Von news.de-Redakteurin Katharina Peter
Männer sind Idioten. Aber irgendwie dennoch – oder gerade deshalb – liebenswert. Das scheint das Anliegen und die große Erkenntnis von Simon Verhoeven zu sein. In seinem Film Männerherzen erzählt er von sechs prototypischen Männern in Berlin.
In den lose aneinander gereihten Episoden gibt es etwa Niklas. Beruflich erfolgreich steht er kurz vor der Hochzeit mit seiner großen Liebe Laura, mit der sich schon längst Alltag eingestellt hat. Die kalten Füße und eine dumme Affäre sind förmlich vorgeprogrammiert.
Der Musikproduzent Jerome verdient zwar viel Geld, macht aber künstlerisch schon lange nicht mehr das, was er eigentlich will. Stattdessen fährt er einen schneidigen Sportwagen und hat nachts zwei Schönheiten im Arm, schlägt sich aber auch mit dem exzentrischen Schlagersänger Bruce Berger herum, der «Klima» in ach so seriösen Liedertexten gerne auf «Prima» reimt.
Bruce hingegen möchte in seiner Kunst ernster genommen werden und hat außer Jerome keine Freunde. Dann ist da noch Chaot und Dauerabbrecher Philipp, der gerade seine Freundin geschwängert hat und es nach dreijährigem Praktikum nur zum lebenden Pfeil auf dem Alexanderplatz gebracht hat. Zudem sagt Philipp natürlich immer genau das Falsche zur Mutter seines ungeborenen Kindes.
Günther ist dagegen noch auf der Suche nach der Liebe. Der schüchterne leicht vertrottelte Meerschweinchenbesitzer und Beamte blamiert sich regelmäßig mit seinen unbeholfenen Annäherungsversuchen und romantischen Strategien. Und dann gibt es da noch Roland. Der traumatisierte U-Bahnfahrer steht kurz vor der Scheidung, kümmert sich um seinen dementen Vater und weiß sich nur mit Gewalt zu helfen. Ihnen allen gemeinsam ist, dass sie sich regelmäßig im Fitnessstudio abkämpfen.
Verhoeven lässt seine etwas traurigen Helden von einer kleinen alltäglichen absurden Situation in die nächste tapsen und kreuzt immer wieder ihre Wege. So holt sich Günther in der Sauna Baggertipps von Jerome, dieser fährt Philipps Freundin an. Philipp gerät beim Eröffnen einer Bio-Burger-Bude mit Günther aneinander, der wiederum vom eifersüchtigen Roland ins Krokodilbecken im Zoo geworfen wird, während Niklas sich bei Bruce in Jeromes Wohnung ausheult, weil Laura ihn nach einer Affäre sitzenlässt. Und die Frauen stehen daneben und schütteln ungläubig den Kopf. Keines der einzelnen Schicksale mag so richtig vom Hocker reißen, aber in ihrer Gesamtheit liefern die Verwicklungen doch genügend amüsanten Stoff.
Männerherzen ist zwar von Männern über Männer gemacht. Aber Zielpublikum sind ganz eindeutig die Frauen. Haben sie es doch schon immer gewusst und tagtäglich beobachtet, dass die Herren der Schöpfung seltsame Wesen sind, die ihrem Glück eigentlich immer wieder grobmotorisch im Weg stehen.
So wird sich die Damenwelt auch köstlich amüsieren: Über den tollpatschigen Fettnäpfchenparcours inklusive unschuldiger Dackelaugen von Maxim Mehmet als Philipp. Oder den Angstschweiß von Florian David Fitz als Niklas im Angesicht des Traualtars. Doch die ganz großen Lacher haben Christian Ulmen als Günther und Justus von Dohnányi als verkannter Musiker Bruce, dem keine Geste zu peinlich ist, auf ihrer Seite.
Wenn sich Ulmen mit gelben Sportdress und Schweißstirnband bewaffnet im Fitnessstudio eine schmerzhafte Abfuhr nach der anderen abholt oder beim Blind Date aus Nervosität lauter seltsame Geschichten erzählt, dann tun irgendwann die Bauchmuskeln vom lauten Lachen weh. Til Schweigers Tipp als Jerome, doch einfach ein bisschen mehr zu sein wie Tom Selleck in dem 1980er TV-Hit Magnum, sorgt durch den anschließend im Hawaii-Hemd und in Zeitlupe durchs Bild schreitenden Ulmen für brüllendes Gelächter.
