Das hat die Welt noch nicht gesehen
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Von news.de-Redakteur Christian Vock
Artikel vom 12.11.2009
Was machen Sie eigentlich am 21. Dezember 2012? Keine Ahnung? Dann nehmen Sie sich lieber noch nichts vor. An diesem Tag, so viel sei verraten, geht nämlich die Welt unter. Und das mit Pauken und Trompeten, wie wir nun im Kino sehen können.
Die Mayas sollen es gewusst haben. Ebenso die merkwürdigen Menschen in der Fußgängerzone mit ihren Pappschildern und den «Das Ende ist nahe»-Rufen: Kurz vor Weihnachten 2012 ist Schluss mit lustig. Doch diesmal ist nicht der Mensch Schuld am Ende des Planeten. Diesmal ist es einfach Pech.
Infolge einer ungünstigen Planetenkonstellation fängt es auf der Sonne an, so richtig zu brodeln, was wiederum den Erdkern zum Kochen bringt. Ein pfiffiger Wissenschaftler (Chiwetel Ejiofor) hat’s bemerkt und so schmieden die Regierungen der Welt, natürlich im Geheimen, bis es soweit ist, am Plan B. Der sieht vor, das Überleben der Menschheit durch das Retten einiger Tausend zu sichern. Mehr geht nicht. Wer zu den Auserwählten zählt, das entscheiden die Gene und der Geldbeutel. Und dann ist es plötzlich soweit. Das Ende der Welt beginnt mit kleinen Rissen in der Erde …
So zumindest sieht die Version des Weltenendes bei Regisseur Roland Emmerich aus. Und wer dessen bisherige Untergangsszenarien Independece Day oder The Day After Tomorrow kennt, der weiß, dass es der Schwabe mit einer moralisch-philosophischen Abhandlung des Themas nicht so hat. 2012, Emmerichs Vision der Apokalypse ist eine fast ausschließlich visuelle. Dementsprechend unaufwändig gerät die Handlung, die er um den Untergang herum strickt. Ein erfolgloser Schriftsteller (John Cusack) erfährt per Zufall von dem drohenden Ungemach und schnappt sich seine Kinder, die Ex-Frau (Amanda Peet) und deren Neuen und flüchtet mit allen (Verkehrs-)Mitteln vor den übers Land hereinbrechenden Erdbeben, Vulkanausbrüchen und Tsunamis. Während um ihn herum die Welt im wahrsten Sinne des Wortes zusammenbricht, versucht der Fluchthelfer alles, um ebenfalls von der Regierung gerettet zu werden.
Zugegeben, wenn die Welt auf der Leinwand untergeht, ist das nicht mit einem «schee war’s» abzuhandeln. Für das Größtmögliche braucht es auch die passenden Bilder. Und hier hat sich Emmerich so ganz und gar nicht lumpen lassen. Was der Zuschauer bei 2012 an visuellen Effekten zu sehen bekommt, das hat er, und das kann man ohne falsche Bescheidenheit sagen, in einer solch fulminanten Art im Kino noch nie gesehen. Emmerich schafft seine ganz eigene Ästhetik des Untergangs und die folgt jede Sekunde dem Motto «mehr ist mehr». Hier bricht ein Vulkan nicht einfach aus und in der Ferne sehen wir dann die Rauchwolke. Hier reißt nicht einfach die Erde auf und man muss aufpassen, wo man hintritt. Nein, bei 2012 steht man mitten im Epizentrum, wenn einem Bäume und Häuser um die Ohren fliegen, wenn die Erde sich selbst verschlingt und das Meer den Planeten ertränkt.
