Pu der Bär Das Honigschleckermaul ist zurück

Pu der Bär (Foto)
80 Jahre nach seiner literarischen Geburt gibt es neue Abenteuer für und mit Pu dem Bären. Bild: Cecilie Dressler Verlag

Von news.de-Redakteurin Mandy Hannemann
Vor über 80 Jahren erblickte Pu der Bär das Licht der Welt. Mit kindlicher Neugier, verqueren Fragen und blieb dabei immer herzerfrischend naiv. Jetzt gibt es im Hundertsechzig-Morgen-Wald neues zu erleben, dank David Benedictus.

Es war schon recht traurig, als Christopher Robin den Hundertsechzig-Morgen-Wald verließ. Traurig blieben seine Freunde zurück: Pu der Bär, der muffelige I-Ah, Känga und Kaninchen, Oile und das manchmal verängstigt bibbernde Ferkel - besonders bei Heffalumps - und all die anderen.

Und dann passiert es: Im Zauberwald macht sich das Gerücht breit, dass Christopher Robin zurückkehrt. Und beinahe hätte Ferkel sich von Pu doch tatsächlich ablenken lassen. Beide kriegen aber doch noch die Kurve und im Wald wird eine große Willkommensparty veranstaltet.

Ein bisschen wird auch verraten, wo Christopher Robin gesteckt hat. Doch nur am Rande. Denn viel wichtiger ist doch, dass die Freunde einen Buchstabierwettbewerb veranstalten wollen, der dann doch ins Wasser fällt. Und es danach im Wald immer heißer wird. Das schlimmste aber: Pu hat nur noch drei Töpfe Honig und die Bienen sind verschwunden.

Doch es ist nun einmal viel Zeit vergangen. Deshalb kann nicht einfach alles bleiben, wie es einmal war. Ein neuer Mitstreiter macht sich breit - die Otterdame Lotti. Das braunzottelige braune Wesen sorgt für Wirbel. Denn Lotti ist weder auf den Mund gefallen, noch hat sie so etwas wie Bescheidenheit an sich.

Immerhin müssen aber alle an einem Strang ziehen, als der Wald in der sommerlichen HItze auszutrocknen droht und es selbst im Badezimmer von Christopher Robin nur braune Schlammbrühe statt frischem, klarem Wasser gibt.

Gut, aber anders

Wunderbare Schachtelsätze mit herrliche verqueren Wortschöpfungen tummeln sich auf den Seiten. Und wenn die Pu auch noch ganz trocken von sich gibt, dann sorgt das hier für ein schönes Schmunzeln und da für herzhaftes Lachen. Und das, weil das Kinderbuch eine herrlich einfach Logik zu bieten hat. Wie sonst könnte Kaninchen wohl sagen: «Mir scheint, dass wir Wasser brauchen und keins haben. Was bedeutet, dass wir welches kriegen müssen.»

Doch letztlich bleibt wohl die Frage: Wie gut kann ein Pu sein, wenn sein Vater ihm nicht mehr all die verrückten, verdrehten, seltsamen Wörter in die honigverliebte Schleckerschnute legt? Ganz einfach: Bestenfalls gut. Aber anders. Schließlich ist David Benedictus nicht A. A. Milne und zweitens ist der Bär, den Christopher Robin mit sich geschleift hat, inzwischen auch älter geworden.

Natürlich ist also Pu der Bär - Rückkehr in den Hundertsechzig-Morgen-Wald nicht mehr ganz der Alte. Ebenso wie das drumherum, dass ein bisschen bildhafte Optik mehr die Geschichte schreibt, den Wald etwas ausschmückt.

Wer als Kind selbst einst Pu gelesen hat, der hat nun zwei Möglichkeiten: Entweder er jammert, dass dieser Pu eben nicht der alte ist und kramt genau diesen aus dem Regal. Oder aber man genießt das neue Leben im Hundertsechzig-Morgen-Wald, entdeckt die verschrobene Welt und erfreut sich einfach eines guten Kinderbuchs. Letzteres ist wohl die schönere Variante. Und eine Entscheidung für eine Geschichte mit Heldenmut im Kleinen, liebgewordenen Freundschaften und der Erkenntnis, dass man manchmal auch Abschied nehmen muss.

Doch die endgültige Antwort kann wohl jeder Leser nur für sich herausfinden - lesend und mit den Illustrationen von Mark Burgess.

Titel: Pu der Bär - Rückkehr in der Hundertsechzig-Morgen-Wald
Autor: David Benedictus
Verlag: Cecilie Dressler
Umfang: 207
Preis: 14,90 Euro
Erscheinungstermin: 5. Oktober 2009

ped/news.de

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