Sa., 26.05.12

NDR 27.10.2009 Gefeuerte Fernsehspielchefin Heinze will Prozess

Doris Heinze (Foto)
Doris Heinze will den Prozess gegen ihren ehemaligen Arbeitgeber. Bild: NDR

Doris Heinze will sich nicht gütlich mit dem NDR einigen. Die ehemalige Fernsehspielchefin war fristlos gekündigt worden, weil sie den NDR nicht über ihre Autorenschaft an Drehbücher informiert und ihrem Mann Vorteile verschafft habe. Nun geht es wohl vor Gericht.

Der Anwalt der unter Betrugsverdacht stehenden früheren NDR-Fernsehspielchefin Doris Heinze hat eine gütliche Einigung mit dem Sender abgelehnt. Zu Beginn des von ihr angestrengten Arbeitsgerichtsprozesses wegen dreier fristloser Kündigungen erklärte Heinzes Rechtsvertreter, zum jetzigen Zeitpunkt lehne er Verhandlungen über eine Einigung ab. Heinzes Anwalt und Vertreter des NDR trafen sich vor dem Hamburger Arbeitgericht zu einem Gütetermin.

Heinze hat gegen die fristlosen Entlassungen geklagt. Ihr Anwalt führte formale Fehler in den Kündigungsschreiben an. So sei der Personalrat nicht korrekt über die Kündigung informiert gewesen. Außerdem gebe es Fehler bei der Unterschrift der Kündigung. Der NDR widersprach diesen Vorwürfen. Zu den Betrugsvorwürfen wollte sich Heinzes Anwalt nicht äußern.

Heinze hat laut NDR zugegeben, unter dem Pseudonym Marie Funder zwei Drehbücher und einen Entwurf verfasst zu haben. Über ihre Autorenschaft informierte sie ihren Arbeitgeber demnach jedoch nicht. Der NDR zahlte das Honorar dafür an externe Produktionsfirmen. Heinze hätte nur die Hälfte bekommen, wenn sie korrekt abgerechnet hätte. Außerdem räumte Heinze laut NDR ein, dass sie ihrem Ehemann unter Ausnutzung ihrer Position als Drehbuchautor Vorteile verschaffte.

Heinze soll auch im Jahr 2007 ein Drehbuch doppelt an zwei verschiedene Kunden verkauft haben. Sie wurde fristlos gekündigt, nachdem der Fall nach Recherchen der Süddeutschen Zeitung aufflog. Die Hamburger Staatsanwaltschaft ermittelt wegen Betrugsverdachts.

Die Honorare für Drehbücher liegen beim NDR je nach Filmstoff zwischen 30.000 und 60.000 Euro, in Einzelfällen auch darüber. NDR-Mitarbeiter, die außerhalb ihres eigentlichen Arbeitsbereichs Drehbücher schreiben und diese dem NDR anbieten, bekommen die Hälfte dieses Honorarsatzes. Sollten die NDR-Vorwürfe stimmen, so hätte Heinze für zwei Drehbücher und ein Kurzdrehbuch unter Pseudonym also zehntausende Euro mehr bekommen, als wenn sie sie unter ihrem Namen eingereicht hätte.

Das Verfahren vor dem Arbeitsgericht wird am 12. Februar 2010 fortgesetzt.

iwi/bla/news.de/ap
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