Stille Winkel an der Berliner Mauer
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Der Journalist und Berlin-Kenner Michael Bienert war am 9. November 1989 am Checkpoint-Charlie. Er war dabei, als durch den berühmten Berliner Grenzübergang die ersten gen Westen strömten und hat darüber ein Buch geschrieben.
Am 9. November 1989 strömten die ersten Ostberliner in den Westen. Der Journalist und Berlin-Kenner Michael Bienert war dabei. Seither hat ihn die einstige Mauer, haben ihn die zahlreichen «kleinen» Geschichten, die sich in ihrem Schatten abgespielt haben, nicht mehr losgelassen. Als Stadtführer hat Bienert Neugierigen die Überbleibsel des «antifaschistischen Schutzwalls» gezeigt und ihnen Hintergründiges berichtet.
Da ist es nur konsequent, dass er seine Spaziergänge nun auch in Buchform vorlegt: Stille Winkel an der Berliner Mauer ist eine Sammlung von Impressionen vom Grenzübergang Bornholmer Straße bis zum Mauerweg vom Griebnitzsee bis zur Glienicker Brücke. Lesenswert und als für Reisende in Sachen Mauerfall unverzichtbar wird der Band durch die Menschen, über deren Schicksale oder Projekte Bienert berichtet, etwa dem des Mauerspringers Dieter Beilig oder des Künstlers Kani Alavi.
Wer sich aufmacht in die heutige Bundeshauptstadt, der sollte sich mit den «stillen Winkeln» vertraut machen, die der Autor aus eigenem Ansehen und eigenem Erleben beschreibt. Denn abseits der Touristenströme wird die Mauer begreifbar; das gilt auch und gerade für junge Menschen, die Betonwände, Stacheldraht und Todesstreifen nicht mehr selbst gesehen haben.
Stille Winkel an der Berliner Mauer
Michael Bienert
Ellert & Richter Verlag
Hamburg 2009, 144 S., 12,95 Euro
ISBN 978-3-8319-0365-8
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