Von news.de-Redakteur Christian Vock
Pünktlich zum Jubiläum kommt mit Liebe Mauer der passende Film zum Mauerfall. Passend, weil der Film nicht mehr verspricht als er leisten kann. Herausgekommen ist eine unterhaltsame Ost-West-Liebeskomödie ohne die üblichen Plattheiten.
Seit dem Mauerfall sucht der deutsche Film nach Möglichkeiten, mit der DDR und ihrem Erbe umzugehen. Wie verarbeitet man filmisch einen Unrechtsstaat, der aber immer noch Teil der Identität vieler Deutscher ist? Manchmal geht das am besten mit Humor, manchmal geht gerade das aber auch ziemlich in die Hose.
Um gleich die Luft rauszulassen: Liebe Mauer, der am Donnerstag in den deutschen Kinos anläuft, gehört nicht zu letzteren. Er gehört nicht dazu, weil ihm viele Spagate auf einmal gelingen. Der Spagat, dass Ost und West ihr Gesicht bewahren, das Unrecht aber deutlich beim Namen genannt wird. Der Spagat, die hohe Politik aufs einfache Volk herunterzubrechen, indem es zeigt, wie das Volk einfach Politik macht. Und zuletzt den Spagat, den wichtigsten Moment der jüngeren deutschen Geschichte zu erzählen und dabei den Zuschauer zu unterhalten.
Worum geht es? Studentin Franzi (Felicitas Woll) zieht im Herbst 1989 nach Westberlin direkt an die deutsch-deutsche Grenze. Auf dem Wachturm auf der anderen Seite der Mauer schiebt der junge Soldat Sascha (Maxim Mehmet) seinen Dienst. Doch nicht, weil er einsteht fürs sozialistische Vaterland, sondern weil er damit einen Studienplatz in Medizin bekommt. Man sieht sich, man trifft sich, man verliebt sich. Um dem Ärger zu entgehen, treffen sich Franzi und Sascha heimlich, doch es dauert nicht lange, bis die Geheimdienste auf die beiden aufmerksam werden. Ein Identitätstausch zwischen Franzi und Saschas bester Freundin Uschi (eine herrlich überdrehte Anna Fischer) soll den beiden ihr Zusammensein erleichtern, macht aber alles nur noch komplizierter. Die Situation droht zu eskalieren, auf den Straßen Berlins genauso, wie in der Liebe. Doch da war doch noch etwas im November 1989 ...
«Viele Menschen haben die Bilder von damals noch im Kopf. Aber wir müssen Bilder finden, um sie auch den jungen Leuten von heute zu vermitteln», erklärt Produzentin Heike Wiehle Timm das Ansinnen des Films. Und was könnte bei Jugendlichen besser und intensiver wirken als eine Liebesgeschichte. Dementsprechend ist Liebe Mauer beides geworden, eine klassische Lovestory mit all ihren Irrungen und zugleich ein kleines Porträt zweier deutscher Staaten am Vorabend der Wende. Zusammen ergibt das ein politisches Gemütsprotokoll, einen Schnappschuss als die Mauer fiel.
Die Werkzeuge, mit denen Liebe Mauer (seine) Geschichte erzählt sind Humor, Liebe und Spannung. Der Film spielt mit Klischees ohne in Plattheiten und Vorurteile zu verfallen. Man kann sich auf die deutsch-deutschen Schenkel klopfen, ohne blaue Flecken davonzutragen. Es verliert niemand sein Gesicht, es sei denn, es trägt die Maske der Unmenschlichkeit. Liebe Mauer hat seine Figuren lieb und die Darsteller geben diese Liebe zurück. Mit witzigen Dialogen und authentischem Spiel geleiten Woll und Co. durch eine unterhaltsame Liebesgeschichte und die letzten Atemzüge der DDR. Trotz der Geradlinigkeit, mit der der Film auf den erwarteten Moment der Maueröffnung zusteuert, schafft es Regisseur und Drehbuchautor Peter Timm die Spannung hoch zu halten. Alles kann, nichts muss.
Und so hält der Film Kurs auf den Moment, auf den Deutschland 40 Jahre lang warten musste. Und wer nicht tot ist, der bekommt beim Anblick der Bilder auch nach so langer Zeit noch eine Gänsehaut. Ein Film der nicht in die Hose geht, sondern ans Herz.
Titel: Liebe Mauer
Regie: Peter Timm
Darsteller: Felicitas Woll, Maxim Mehmet, Anna Fischer, Thomas Thieme, Karl Kranzkowski
FSK: ab 6 Jahren
Filmlänge: 107 Minuten
Kinostart: 19. November 2009
Unrechtsstaat – einer unter vielen,wie auch die BRD,USA, GB,Frankreich, &, &, &, .. Mit dem Unterschied,dass in der DDR jeder im Rahmen des dort geltenden Rechts,sein Recht ohne Ansehen nach Geld oder Stand bekam.Hierzu Lande braucht man Geld dafür.Die Regierenden waren rechtlich unantastbar.Aber das nennt sich ja wohl Weltweit juristische Immunität.Das DDR-Recht basierte auf dem Rechtsystem der Weimarer Republik mit zusätzlichem Schutz der Werktätigen vor Ausbeutung des Menschen durch den Menschen.Ein Unding in der BRD,in der mit Arbeitslosigkeit Andersdenkende Mundtot gemacht werden.
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