Vom Suchen und Finden des Glaubens
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Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Artikel vom 26.10.2009
In die Kirche gehen und beten. Damit beginnt und endet für viele das Thema Religion. Glaube aber kann spannend sein und Neugier wecken. Mein Gott und ich ist die Geschichte einer Clique auf Erlebnisreise zwischen Fundamentalismus und Offenheit.
Warum beten die eigentlich? Bringt das was? Gibt es nur einen Gott? Religiosität wirft bei Kindern und Jugendlichen viele Fragen auf - und Antworten, die noch mehr Anlass dazu geben, zu hinterfragen.
Dieses Verstehenwollen greift Christiane Thiel auf. Mit ihrem Jugendbuch Mein Gott und ich erzählt sie die Geschichte einer Clique, die auf der Suche nach Antworten ist. Igor - ein junger Russe, dessen Eltern nach Deutschland gezogen sind - ist die Schlüsselfigur. Religion spielt im Alltag des russisch-orthodoxen jungen Mannes eine erhebliche Rolle. Aber auch der Verlust kultureller Identität, der Heimat, die Begegnungen mit unzähligen Ängsten und Wut.
Die Clique bewirbt sich beim Wettbewerb «Denk weiter! Leb anders!». Dessen Wurzeln stecken in einem evangelikalen Jugendcamp, das mit verstaubten Konfessionen und Vorstellungen den jungen Schülerzeitungsredakteur Jonas bestürzt. Da geht es um offene Ausländerfeindlichkeit, um Geschichtsverblendung, um fundamentale Einstellungen.
Ganz ähnlich geht es der Wettbewerbsmitinitiatorin Steffi, die sich mit Mädchen auseinandersetzt, die als halbe Kinder selbst Mütter werden. Gut betuchte Mädchen aus sicherem Hause, denen die sexuelle Aufklärung fehlt. Mit ihren Berichten stoßen die beiden jungen Leute freilich auf wenig Gegenliebe.
Mit großem Interesse verfolgt Britta, eine fast 70-jährige Professorin, die Auseinandersetzung zwischen der Kirche und den Nachwuchsjournalisten. Die bekennende Christin, die für Toleranz und politische Verantwortung eintritt, will das nicht im Raum stehen lassen und ruften den Wettbewerb gemeinsam mit ihrer Nichte und den beiden Schreiberlingen ins Leben.
Die Reise zur Religion
Damit eröffnet sie einen unkonventionellen Weg, sich mit Religion auseinanderzusetzen, einen anderen als den Blickwinkel der Vorurteile einzunehmen und ins gläubige Leben einzutauchen. Denn: Sie schickt die Clique in religiöse Familien - und damit ins Christentum, ins Judentum, in den Islam, den Buddhismus und den Hinduismus.
Christiane Thiels Mein Gott und ich ist kein Roman im klassischen Sinn. Das Buch geht andere Wege. Es mischt nicht nur Schriftarten, um Figuren voneinander abzugrenzen. Es kombiniert verschiedene Textarten, greift auf Blogs, Tagebucheinträge und literarischen Stil zurück, arbeitet mit Steckbriefen und Randinformationen.
So entwickelt sich der Roman als Tagebuch einer Entdeckungsreise: Denn Religion lässt sich nur leben, aber kaum erklären. Nicht zuletzt deshalb steht Mein Gott und ich für eine tiefe Nachdenklichkeit über Menschen, deren Alltag fremdartig anmutet. Und zugleich dafür, Fragen zu stellen, statt von vornherein zu pauschalisieren. Die Erlebnisse der Clique sind eine Begegnung mit dem Unerwarteten, dem Ungewohnten einer fremden Gedankenwelt.
Die Frage ist und bleibt dabei aber: Wie viel von echten Personen steckt in den Figuren der Geschichte? Ganz frei erfunden sind sie nicht. Christiane Thiel war lange Zeit selbst Stadtjugendpfarrerin in Leipzig.
Titel: Mein Gott und ich
Autorin: Christiane Thiel
Verlag: Arena Verlag
Seitenzahl: 210 Seiten
Preis: 9,95 Euro
Erscheinungsdatum: September 2009
Weiterlesen: Rund um den Glauben: 99 Fragen und Antworten; Mama, wie groß ist der Himmel?; Ich geb dir noch eine Chance, Gott!
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Das Schöne am Glauben ist: wenigstens ich bin überzeugt davon, und ich muss ihn anderen nicht beweisen... Insofern hat jeder Glauben auch was Autistisches - ich brauche ihn ja nicht unbedingt mit der Wirklichkeit, mit den Realitäten um mich herum abzugleichen....
jetzt antwortenKommentar meldenGlauben ist die leitende Gewissheit, die nicht mehr gilt, wo der andere Glauben beginnt.
jetzt antwortenKommentar meldenMuß ein Interessantes Buch sein. Mit der offenen Ausländerfeindlichkeit sind doch nicht etwa die , welche "Scheiß Deutschen" Rentner in der U-Bahn jagen, oder aber die, welche sich Christen als Sklaven halten und kleine christliche Sklavenjungs kreuzigen, gemeint, Denk weiter, war jedenfalls schon mal ganz gut.
jetzt antwortenKommentar meldenAnscheinend haben Sie hier nicht richtig zugehört, denn um diese Art von "Glauben" geht es hier nicht. Manche hören eben sich selbst am liebsten zu. Kann ja auch schön sein.
jetzt antwortenKommentar meldenGlauben ist gut. Wer glaubt, weiß meist mehr als einer der alles in Zweifel zieht. Ich z.B. glaube, dass ich ein wohlhabender und angenehmer Mensch bin, der offen für die Sorgen und Nöte anderer ist. Ich glaube, ich beherrsche das Zuhören sehr gut. Zuhören ist eine Kunst die heute fast verloren scheint. Alle reden und das gleichzeitig. Ich höre sehr gern zu. Denn durch das Zuhören empfängt man Vertrauen und Vertrauen ist sehr sehr positiv. Ich kenne sehr viele, die unentwegt reden, und die meinen sie hätten ein Rezept wie man diese Welt etwas menschlicher machen könne. Ich höre denen zu. Sag nicht dass sie einen Irrweg beschreiten sondern höre einfach zu.
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