Mo., 13.02.12
Interviews

Interview mit Richard O'Barry «Delfine können keine Menschen heilen»

Artikel vom 17.10.2009

Warum werden Greenpeace oder der World Wide Fund For Nature in dieser Sache nicht aktiv?

O’Barry: Das müssten Sie dort nachfragen. Da geschieht das größte Abschlachten von Delfinen direkt vor ihren Augen – und keiner war je an dieser Todesbucht. Man darf nicht vergessen, dass es bei Greenpeace zwei Lager gibt: International ist man allgemein gegen Walfang, in Japan hingegen konzentriert man sich lediglich auf den südlichen Pazifik – und klammert die Missstände vor der eigenen Haustür aus.

Wie steht es um die Missstände vor der amerikanischen Haustür?

O’Barry: Richtig, das ist kein japanisches Problem, sondern ein weltweites. Allein durch das Fischen von Thunfisch kommen in Amerika geschätzte sieben Millionen Delfine ums Leben. Ebenso ist die Vergiftung durch Quecksilber nicht allein auf Japan beschränkt, sondern passiert überall. In unserem Film konzentrieren wir uns allerdings auf dieses eine Problem an dieser kleinen Küste.

Was sagen Sie zu den Geschichten, dass Delfine bisweilen aus reiner Freude andere Tiere töten?

O’Barry: Es gab vor kurzem offensichtlich einen solchen Zwischenfall vor Schottland. Für mich hat dieses Verhalten etwas mit den fehlenden Nahrungsquellen zu tun. Wenn die Fischer in dieser Gegend schon über massive Rückgänge ihrer Fänge klagen, wie soll es dann einem Delfin ergehen, der täglich 30 Pfund an Fisch benötigt? Dieses Ausplündern der Meere führt dann zu einem derartigen Verhalten der Delfine.

Mit welchen Gefühlen sehen Sie heute einen Delfin?

O’Barry: Ich bin noch immer fasziniert und begeistert von den vielen Geheimnissen, die es um sie gibt. Man bezeichnet mich zwar oft als Experten – aber eigentlich weiß ich überhaupt nichts von diesen grandiosen Tieren.

Was halten Sie von Delfin-Therapie?

O’Barry: Das ist Blödsinn. Delfine können keine Menschen heilen. Sie können sich ja auch nicht selber heilen. Diese ganze Therapiesache ist nur ein Marketing-Trick. Als ich noch Trainer in einem Delfinarium war, zahlten die Zuschauer zehn Dollar, um die Tricks zu sehen. Dann kam ein Buchhalter auf die Idee: Wenn wir das Publikum in das Becken hineinlassen, könnten wir 100 Dollar kassieren. Das funktionierte. Dann hatte jemand die Idee: Lassen wir die Delfine heilen, dann können wir 8000 Dollar kassieren. Es geht hier also nur um Geld und Profit.

Bereuen Sie Ihre Flipper-Zeiten?

O’Barry: Ja, meine Flipper-Zeiten bereue ich durchaus. Ich war Mitte zwanzig und der höchstbezahlte Tiertrainer der Welt. Ich fuhr jedes Jahr einen neuen Porsche - ob ich ihn brauchte oder nicht. Unter solchen Verhältnissen setzt man gerne seine Scheuklappen auf. Ich war so ignorant wie möglich und war es, so lange es ging.


Richard (Ric) O'Barry (69) war in den 1960er Jahren der Trainer des TV-Delfins Flipper. Dann wechselte er die Seiten: Seit 40 Jahren organisiert er den Widerstand gegen die weltweite Delfin-Mafia. Sein Dokumentarfilm Die Bucht zeigt, wie in der Bucht von Taiji in Japan Tausende Tiere gefangen und gequält werden. Kimostart ist am 22. Oktober.

car/news.de
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Interview mit Richard O'Barry: «Delfine können keine Menschen heilen» » Medien » Nachrichten

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Leserkommentare (4)
  • Kommentar: 4
  • 11.11.2011 18:50
von
Antonietta

Wenngleich die Kleinwale vielerorts geschützt sind und nur einige Arten in wenigen Ländern (beispielsweise Norwegen und Japan) gejagt werden, so gibt es über den eigentlichen Walfang hinaus verschiedene Hintergründe, die ebenfalls eine Gefahr für den Delfin darstellen. Daran kann auch die Aufnahme vieler Delfinarten in die Rote Liste der gefährdeten Tierarten nicht viel ändern. So erschwert beispielsweise die Überfischung von Meeresbreiten die Nahrungssuche der Delfine.

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  • Kommentar: 3
  • 18.07.2011 19:31
von
zeugwalter
Antwort auf Kommentar 2

wir können den Delfinen nur helfen, indem wir Rollo Gebhard mit Spenden unterstützen. Er kämpft weltweit für den Schutz der Delfine und den Erhalt ihrer Lebensräume. GRD-Gründer Rollo Gebhard, dreimaliger Weltumsegler, Buchautor und DokumentarfilmerRollo Gebhard: Über 40 Jahre lang waren die Weltmeere sein Zuhause. Er war der erste Deutsche, der die Welt zweimal allein umsegelte. Der Filmemacher, Delfinschützer, Autor zahlreicher Bücher, Träger des Bundesverdienstkreuzes sowie höchster seglerischer Auszeichnungen ist zum Inbegriff des Abenteurers geworden. 1991 gründete er die Gesellschaft www.delphinschutz.org/start.html

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  • Kommentar: 2
  • 12.09.2010 12:51
von
Alexandra Rassmann

ich habe das alles schon einmal gesehen,und auch gestern wieder diesen Film angesehen,wie kann man /ich helfen?Es ist einfach sehr grausam , die Leute die das machen , bei denen sollte man genauso vorgehen u ihnen schmerzen zufügen,mir fährt dies immer eiskalt den Rücken runter u ich bin den TRänen nahe wenn ich das sehe.Ich selbst tauche seit vielen Jahren und geniese es einfach wenn ich den Delfinen in freier Natur begegne.Das gleiche gilt auch für die Haie,mit dem Finning (aber das ist ja ein anderes Thema)!WIE KÖNNEN MENSCHEN NUR SO GRAUSAM SEIN!

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  • Kommentar: 1
  • 12.09.2010 00:23
von
Katharina Heidemarie Appel

ich habe ihre Sendung heute abend gesehen,.................. einfach nur grausaum,.... diese Dephine haben absolut keinen tod verdient,..ich finde sie sehr stark.--- wie kann ich ihnen mit SGB II nur helfen,...mir geht es ans Herz

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