Von news.de-Redakteurin Mara Schneider
Die Vampirsaga um Edward Cullen und Bella Swan geht in die zweite Runde. Mit neuem Regisseur bietet New Moon vor allem Action und Leidenschaft, doch ein bisschen mehr Zurückhaltung hätte der Verfilmung gut getan.
Gerade erst haben Edward Cullen (Robert Pattinson) und seine große Liebe Bella Swan (Kristen Stewart) ihre erste gemeinsame Krise bewältigt. In Teil eins der Vampirsaga Twilight musste Bella um ihr Leben fürchten, weil sie von einem bluthungrigen Vampir verfolgt wurde. Doch Edward und seine vegetarische Vampirfamilie waren rechtzeitig zur Stelle, um dem Bösewicht den Garaus zu machen und Bellas Leben zu retten.
Nun hätten der Vampir und seine menschliche Freundin ja eigentlich bis zu ihrem – oder zumindest Bellas – Lebensende glücklich und zufrieden miteinander leben können. Aber Roman-Autorin Stephenie Meyer hatte mit ihren Charakteren größeres vor. Bellas Fähigkeit, sich immer wieder in Gefahr zu bringen, stellt das junge Glück auch in New Moon auf eine enorme Zerreißprobe.
Es ist Bellas 18. Geburtstag, und entgegen ihrem Willen hat Edwards Schwester Alice im Haus der Cullens eine Überraschungsparty organisiert. Alles läuft gut, bis sich die tolpatschige Bella am Geschenkpapier schneidet. Edwards Bruder Jasper stürzt sich wie ein Berserker auf das Geburtstagskind, und auch die anderen Mitglieder des Vampirclans haben ihre Mühe, sich von der blutenden Bella fernzuhalten. Wenige Tage später sind sie fort.
Edward lässt Bella mit gebrochenem Herzen und dem Versprechen zurück, sie werde ihn nie wiedersehen. «Es wird sein, als hätte ich nie existiert.» Bella zerbricht beinahe an der Trennung, nur die Freundschaft zu dem Indianerjungen Jacob Black (Taylor Lautner) scheint sie noch am Leben zu halten.
Der Einstieg in den Film ist rasant. Nur wenige Minuten, nachdem sich der Kinovorhang geöffnet hat, liegt Bella auch schon reglos am Boden, ihre Seele taub vor Schmerz, nachdem ihr Liebster sie verlassen hat. Kurze Zeit später liegt sie trostsuchend in Jacobs Armen.
Wer das Buch, das dem Film zugrunde liegt, nicht kennt, wird sich an dieser Stelle einige Fragen stellen. Da es Regisseurin Catherine Hardwicke in Twilight verpasst hatte, ihren Charakteren genügend Zeit zu geben, sich zu entwickeln und ihre Beziehungen zueinander aufzubauen, wird der Kinogänger in der Fortsetzung New Moon vor einige Rätsel gestellt.
Im Gegensatz zu Hardwicke hält sich ihr Nachfolger Chris Weitz im zweiten Teil wesentlich genauer an die Romanvorlage. Doch er kann nicht innerhalb kurzer Zeit aufarbeiten, was zuvor versäumt wurde. So bleiben wiederum wichtige Details auf der Strecke, die dem Zuschauer das Seelenleben der Protagonisten verständlicher machen könnten.
Und doch hat New Moon einiges zu bieten. Weitz setzt diesmal auf eine gehörige Portion aus Melodramatik, Pathos und Sex-Appeal. So lässt Jacob Black Szene für Szene seinen Waschbrettbauch und seine stahlharten Muskeln spielen. Mit bedecktem Oberkörper ist er nur selten zu sehen. Zudem scheinen er und Bella von einer Beinahe-Kussszene in die nächste zu hetzen. Das wird selbst dem softesten Zuschauer irgendwann zu viel und auch die Dialoge leiden mitunter an dieser Verplattung.
Doch auch, wenn sich der eine oder andere Fan der Vampirsaga wie schon im ersten Teil bisweilen in seinen Erwartungen getäuscht sieht: Spätestens am Ende von New Moon werden die Rufe nach einer baldigen Fortsetzung nicht zu überhören sein.
Titel: New Moon – Biss zur Mittagsstunde
Originaltitel: The Twilight-Saga: New Moon
Regisseur: Chris Weitz
Hauptdarsteller: Kristen Stewart, Robert Pattinson, Taylor Lautner
Spielzeit: 131 Minuten
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2009
FSK: ab 12 Jahre
Kinostart: 26. November 2008