Von news.de-Redakteur Michael Heinrich
Ein Film über Fußball, ein Film über das Leben, ein Film über das, was Profifußballer sein sollten: Vorbilder nämlich. Machester-United-Ikone Eric Cantona persönlich verhilft einem Fan zum Glück.
Postbote Eric Bishop (Steve Evets) hat die Kontrolle verloren, über sein Auto, und was viel schlimmer ist, über sein Leben. Seine zweite Frau verfiel dem Alkohol und nun hat er die beiden halbwüchsigen Stiefsöhne im Haus. Ryan (Gerard Kearns) steuert mit Volldampf einer kriminellen Karriere entgegen und Jess (Stefan Gumbs) wird von brutalen Schlägern bedroht.
Schlimmer als das aber ist der Schatten der Vergangenheit, der in der Gegenwart Bishops gesamtes Selbstbewusstsein zerstört hat. Nie hat er verwunden, dass er seine große Liebe Lily (Stephanie Bishop) in einer Panikattacke hat sitzen lassen. Eric Bishop läuft weg, versteckt sich und ist so kaum noch in der Lage, seine Arbeit als Postbote auszuüben.
Seine Kollegen, alte Freunde, mit denen er früher oft im Stadion war, halten zu ihm. Nachdem eine Selbsthilfe-Runde jedoch im Chaos endet, zieht sich Bishop mit einem Joint in sein Zimmer zurück, wo ein lebensgroßes Poster von seinem Idol Cantona hängt. Plötzlich tritt Cantona in Erscheinung und führt ab dem Moment mit Bishop ein kontinuierliches Zwiegespräch.
Was würde Cantona tun? Für Eric Bishop bestimmt diese Frage künftig sein Handeln. Drehbuchautor Paul Laverty schafft es, das Charisma von Cantona einzubinden, ohne dass es ein Film über Cantona wird. Bishop, den Evets vielleicht auch deshalb so überzeugend spielt, weil im Leben des Darstellers auch nicht alles glatt lief, behält die Hauptrolle.
Laverty verbrachte einige Tage der Vorbereitung nur damit, Cantona kennenzulernen. Cantona habe es geschafft, ihn «mehr als einmal mit seinen Ansichten und Einsichten zu überraschen», erklärte er. Die Lebensweisheiten, die Cantona im Film aus dem Französischen übersetzt, haben beide zusammengetragen: Die für Bishop wichtigste heißt «Du musst deinen Mitspielern vertrauen. Immer.»
Herausgekommen ist ein wunderbar menschlicher Film, eine präzise Zeichnung des englischen Arbeiter-Milieus, aus dem Manchester United ursprünglich seine Fans generierte. Der Streifen wurde beim Filmfestival in Cannes vor einem begeisterten Publikum uraufgeführt. Er wird auch in Deutschland seine Fans finden.
bla/reu/news.de