Haben Roman Polanskis Anwälte die Verhaftung des Regisseurs herausgefordert? Nach Medienberichten sollen sie die US-Justiz provoziert haben. Polanski wehrt sich weiter gegen seine Auslieferung - und bekommt prominente Unterstützung.
Die Los Angeles Times schrieb am Montag, dass Polanskis Anwälte in zwei Schreiben behauptet hätten, die Staatsanwaltschaft stelle ihrem Mandanten sowieso nicht ernsthaft nach. Deshalb könnte das Verfahren gegen ihn auch eingestellt werden. Der Zeitung zufolge hatten die Anwälte dieses Argument in ihrer Korrespondenz an ein Berufungsgericht in Los Angeles angeführt. Die Staatsanwaltschaft könnte davon erfahren und sich provoziert gefühlt haben, hieß es weiter.
Unterdessen wehrt sich Polanski gegen eine Auslieferung in die USA. Seine Anwälte kündigten eine Haftbeschwerde an und forderten die Freilassung des 76-Jährigen. Polanski sei «schockiert, (...) aber in Kampfstimmung», sagte sein Anwalt Hervé Témime in Paris. Dem Regisseur könnte aufgrund eines US-Verfahrens wegen sexuellen Missbrauchs einer 13-Jährigen im Jahr 1977 eine mehrere Monate lange Auslieferungshaft drohen.
Polanskis Festnahme schlug auch international hohe Wellen. Die Außenminister von Polen und Frankreich, Radek Sikorski und Bernard Kouchner, forderten in einem Schreiben an ihre US-Kollegin Hillary Clinton Gnade für Polanski. Sie appellierten an die Regierung in Bern, den Regisseur auf Kaution freizulassen. Ein Sprecher des Schweizer Justizministeriums erklärte am Montag, eine Haftentlassung gegen Kaution sei «nicht ganz ausgeschlossen», aber an sehr strenge Voraussetzungen geknüpft.
Die Regierung in Bern verteidigte die Festnahme Polanskis. Die Schweiz habe aufgrund von Vereinbarungen mit den USA gar nicht anders handeln können, erklärte Wirtschaftsministerin Doris Leuthard, die sich am Montag in Paris aufhielt, in einem Interview von Radio DRS.
Polanski kann gegen seine Verhaftung und eine mögliche Auslieferungsentscheidung gerichtlich vorgehen. Die USA haben 60 Tage, um ein formelles Auslieferungsgesuch nachzureichen. Sollte das schweizerische Justizministerium dem US-Antrag stattgeben, könnte Polanski dagegen noch in mehreren Instanzen klagen. Die einzige Möglichkeit, das Verfahren zu beschleunigen, wäre die Zustimmung Polanskis zu einer formlosen Auslieferung in die USA.
Polanski war am Samstag während des Besuch eines Filmfestivals, wo er für sein Lebenswerk ausgezeichnet werden sollte, aufgrund eines US-Haftbefehls festgenommen worden. Polanski verbrachte seine Jugend in Polen, wo er mit einer Flucht aus dem jüdischen Ghetto in Krakau die Terrorherrschaft der Nationalsozialisten überlebte. Seine Mutter wurde in Auschwitz umgebracht. In den vergangenen drei Jahrzehnten lebte Polanski in Frankreich. Er hat die französische Staatsbürgerschaft.
Die Deutsche Filmakademie reagierte mit Empörung auf Polanskis Festnahme. Der Regisseur habe sich die Ehrung in Zürich vermutlich anders vorgestellt, erklärten die Präsidenten der Akademie, Senta Berger und Günter Rohrbach.
Der französische Kulturminister Frédéric Mitterrand sagte, Polanski sei «den Löwen vorgeworfen» worden. Zahlreiche Schauspieler, darunter Costas Gawras oder Monica Bellucci, verurteilten die Festnahme Polanskis in einer Petition. Auch der polnische Oscar-prämierte Regisseur Andrzej Wajda forderte zusammen mit zahlreichen Kollegen die Freilassung des Regisseurs.
Die USA fahnden seit Ende 2005 weltweit nach Polanski. Er floh im Februar 1978 aus den Vereinigten Staaten. Dort war ein Prozess gegen ihn anhängig, nachdem er 1977 den sexuellen Missbrauch eines 13-jährigen Mädchens gestanden hatte. Polanski flüchtete, nachdem der Richter ihn mit einer höheren Gefängnisstrafe bedroht hatte als vereinbart. Im Mai dieses Jahres wies ein US-Richter den Antrag Polanskis ab, den Missbrauchsprozess einzustellen. Das damalige Opfer, Samantha Geimer, hat seit langem ein Ende des Verfahrens gegen Polanski gefordert. Sie hat ihn zivilrechtlich verklagt und eine Entschädigung in unbekannter Höhe erhalten.
bla/juz/news.de/dpa
Unfassbar und ganz widerlich! Santa Berger und sonstige "Stars"...Söhne Ochsenknecht sind noch lustiger.Einen Pädophilen in Schutz nehmen... Werden jetzt auch hier im Lande in ausreichenden Menge vorhandende "jungfleisch-Liebhaber" in Ihrem eckelhaften Handeln bestätigt??? Armes Land!!! Aber was auch ganz widerlich ist, dass das Opfer sich selbst verraten und verkauft hat.
jetzt antwortenKommentar meldenDer Typ soll im Knast verrotten und die Knastbrüder sollten ihn mal richtig rannehmen! Keine Gnade für den Penner!
jetzt antwortenKommentar meldenDer sexuelle Missbrauch eines 13 jährigen Mädchens ist ein Verbrechen welches nicht entschulbar ist,Polanski hat es gestanden und sollte dafür von der Justiz zur Verantwortung gezogen werden was in diesem Fall berechtigt ist aber er floh vor der Justiz. Die Schweiz hat nun im Rahmen ihrer internationalen Verpflichtungen richtig gehandeld und nun beschweren sich Organisationen u. prominente aus Kultur u. Politik das die USA den Prozess nicht einstellt. Hier zeigt sich eben wieder wie man versucht Unterschiede zwischen dem normalen Bürger u. Promineten zu machen,die Folge aus einem solchen Verhalten zieht mit sich,das zuguterlezt keiner mehr Gesetze respektiert.
jetzt antwortenKommentar meldenich sag nur: alle menschen sind gleich vor dem gesetzt aber es giebt auch menschen die gleicher sind
jetzt antwortenKommentar meldenHat man da noch Töne? Herrschaften . . . dieser Mann hat ein 13jähriges Mädchen vergewaltigt, was er damals auch gestanden hat . . . und sich einer Verurteilung entzogen . . . Wie kann die Deutsche Filmakademie und andere hohe Stellen bzw. Leute und Schauspieler mit Empörung reagieren?????? Unfassbar - denkt denn irgendjemand auch mal an das Mädchen, das heute eine Frau von 45 Jahren ist und wie sie die Zeit mit dieser Erinnerung bis heute erlebt hat?? Widerlich!!!!!
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