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Anfang des Jahres verkündete Medienmogul Rupert Murdoch, die Kostenlos-Mentalität im Netz zu kappen und für die Webinhalte seiner News Corp. Geld zu verlangen. Unterstützung bekommt er jetzt von den Teilnehmern des Weltmediengipfels in Peking.
Australien ist Rupert Murdochs Versuchsfeld: bei der Tageszeitung Sydney Morning Herald will der Chef des Medienkonzerns News Corp. als erstes Bezahlmodelle im Internet ausprobieren. Und zwar schon bald, wie es heißt. Bis 2010 sollen dann alle Zeitungswebseiten der News Corp. (Sun, News of the World, Times) kostenpflichtig sein.
Zum Auftakt des Weltmediengipfels in Peking verstärken auch andere Nachrichtenmedien ihren Druck auf große Webportale, aktuelle Inhalte angemessen zu bezahlen. Der Präsident der Nachrichtenagentur AP, Tom Curley, sagte die Zeit des kostenlosen Contents müsse zu Ende gehen.
«Wir Content-Produzenten haben zu langsam auf die freie Ausbeutung von Nachrichten reagiert», sagte Curley vor 300 Teilnehmern des World Media Summits in der Großen Halle des Volkes. Auf der einen Seite gebe es Nachrichtenmedien, die mit hohen Kosten aktuelle Informationen sammelten. Auf der anderen Seite gebe es Unternehmen, die davon profitierten, ohne dafür zu zahlen.
Massenhaft genutzte Web-Angebote wie Wikipedia, YouTube und Facebook seien zu zentralen Umschlagplätzen für Nachrichten geworden und hätten die Online-Auftritte traditioneller Nachrichtenmedien verdrängt. «Wir Content-Produzenten müssen schnell und entschlossen handeln, um die Kontrolle über unseren Content wieder zu erlangen», sagte Curley.
Auch Murdoch sprach sich für neue Bezahlmodelle für Nachrichten im Internet aus. Der Vorstandschef von News Corp. sagte, es gebe zurzeit eine Bewegung hin zu bezahltem Content. Dies müsse jetzt genutzt werden, damit nicht «die Content-Kleptomanen triumphieren».
Verleger in Deutschland schlagen schon länger in die selbe Kerbe. Ende Juni forderten sie in der Hamburger Erklärung (PDF) einen besseren Schutz des geistigen Eigentums im Internet. Hubert Burda forderte im Juli für die Verlage fairen Anteil an den Werbeeinnahmen von Google. Die Suchmaschine bezeichnete der Münchner Verleger als «Killer-Applikation». An journalistischen Produkten verdienten Verlagshäuser im Internet nicht annähernd genug, um ihre Portale profitabel zu betreiben: «Aktuell gibt es nur einen Sieger, und das ist Google mit seiner Verlinkung von Suchanfragen auf konkrete Angebote. Das ist die Killerapplikation.»
Die Hamburger Erklärung und Burdas Vorstöße wurden mit viel Kritik seitens Journalisten und Bloggern bedacht. Der ehemalige Journalist des Handelsblatt, Thomas Knüwer, trat öffentlichkeitswirksam aus dem Deutschen Journalisten Verband (DJV) aus und erklärte, warum die Verlegerkritik an Google für viele unverständlich ist: «Es reicht eine Code-Zeile im eigenen Angebot und - zack - ist Google außen vor. Punkt. Das aber sei - erkennt der DJV dann - ‹medialer Selbstmord.›» Schließlich würden Angebote wie Google News einen Großteil der Besucher auf die Seiten der Nachrichtenmedien leiten, womit deren Werbeeinnahmen gesteigert würden.
ped/nak/news.de/ap
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