Als Wurm hat man's schwer: Man steht am Ende der Nahrungskette und vegetiert mehr dahin, als dass man das Leben in vollen Zügen genießt. Doch hey, es ist Discozeit! Warum? Weil alles nach Disco schreit! Und so dreht sich auch für Sunshine Barry das Blatt. Im Kino.
Alles beginnt mit Barrys Fund einer alten Discoplatte seines Vaters. Er beschließt kurzerhand, mit seiner Discoband groß herauszukommen. Zusammen mit seinem Freund Tito am Bass, der süßen, aber gesanglich untalentierten Gloria, seiner Kompost-Management-Chefin am Schlagzeug und einem Heavy-Metal-Gitarristen will er sein Glück bei einer Castingshow versuchen. Als Wurm hat man dort eigentlich keine Chance, doch die Discohelden lassen nichts unversucht.
Der dänisch-deutsche Animationsfilm Sunshine Barry und die Disco-Würmer ist zwar nicht perfekt, aber das Discofeeling springt dank netter Ideen und lustiger Synchronsprecher über. Regisseur Thomas Borch Nielsen setzt alltägliche Wurmprobleme wie das Streben nach beruflichem Aufstieg, Asthma-Anfälle oder die Korruption bei Castingshows amüsant in Szene, ohne dabei die Angst vor dem Angelhaken aus den Augen zu verlieren. Optisch ist der Film zwar nicht bis ins letzte Detail ausgefeilt, dennoch gehen amüsante Einzelheiten wie die Ähnlichkeiten der Figuren zu realen Discostars wie John Travolta oder eine Fußmatte mit der Aufschrift «Hole Sweet Hole» nicht unter.
Die Synchronstimmen des Sängers Ben und der Tatort-Darstellerin Sarah Tkotsch führen die Protagonisten vor allem sprachlich durch ihre Abenteuer. Aber auch Hella von Sinnen als Chefin, Dirk Bach als dicker, gutmütiger Tito, Herbert Feuerstein als Vater mit Discovergangenheit und Roberto Blanco als Schlager-Rivale Tony Dean tragen mit ihren komischen Stimmen zum Gelingen des Ganzen bei.
Hella von Sinnen bringt zum Beispiel bei Genial daneben (Sat.1) das Publikum garantiert zum Lachen. Aber als «Ulknudel» möchte sie nicht angesprochen werden: «Die Bezeichnung kann ich gar nicht leiden», sagt sie. «Ich bin nicht ulkig, ich bin auch nicht putzig oder niedlich, ich bin brüllkomisch.» Die 50-Jährige fügt hinzu: «Ich sehe mich als Entertainerin.»
«Ich bin ja eine routinierte Wurmsynchronisiererin», sagt von Sinnen. Sie hat schon bei der Kinderserie Cosmic Quantum Ray (Kinderkanal) schon die Contessa de Wurm gesprochen. Äußerlich hat sie mit dem Wurm im Gouvernantenlook keine Ähnlichkeit. Aber eine Gemeinsamkeit sieht sie doch: «Sie ist die Älteste der Kapelle, und ich sehe mich ja auch mittlerweile als eine der Älteren in meiner Branche.» Dennoch blickt die 50-Jährige hoffnungsvoll in die Zukunft: «Ich habe die besten Jahre noch vor mir», sagt sie. «Ich freue mich über jedes Angebot, wo ich mich als Schauspielerin zeigen kann.» Außerdem hat sie gerade ein neues Fernsehprojekt ausprobiert – eine Talkshow mit dem Titel Hellas Küche – alles außer Kochen.
Auch durch von Sinnen ist Sunshine Barry und die Disco-Würmer für junge Kinobesucher ein niedlicher Film über die Sehnsüchte von skelettlosen Kriechern – und alle nderen können sich ein paar tanzbare Ohrwürmer einfangen.
bla/nak/news.de/ap/dpa
That's great that people can take the mortgage loans and this opens completely new possibilities.
jetzt antwortenKommentar melden