Natürlich, und auch das ist für einen Emmerich-Film nichts Untypisches, versucht der Regisseur aus dem Ländle manches noch amerikanischer zu machen als es die Amerikaner selbst getan hätten. Dementsprechend hat auch 2012 seine überpathetischen und Helden huldigenden Momente, wird hier und da ein wenig zu dick aufgetragen. Gerade in den Szenen, in denen Emmerich doch einmal Zeit zum Nachdenken über Moral und Unmoral lässt. Der Rest ist ein einziges Schaulaufen dessen, was die Computer und Symbolbilder hergeben. Und so geht die Erde natürlich nicht in Kleinkleckersdorf unter, sondern im Vatikan mit einem einstürzenden Petersdom. Doch das Zuviel an Pathos macht 2012 mit seiner atemberaubenden Bilderflut mehr als wett.
Deshalb ist von 2012 nur reinstes Popkornkino zu erwarten. Und das ist auch völlig in Ordnung so: Wo Emmerich drauf steht, war bisher eben auch immer Emmerich drin. Bei 2012 sogar noch ein bisschen mehr, der Film ist der zu erwartende Blockbuster geworden und das auch wie zu erwarten gut. Denn spektakulärer ist die Welt noch nie untergegangen.
Titel: 2012
Regie: Roland Emmerich
Darsteller: John Cusack, Amanda Peet, Chiwetel Ejiofor, Woody Harrelson, Danny Glover, Thandie Newton, Oliver Platt
Filmlänge: 158 Minuten
FSK: ab 12 Jahren
Kinostart: 12. November 2009
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Der Mensch ist die Krone der Schöpfung. Er allein hat es in der Hand, die Umstände seinem Willen und seiner Vorstellungen anzupassen. Nur das ist menschlich! Führen die Umstände aber ein Eigenleben, so ist dies nicht unabänderbar. Der Mensch hat seinen Machtbereich zu erweitern. Die menschlichen Vorstellungen müssen sich auch in Kunst umsetzen, was für diesen Film nicht gilt. Regierungen, die in der gemeinen Flucht den Ausweg sehen und dann auch noch zu Beutelschneidern werden, sind Versager. Dieses Menschenbild hat keine Größe, sie ist der Katastrophe unwürdig, Herr Emmerich.
jetzt antwortenKommentar meldenNatürlich wird unsere "Welt" irgendwann einmal "untergehen".Das wird nicht das erste,und nicht das letzte Mal sein.Davon sind viele Wissenschaftler überzeugt.Ob daran die Menschen selbst Schuld haben,oder eine unabwendbare Naturkatastrophe das bewirken,sei dahingestellt. Es heißt nicht umsonst : Die Erde braucht uns (Menschen) nicht - aber wir brauchen die Erde (um zu leben).Wann genau der nächste "Untergang" statt- findet,können weder die Maya voraussagen,noch sonstwer.Man wird mindestens überrascht sein.....
jetzt antwortenKommentar meldenhi, weil's so schön war und für die, die es noch nicht mitgekriegt haben, wird der Weltuntergang am 22. 12. 2012 wiederholt ;-)
jetzt antwortenKommentar meldenda geb ich Dir recht , Mayday ist doch ne scheiß Spassbremse.Der soll doch in den Keller gehen und den Strick nicht vergessen
jetzt antwortenKommentar meldenAlso Kolleege ich denke wie der Maya Kalender berechnet wird hat erst mal mit dem Gregorianischen Kalender nichts zu tun, und ich denke das du von dem Maya Kalender überhaupt keine Ahnung hast. Wenn Du meinst das geld für den Film sollte man lieber in Forschung stecken , empfehle ich Dir werd doch Missionar.
jetzt antwortenKommentar meldenDer Maya-Kalender berechnet dergleichen Unsinn überhaupt nicht; es ist weder klar, wie er zum gregorianischen ins Verhältnis zu setzen ist, noch, was er überhaupt genau berechnet. Viel interessanter ist, dass Herr Emmerich mit Genuss der Sucht nach solch aufwühlenden Bildern frönt, die an Szenarien einstiger realer Großkatastrophen heranreichen. Wie sie in dieser modern belebten Form vom Hirn der Zuschauer in die Außenwelt hinein wirksam werden,weiß keiner. Jedenfalls wurden wieder mal Millionen Euro in Technik und Suchtbefriedigung statt -prophylaxe und Aufklärung gesteckt.
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