Männerherzen hat zwar einige Probleme, durch seine manchmal etwas orientierungslos und willkürlich wirkende Episodenstruktur eine Spannungskurve aufzubauen, und plätschert gefällig vor sich hin. Zum Glück kommt aber durch die immerhin meist zündenden Gags und das liebenswerte Ensemble selten Langeweile auf.
Titel: Männerherzen
Regie: Simon Verhoeven
Hauptdarsteller: Til Schweiger, Christian Ulmen, Florian David Fitz, Maxim Mehmet, Wotan Wilke Möhring, Justus von Dohnányi, Nadja Uhl, Jana Pallaske
Spielzeit: 107 Minuten
Produktionsland: Deutschland
Produktionsjahr: 2009
FSK: ab 6 Jahren
Kinostart: 8. Oktober 2009
Ich will nur für mich sprechen.Jeder muss seinen Umgang mit dem anderen Geschlecht verantworten.Zu meiner Vorstellung von einer Beziehung gehört Harmonie.Dies ist Arbeit auf den Ebenen Geist und Körper.Jedenfalls dort wo es um Ergänzung geht. Sodann geht es um Respekt.Daher kann ich mir auch keine Sinnlichkeit mit einer Frau nach Art von Ole vorstellen, der eigentlich behauptet,die Ehe sei ein Bordell. Ole´s weitere Behauptung,dass erfolgreichere Männer mehr Erfolg bei Frauen haben, ist natürliche Selektion.Dabei hängt auch viel davon ab, was die Partner sich von der Beziehung versprechen.
jetzt antwortenKommentar meldenMoment !! ...Männer mögen Schweine sein, Frauen aber auch. Wir müssen das ganze doch mal realistisch betrachten. Warum kann der nicht besonders gut aussehende Chefarzt oder Chirurg mit Villa und ferrari jede Frau abschleppen und am ersten Abend flachlegen, aber der gutaussehende Lagerarbeiter mit 400,-€ Job nicht so einfach zum Stich kommen..? Weil die Frau sich letztendlich immer den aussucht, der sie am sichersten versorgen kann. Wo ist also der Unterschied zwischen einer Prostituierten und einer Ehefrau ? Für beide muss der Mann bezahlen. Die Hure säuselt aber vorher nicht von Liebe.
jetzt antwortenKommentar meldenLongus du bist ein Schwein !!!!!! Besorgt es euch selbst .Bist du einer von der Sorte die Frauen sollen Arbeiten Haushalt und Kinder Versorgen und Männer sind die Paschas . Danke Danke
jetzt antwortenKommentar meldenOje, nur Männerkommentare.Ich bin wohl nicht ganz objektiv, da weiblichen Geschlechts.Ich habe starke Männer wie auch einfühlsame, die nicht dadurch gleich schwach sein müssen, gern.Ich schaue mir den Film nicht an, weil ich auch den Inhalt schon zu oft verfilmt gesehen habe und Til Schweiger mögen meine Jungs (11, 21) nicht und langsam geht er mir auch auf den Keks mit seinem Imponiergehabe.Und ich bin fest davon überzeugt, dass bessere laufen.Zum Glück gibt es auch noch diese!
jetzt antwortenKommentar meldenFrauen wollen einen Mann der ihnen sagt wo´s lang geht. Sie würden es aber nie von selber zugeben. Das ganze Emanzipations-Gesäusel wurde ihnen über die Jahrzehnte von frustrierten Mannweibern eingeflüstert. Trotzdem machen sich immer noch viel zu viele Männer zum Frauenversteher und Affen, und spielen den Liebeskasper. Wichtig ist nur das man(n) es einer Frau immer schön gründlich besorgt wenn sich die Gelegenheit bietet. Ich sehe sie gerne kommen, aber danach auch gerne wieder gehen. Wie im Lied von Rammstein: Muss noch zu den anderen Pferden, wollen auch geritten werden.
jetzt antwortenKommentar meldenMänner haben anscheinend einen unkompensierbaren Hormonüberschuss. Das Gehabe wirkt unmännlich, nicht ritterlich eben. Frauen wollen an einem Mann in jeder Hinsicht hochsehen. All dies ist unverdenklich. Veralbernde Darstellungen von Männern im Kino schau ich mir schon gar nicht mehr an. Jedenfalls nicht ohne Vorkostung.
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