Das endgültige Aus für die Netzeitung scheint gekommen: Sie soll künftig nur noch als «automatisiertes Nachrichtenportal» geführt werden, zwölf Festangestellte verlieren ihren Job. Der Betriebsrat läuft Sturm.
Das Internet-Medium Netzeitung wird seine Redaktion zum Jahresende entlassen. Aus wirtschaftlichen Gründen werde die Internetzeitung künftig ausschließlich als «automatisiertes Nachrichtenportal» geführt. Das teilte eine Sprecherin des Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg (MDS) mit. Damit wird die Netzeitung keine von der Redaktion eigengeschöpften Meldungen mehr veröffentlichen. Der Betriebsrat reagierte empört.
Das bisherige Konzept könne nicht beibehalten werden, sagte die Sprecherin weiter. Die Teletextaktivitäten der Netzeitung seien davon aber unberührt und sollten in Zukunft eine stärkere Rolle in der Gruppe spielen. Den Redakteuren werde betriebsbedingt gekündigt. Von zwölf fest angestellten Mitarbeitern ist die Rede. Die Netzeitung war im Frühjahr 2000 in Norwegen von Online-Journalisten gegründet worden, hatte seitdem verschiedene Eigentümer und ist seit April 2009 im Besitz des Kölner Medienhaus M. DuMont Schauberg (MDS).
«Diese Maßnahme ist völlig unverständlich», sagte Renate Gensch, Konzernbetriebsratsvorsitzende der zu MDS gehörenden BV Deutschen Zeitungsholding, die neben der Netzeitung auch die Berliner Zeitung und den Berliner Kurier hält. Der MDS-Vorstand für Unternehmensstrategien rede von «Paid-Content» und im gleichen Atemzug werde das Personal der Netzeitung abgebaut, statt die Kollegen und ihr Know-how in die Online-Aktivitäten für die Berliner Zeitung und den Berliner Kurier einzubinden.
«Vor drei Monaten erklärte MDS, dass sie lieber die Redakteure für die Online-Aktivitäten aus dem eigenen Haus gewinnen wollen als sie extern einzukaufen», hieß es vom Betriebsrat der Netzeitung. «Unsere betriebsbedingten Kündigungen sind genau das Gegenteil von dem, was öffentlich vom MDS-Vorstand erklärt worden ist.»
amg/bla/news.de/dpa
und wieder stirbt ein vertrautes nachrichtenportal. eine schande, da die marke NETZEITUNG wirklich besseres verdient hätte als als «automatisiertes Nachrichtenportal» zu enden. wer soll das noch lesen?
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