Von news.de-Redakteurin Julia Zahnweh
Die erste Kandidatin von Germany's Next Topmodel hat sich aus den Knebelverträgen des TV-Formats befreit. Bei Model Hana Nitsche werden ProSieben und Heidi Klum in Zukunft nicht mehr mitkassieren. Sittenwidrig seien die Verträge, so der Vorwurf.
Dass das Model-Geschäft knallhart sein kann, das hat auch Vorzeige-Topmodel Heidi Klum noch nie bestritten. Aber dass sie selbst mit Knebel-Verträgen mit dafür sorgt, dass Nachwuchsmodels diese Schattenseite der Modewelt schon zu Beginn ihrer Karriere am eigenen Leib zu spüren bekommen, hat sie bisher verschwiegen.
Raus kam es nun, weil es Hana Nitsche als erste ehemalige Germany's-Next-Topmodel-Kandidatin gelungen ist, sich aus diesen Verträgen zu lösen. «Das ist das Beste, was mir und meiner Karriere passieren konnte», zitiert Bild das Model. Sie freue sich darüber, endlich unabhängig zu sein und selber über sich und ihre Karriere bestimmen zu können, sagte die 23-Jährige, die 2007 den dritten Platz in der zweiten Staffel der Show belegte. «Die Verträge sind sittenwidrig», lässt sich ihr Anwalt zitieren. «Ausserdem sind die Papiere völlig intransparent, ohne Anwalt nicht zu verstehen!», fügt er hinzu.
Aus welchen Gründen die Verträge nun aufgelöst wurden, ist bisher nicht bekannt. Aber allein die Vermutung, dass sie sittenwidrig sind, könnte ein großes Imageproblem für Heidi Klum und das TV-Format bedeuten. Und ein finanzielles, sollten sich weitere Ex-Kandidatinnen der Sendung ein Beispiel an Nitsche nehmen.
Nach einem Bericht der Bild bindet ProSieben alle Kandidatinnen von Germany's Next Topmodel jahrelang mit Verträgen an sich und an die Modelagentur Face your Brand, die jedoch eine 100-prozentige Tochterfirma des Senders ist. Im ersten Jahr müssen die Models 40 Prozent ihrer Einnahmen abgeben, im zweiten Jahr 35 und im dritten noch 30 Prozent. Nach Kenntnissen von Bild sind rund 20 Prozent normal.
Darüberhinaus verfügen die Verträge angeblich noch über eine besondere Klausel: Der Vertrag kann vom Sender für weitere zwei Jahre verlängert werden - auch ohne Zustimmung des jeweiligen Models. Außerdem darf ProSieben ebenfalls ohne weitere Absprache die Marken- und Bildrechte an die Heidi Klum GmbH & Co. KG weitergeben - an die Firma von Klums Vaters Günther.
Damit ist nun für Hana Nitsche, die bereits für VOLVO und das US-Magazin Harper´s Bazaar vor der Kamera stand, Schluss. Sie will nun beweisen, dass man «auch ohne den Namen Klum erfolgreich sein» kann.