Der Online-Ratekrimi im ARD-Wirrwarr
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Von news.de-Mitarbeiterin Denise Peikert
Artikel vom 11.10.2009
Wenn Lena Odenthal an ihrem 20. Jubiläum als Tatort-Kommissarin ermittelt, darf gleichzeitig zur TV-Ausstrahlung online mitgeraten werden. Gut für die seit dem Start stark verbesserte Mediathek der ARD, in der der Tatort allerdings kein Dauergast wird.
Ein bisschen verwirrend ist es ja schon: Der erste Tatort, der live ins Web gestreamt wird, kann gleichzeitig in der ARD Mediathek (der Mediathek für alle Rundfunkanstalten der ARD) und in der Das Erste Mediathek (der Mediathek, wo nur Sendungen archiviert sind, die in der ARD gelaufen sind) angeschaut werden. Kommentare der Nutzer binden aber nur Facebook und die ARD Mediathek ein. Willkommen im förderalen Netz-Wirrwarr des Ersten Deutschen Fernsehens.
Dabei ist es eigentlich eine klasse Sache: TV-Klassiker wie der Tatort werden im Netz traditionell eifrig kommentiert. Darüber, dass die ARD die Kommentare auf Facebook einzäumt, statt beispielsweise zusätzlich den hochfrequentierten Kanal für Onlinediskussionen Twitter zu aggregieren, kann man wohl streiten. Die Kooperation mit Facebook ist immerhin ein Schritt, um das enorme Zuschauerpotential online auszuschöpfen.
Ebenso wie die Live-Ausstrahlung. Die Qualität des Livestreams ist mit der bei den übrigen Sendungen in der Mediathek des Ersten vergleichbar. Die wurde seit dem verhaltenen Start im Mai 2005 schon stark verbessert, bleibt aber noch immer deutlich hinter der ZDF-Konkurrenz zurück. Aber, sagt Andreas Rindler von der ARD-Programmdirektion, den Tatort und beispielsweise auch Spielfilme können Nutzer inzwischen schon im sogenannten Web-L-Format ansehen, per Klick auf den «HQ»-Button unten rechts im Playerfenster.
Überhaupt hat sich viel getan in der ARD-Mediathek, seit es zum Start Kritik hagelte. Die Suche ist deutlich übersichtlicher geworden, immer häufiger können auch fiktionale ARD-Produktionen abgerufen werden. Insgesamt 60 bis 65 Prozent der Inhalte des Ersten sind inzwischen online zu finden. Für den Tatort allerdings ist die Liveausstrahlung am Sonntag nicht der Beginn einer Internet-Dauerpräsenz. Der Grund sind rechtliche Probleme. «Wir zeigen jetzt fast immer den Freitagsspielfilm online, da liegen die Nutzungsrechte vor.» Beim Tatort allerdings sei man zwar bemüht, es könne allerdings noch ein bisschen dauern, bis der immer auch online zu sehen sein wird. «Die Verträge zur Nutzung des Tatorts schließt nicht das Erste, sondern die einzelnen Rundfunkanstalten», begründet Rindler das.
Auch daran, dass sich Nutzer in der ARD-Mediathek noch immer durch einen Flickenteppich von nur minutenlangen Clips wühlen müssen und nur selten ganze Sendungen sehen können, sind Rechtefragen schuld. So kann Harald Schmidt beispielsweise nur scheibchenweise in Highlights angeschaut werden. «Es wäre natürlich ideal, wenn man die Sendungen zusätzlich im Ganzen ansehen könnte», sagt Rindler. Das ginge zum Teil, aber nicht immer. «Das liegt daran, dass oft ein einzelner Beitrag nicht für das Web freigegeben werden kann. Wir stückeln dann die Sendung lieber, anstatt den betroffenen Teil unbeholfen herauszuschneiden.» So scheitert die ARD online im Kleinen zwar immer noch an ihrer förderalen Struktur. Die Mediathek insgesamt jedoch ist schon einen großen Schritt weiter als zum Launch 2008.
nak/ham/news.de
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