Seit Tagen wird in Berlin gewerkelt und abgesperrt, zum zweiten Mal werden in der deutschen Hauptstadt die MTV Europe Music Awards vergeben. Anders als sonst findet die Veranstaltung in diesem Jahr jedoch gleich an zwei Orten statt. Favoriten auf die Trophäen sind Lady Gaga und die Kings of Leon.
Robbie Williams hat zwar abgesagt, dafür sind U2, Tokio Hotel, Shakira, Green Day, die Foo Fighters und die Backstreet Boys dabei. Wenn heute die MTV Europe Music Awards (EMAs) in Berlin verliehen werden – dort, wo sie 1994 zum ersten Mal stattfanden –, steigt die Show 20 Jahre nach dem Mauerfall gleich an zwei Orten: U2 spielen gratis am Brandenburger Tor, zentraler Schauplatz ist die O2 Arena in Friedrichshain. Moderiert wird die Show des Musiksenders von Katy Perry, ab 21 Uhr wird live gesendet.
Wer die begehrten Trophäen in 13 Kategorien bekommt, darüber konnten die Zuschauer im Internet abstimmen. Vergeben werden sie unter anderem für den besten Song, die besten Künstler und die Newcomer des Jahres. Favoriten gibt es genug, mit je fünf Nominierungen führen Lady Gaga (Pokerface) und die Kings of Leon (Use Somebody) das Feld an, als beste Solomusiker gehen Eminem, Jay-Z, Kanye West und Mika ins Rennen. Auch Robbie Williams steht zur Wahl – trotz seiner Absage. Und bei den Frauen? Als «Bester weiblicher Act» sind neben Lady Gaga auch Beyoncé, Leona Lewis, Shakira und Gastgeberin Katy Perry nominiert.
Bei den Bands ist die stilistische Bandbreite etwas größer. Neben den Kings of Leon buhlen die Black Eyed Peas, Green Day, die Jonas Brothers und Tokio Hotel um einen Preis. Die finnische Rockband Deep Insight, der russische Star Dima Bilan und die polnische Sängerin Doda haben sich ebenfalls qualifiziert. Außerdem stimmten die Fans in der regionalen Vorauswahl für die italienischen Poprocker Lost und die türkische Rap-Rock-Band MaNga. Der deutsche Kandidat für den besten «European Act», die Band Silbermond, ist dagegen aus dem Rennen.
Lobreden halten darf in diesem Jahr eine bunt gemischte Prominentenriege, angefangen bei Boris Becker über die US-Boyband Jonas Brothers, Sängerin Juliette Lewis und das Model Bar Refaeli bis hin zu Schauspieler David Hasselhoff und Profiboxer Wladimir Klitschko. Und Robbie Williams? Der hat seinen Auftritt aus «Terminproblemen» abgesagt. Andere PR-Verpflichtungen aber will er wahrnehmen. So soll der Sänger, der derzeit an seinem Comeback arbeitet, am 7. November Gast in der ZDF-Show Wetten, dass..? sein. Bei seinem Live-Auftritt in London und einem Mini-Konzert in Berlin wurde er umjubelt, morgen erscheint sein neues Album Reality Killed The Video Star.
U2 werden als Auftakt zu den Mauerfall-Feierlichkeiten gegen 18.30 Uhr vor 10.000 Fans vier Lieder spielen, ihr Auftritt wird live in die Show übertragen, für die Eintrittskarten in diesem Jahr über Gewinnspiele zu bekommen waren. Die irische Band hatte sich 1990 in Berlin niedergelassen und ihr berühmtes Album Achtung Baby in den Hansa Studios aufgenommen, direkt an der Mauer. «Es ist ein aufregender Ort, um zu spielen, fast 20 Jahre nach dem Fall der Mauer. Es dürfte ein großer Spaß sein», erklärte U2-Manager Paul McGuinness auf der Homepage der Band. Die Freikarten waren nach wenigen Stunden vergriffen. Berlins Regierender Bürgermeister Klaus Wowereit (SPD) sagte, es sei «eine große Ehre, dass MTV seine Regeln bricht und die Awards erstmals zum zweiten Mal in derselben Stadt ausrichtet.»
Für die Fans hat der Sender strenge Regeln erlassen: Jugendliche unter 18 Jahren dürfen nicht zur Show, sagte ein Sprecher des Musiksenders und bestätigte damit einen Bericht der Berliner Zeitung. Dies sei notwendig, da die Verleihung eventuell bis nach Mitternacht gehe und dann nur noch Volljährige dabei sein dürften.
Auch für das Gratiskonzert von U2 gibt es spezielle Maßnahmen: Bauzäune rund um den Pariser Platz sollen allen Fans ohne Tickets die Sicht auf die Bühne vor dem Brandenburger Tor versperren. Wer ein Ticket ergattern konnte, darf vor die zwei Meter hohen Absperrungen. Die seien notwendig, damit der Zugang zu Firmen und Geschäften nicht blockiert werde, erklärte der Veranstalter.
Erstmals vergeben wurden die EMAs vor 15 Jahren, ebenfalls in Berlin. Seitdem wechselt der Veranstaltungsort jährlich. Seit der ersten Vergabe gab es rund 190 Ehrungen, unter anderem für Eminem (acht), Britney Spears (sieben), sowie Muse, The Prodigy und Justin Timberlake (je fünf).
bla/nak/news.de/ddp/dpaWollen Sie wissen, wie es bei dem Thema weitergeht?
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