert - und zwar mit wunderbaren Illustrationen von Mehrdad Zaeri. Eine missmutige, hingekritzelte Katze. Zwei Menschen, die am Tag der Freundschaft unter einem Regenschirm hervorlinsen. Eine Frau, die am Tag des Meeres einen Wal schultert. Sie alle sind Begleiter für das neue Jahr. (amg)

Kuriose Gedenktage, Collection Büchergilde, Preis: 14,95 Euro

Schmetterlingssammlung der Lichtspielhäuser

Aufgespießt wie in einer Insektensammlung zeigt die Fotografin Sylvia Ballhause deutsche Filmtheater. Jedes Kino hat seinen eigenen festlichen Charme, der sich gerade im Vergleich der dokumentarischen Aufnahmen zeigt. Details wie der Sternenhimmel im Casablanca-Kino in Ochsenfurt, der üppige Deckenleuchter im Astra-Theater in Essen oder die Rundbögen im Saalbau-Filmtheater in Heppenheim treten so schärfer hervor. Sylvia Ballhause hat Perlen der Lichtspielhäuser aufgespürt und gut ausgeleuchtet in Szene gesetzt. Wer gern ins Kino geht, wird diesen Kalender lieben. (amg)

Deutsche Filmtheater 2010. Sylvia Ballhause, DuMont Kalender, Preis: 36 Euro

Busenkarriere und James Joyce

Ein Klassiker mit bösen, albernen und witzigen Texthäppchen, Karikaturen, Fotos und Zeichnungen ist der Rabenkalender - eine Boshaftigkeit oder ein brillanter Einfall für jeden Tag. Die Macher des Abreißkalenders haben kleine Schmuckstücke aus Literatur, Film oder Fernsehen ausgegraben. Eine Fotografie von Caruso mit Verehrerinnen, Karikaturen («Ich fühlte, tief im Innern bin ich berühmt») großartige Aussprüche von Heinz Erhardt: «Manchmal lehne ich mich völlig ab» oder Pamela Anderson: «Mein Busen hatte eine fabelhafte Karriere - ich bin einfach nur mitgetrottet». Ein historisches Werbeplakat rät zur Seife, damit die Leute hinter dem eigenen Rücken nicht tuscheln. Einfach nur großartig. (amg)

Der Raben Kalender für jeden Tag, Zweitausendeins, Preis: 14,95 Euro

Manhatten im Sehschlitz

Wer einmal versucht hat, in New York City zu fotografiren, kennt das Problem: Wie zum Teufel zwängt man die gigantischen Wolkenkratzer in das Sichtfenster der Kamera? Horst Hamann löst das mit extremen vertikalen Ausschnitten und das sieht ungemein schick aus. Fluchtlinien schießen wie Laserstrahlen über das Papier, schwindelerregende Aufnahmen vom Arm der Freiheitsstatue oder von sich im Himmel verlierenden Pfosten geben jedem Monat des Jahres 2010 einen ästhetischen Nervenkitzel und ein weltmännisches Gefühl. (amg)

New York City Vertical 2010, Edition Panorama, Preis: 39,95 Euro

Empathische Zahlenkolonnen

Eigentlich ist Mathematik nichts zum An-die-Wand-hängen. Sperrig ist sie, verkopft, die Kolonnen aus Zahlen und Zeichen so steril wie unverständlich. Nicht so in den Zeichnungen des Schweizers Eugen Jost. Bunt wie Blumenbeete sind seine Acrylzeichnungen, in denen Zahlen so aussehen, als hätten sie Empfindungen. Auf der Rückseite jedes Kalenderblattes ist Mathematik in einfachen, kurzen Sätzen erklärt. Wussten Sie, dass an jeder Ecke eines Polyeders gleich viele Flächen zusammenstoßen? Dass verschiedene dieser mathematischen Figuren in der Vorstellung Platons für das Universum stehen? Nein? Zeit für Mathematik an der Wand. (ped)

Alles ist Zahl, Schweizerische Mathematische Gesellschaft, Preis: 22,95, nur online erhältlich.

voc/ped/amg/bla/reu/news.de

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