Frust statt Ferienlaune - oder Kinospaß
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Von Dorit Koch
Artikel vom 05.11.2009
Ein Urlaub bringt die Ehe wieder ins Lot. Das denken sich auch Cynthia und Jason in der neuen Beziehungskomödie All Inclusive. Aber vielleicht hätten sie die Finger vom Gruppenrabatt lassen sollen. Das Publikum dankt ihnen die Billigreise jedenfalls nicht.
Privat träumt Hollywoodstar Vince Vaughn vom Ehe- und Familienglück. Der Ex von Amerikas Liebling Jennifer Aniston galt als Womanizer, bis er sich Anfang dieses Jahres mit Freundin Kyla verlobte.
«Natürlich will ich heiraten und möchte unbedingt Kinder haben», sagte der 39-Jährige, als er seinen jüngsten Film All Inclusive in Deutschland vorstellte. Bei Fragen nach dem Hochzeitstermin lächelt der 1,96-Meter-Mann mit dem Image des Kumpeltyps stets charmant und meint: Einen festen Termin gebe es noch nicht. Vielleicht, weil er sich erst einmal in allen möglichen Beziehungsproblemen austoben will - auf der Leinwand. Denn nach Trennung mit Hindernissen an der Seite von Aniston dreht sich auch in All Inclusive alles um dieses Thema.
Diesmal soll der Beziehungsstress unter Palmen therapiert werden, auch wenn drei der vier befreundeten Paare alles andere als das im Sinn hatten. Eigentlich tritt nur ein Pärchen, Cynthia und Jason (Kristen Bell und Jason Bateman) die Reise an, um mit Hilfe der therapeutischen Angebote im Resort «Eden» auf der Südsee-Insel Bora Bora seine Ehe zu retten. Die anderen wollen Sonne und Spaß, Jetski und Cocktails - von der Teilnahmepflicht an Gruppenübungen und Sitzungen beim Therapeuten erfahren sie erst an Ort und Stelle. Während in einem anderen Teil der «Eden»-Anlage Singles rund um die Uhr Vergnügen haben, müssen die Bewohner des Therapie-Resorts beim esoterischen Paar-Guru (Jean Reno) und zu merkwürdigen Übungen beim muskulösen Yoga-Lehrer antreten.
Die Ferienlaune schlägt um in Frust - im Film wie im Verlauf der knapp zweistündigen Komödie auch beim Publikum. Zwar katapultierte All Inclusive am Startwochenende in den USA an die Spitze der Kinocharts, aber das ist wohl vor allem ein Verdienst von «Mr. Sunshine»: Vaughn (Die Hochzeitscrasher) lieferte die Idee und schrieb mit am Drehbuch, ist Hauptdarsteller und Produzent. Zudem wirken Schauspieler wie Sex and the City-Star Kristin Davis und Kristen Bell (Nie wieder Sex mit der Ex) unter der Regie von Peter Billingsley mit. Auch Jon Favreau (Iron Man), der mit Vaughn schon mehrfach zusammenarbeitete, fungiert diesmal wieder als Drehbuchschreiber und Darsteller.
Doch die Story der allenfalls mittelmäßigen Komödie ist dünn und derart mit Klischees behaftet, dass man geradezu dankbar für jeden gelungenen Gag ist. Beginnt der Films noch verheißungsvoll - etwa wenn das zur Reise anstiftende Pärchen seine Beziehungsprobleme den Freunden in einer Power-Point-Präsentation darlegt -, wird man unter der Sonne Bora Boras zunehmend müde angesichts der langen, selten wirklich komischen Dialoge und vor allem der vorhersehbaren Handlung. So seicht wie das türkisblaue Wasser im Südsee-Paradies plätschert auch der Film vor sich hin. Selbst die traumhaften Bilder von Bora Bora können dafür nicht immer entschädigen. Hätte man All Inclusive gebucht, gebe es danach einige gute Gründe für Reklamation.
Titel: All Inclusive
Regie: Peter Billingsley
Hauptdarsteller: Vince Vaughn, Jason Bateman, Jon Favreau, Malin Akerman, Kristin Davis, Kristen Bell, Ken Jeong, Jean Reno
Spielzeit: 114 Min
Produktionsland: USA
Produktionsjahr: 2009
FSK: ab 6 Jahren
Kinostart: 5. November 2009
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