Kurz vor der 500. Sendung von «Zimmer frei» hat der WDR eine Folge mit Satiriker Martin Sonneborn im Archiv verschwinden lassen. Sonneborn hatte dazu aufgerufen, keine GEZ-Gebühren mehr zu zahlen. Das fand der WDR nur bedingt lustig.
«Die Sendung ging einfach nicht. Es hat hinten und vorne nicht funktioniert, es war einfach nicht lustig», sagte WDR- Sprecherin Kristina Bausch am Donnerstag in Köln. Der frühere Chefredakteur des Satireblatts Titanic sei - entgegen der Absprache - in seiner Rolle als Vorsitzender der Gruppierung «Die Partei» gekommen. Dies sei zu flach und uninteressant für die 60-Minuten- Sendung gewesen. Sonneborn kritisierte die Entscheidung des WDR.
In der eigentlich für den vergangenen Sonntag geplanten Ausgabe hatte der 44-Jährige auch dazu aufgerufen, seinem Beispiel zu folgen und keine GEZ-Gebühren mehr zu zahlen. In der Folge, die bereits im Sommer aufgezeichnet worden war, bezeichnete Journalist Sonneborn den Moderator Johannes B. Kerner zudem als «überbezahlt». WDR-Sprecherin Bausch betonte aber, im Gegensatz zu entsprechenden Medienberichten, dies sei keinesfalls Grund für das Streichen der Folge gewesen. «Wenn man den ehemaligen Chefredakteur der Titanic einlädt, dann sicher nicht, um eine politisch korrekte Sendung zu machen.»
Sonneborn, 2000 bis 2005 Chefredakteur des Satire-Magazins Titanic, sagte, er wundere sich, dass eine WDR-Sprecherin beurteilen könne, was lustig sei und was nicht. «Ich begrüße das aber, denn es entlastet uns», sagte er. «Ich staune auch darüber, dass es sich der WDR erlauben kann, für 250.000 Euro eine Fernsehsendung zu produzieren und dann für immer wegzuschließen.» Sonneborn fügte an, mit seiner Partei nun künftig für die Abschaffung der Rundfunkgebühren einzutreten.
Am kommenden Sonntag laden Christine Westermann und Götz Alsmann zum 500. Mal einen Prominenten ein, diesmal den Fernsehproduzenten und Moderator Hubertus Meyer-Burckhardt. Seit 13 Jahren testen die beiden Gastgeber in der WDR-Talkshow ab 22.15 Uhr, ob ihr Kandidat tauglich ist für ihre fiktive Fernseh-WG und einziehen darf. Sonneborn durfte nicht - Bausch zufolge auch eindeutig nach dem Geschmack des Studiopublikums. Sonneborn sagte: «Bei der Studio-Abstimmung waren viele Titanic-Mitarbeiter - und die haben gegen meinen Einzug in die Fernseh-WG gestimmt...»
Sonneborn gründete 2004 «Die Partei», die sich nach eigenem Bekunden etwa für «Tierschutz und Eliteförderung» einsetzt, satirisch den Wiederaufbau der innerdeutschen Mauer fordert - und zur Bundestagswahl im September nicht zugelassen wurde.
ruk/ped/news.de/dpa
Gebe Herrn Sonneborn recht und man müßte keine GEZ Gebühren mehr bezahlen.Nehme die sender nie in ansprüch und muß trotzdem zahlen Und wehe ich tu es nicht dann wird mit Geldstrafe bis zu 1000 € und Gehaltspfändung gedroht.Ich finde jeder sollte selber endscheiden ob er die Sender sehen will oder nicht und dem endsprächend auch zahlen.Kann ja auch aus der Kirche austreten wenn ich keine Kirchensteuer zahlen will, bekomme halt dann keine leistung.Wieso sollte das hier nicht auch gehn GEZ ist nicht mehr zeit gemäß
jetzt antwortenKommentar melden«Die Sendung ging einfach nicht. Es hat hinten und vorne nicht funktioniert, es war einfach nicht lustig», sagte WDR- Sprecherin Kristina Bausch am Donnerstag in Köln. das hat den wdr doch bisher nicht abgehalten oder? wenn das ein kriterium wäre müßten die den laden zu machen.
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