Der Anti-Schmidt
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Von news.de-Mitarbeiterin Denise Peikert
Artikel vom 03.10.2009
Schmidt und Pocher: Hochstilisiert zu Gegenpolen der deutschen Fernsehunterhaltung. Doch verbale Sticheleien und Bauchnabellecken allein sorgen nicht für echte Late-Night-Kultur. Das bewies auch Pochers Premierenshow, die ohne diesen Ballast besser dran gewesen wäre.
Sechs Minuten dauerte es bis zum ersten Schmidt-Witz. «Der Mann an seiner Seite macht Westerwelle stark», zitierte Pocher eine Bild-Schlagzeile und fügte hinzu: «Wie bei mir und Harald Schmidt». Schon im Vorfeld seiner Show-Premiere gestern Abend auf Sat.1 schoss Oliver Pocher kräftig gegen seinen Ex-Kollegen von der ARD. Dessen neue Sendung habe er, wie «viele andere Zuschauer auch», gar nicht gesehen.
In Pochers eigene Show scheint zumindest das zuletzt arg gebeutelte Sat.1 große Hoffnungen zu setzen. Yes we can dance, das der Sender früher am Abend übertrug, musste oben links in der Ecke ein bisschen Platz machen für Oliver Pocher: Ein Countdown zählte die Minuten bis zur Showpremiere und Kai Pflaume mühte sich mehr als einmal damit, Pocher in seine Moderation einzubauen. Sat.1 ist stolz auf seine Einkaufstour im öffentlich-rechtlichen Fernsehen und so war dann auch direkt der andere Neuzugang, Johannes B. Kerner, bei Pocher zu Gast. Die Frotzeleien – und das ist schließlich ein Must Have, will man als Late-Night-Komiker ernst genommen werden – gingen in Richtung beider Lager:. «Endlich hat Sat.1 ein Sendergesicht», begrüßte Pocher sich selbst in seiner Show und schob hinterher: «Ach nee, gibt's ja schon. Den Kerner haben die auch noch gekauft.»
Überhaupt, Late Night: Ein schicker Opener mit urbanen Straßenzügen bei Nacht, eine Studioband, bei Pocher nur aus Frauen bestehend, und ein seriöser Anzug für den Gastgeber. Eigentlich alles dabei, sogar der dunkelbraune Showtisch mit edler Maserung. Late Night, ein Begriff, den Pocher selbst im der Sendung vorangestellten Einspieler herausspie, während er, ganz Slapstick-Komiker, einen Hund in den See trat. «Mit Late Night sind doch schon alle gescheitert.» Er versucht es trotzdem.
Und eigentlich gelingt es ihm ganz gut. «Von der SPD komme ich zu einer anderen Dame: Pamela Anderson», mischt Pocher leichtfüßig Politik, Boulevard und Privates. Auch das Geplänkel mit seinem Vater im Publikum und der Einspieler, in dem die beiden die Show des deutschen Fernsehpreises besuchen, hat Charme. Pochers Timing im direkten Gespräch sowieso, egal ob er Gäste auf dem Oktoberfest oder Johannes B. Kerner im Studio interviewt. Den Kritikern der ersten Sendung diktiert er bei «Post von Pocher» in den Block: «Die Sendung ist Schrott, nicht witzig und der Vater wird ekelhaft vorgeführt.» Unaufgesetzte Selbstironie, die schmunzeln lässt.
Was Pocher fehlt, ist bilschirmfüllende Präsenz. Bei seinem Stand Up zum Show-Auftakt glaubt man sich statt im eigens teuer hergerichteten Studio in der Kulisse des Quatsch Comedy Clubs, so wenig ist Pocher Herr im eigenen Haus. Er hat keinen unverwechselbaren Duktus und schafft es nicht, mit einem einzigen Gesichtsausdruck, einer scheinbar unbedarften Geste, das Publikum zum Lachen zu bringen. Eher muss er selbst lachen, wie ein kleiner Junge, der die Pointe seines Witzes nicht zurückhalten kann.
Dass Pocher und Schmidt sich getrennt haben, ist gut für den Zuschauer: Statt einer mäßig guten Kombination aus dem flapsigen Witz Pochers und der alten Schule des schwarzen Humors bei Schmidt kann nun beides unabhängig kultiviert werden. Und sich aneinander reiben. Allerdings versprüht diese halbherzige Letterman-Leno-Inszenierung, die Pocher und Schmidt zuletzt eifrig befeuerten, nicht automatisch die ganze Republik fesselnden Late-Night-Charme nach amerikanischem Vorbild. Wenn Pocher sich allerdings von dieser Kategorisierung frei machen kann, muss er nicht zu denen gehören, die zur späten Sendezeit scheiterten.
Die Oliver Pocher Show sehen sie ab jetzt jeden Freitag um 22.15 Uhr auf Sat.1.
bla/news.de
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Ich stelle immer wieder fest, das heutzutage nichts können muss und trotzdem ins Fernsehen kommt. Siehe Olli Pocher. Das A...gesicht, macht schlechte Witze bzw. auf Kosten anderer und die Massen toben. Da frage ich mich manchmal wie doof muss man eigentlich sein um sich solche einen Schwachsinn freiwillig anzutun. Armes Deutschland!
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