Von news.de-Redakteurin Julia Zahnweh
Frauen strecken ihm den Hals entgegen und wollen von ihm gebissen werden. Ihn selbst verwirrt das eher, wie auch seine Wahl zum «Sexiest Man Alive». Über Nacht ist Robert Pattinson durch den Kino-Hit Twilight berühmt geworden. Was macht ihn so sexy?
Als selbstloser Beschützer, der seine große Liebe nicht beißen will, weil er ihr ihre Seele nicht rauben will, hat sich Robert Pattinson in die Herzen von Millionen von weiblichen Fans gespielt. Noch vor vier Jahren, als er im vierten Teil der Harry Potter-Verfilmung den schweigsamen Cedric Diggory gespielt hat, interessierte sich niemand für den 23-jährigen Briten. Seit er sich nun als Vampir herumtreibt und seine Hogwart-Uniform mit dem Londoner «Heroin-Look» eines Pete Doherty eingetauscht hat, gilt er als das Sex-Symbol schlechthin. Pattinson in einer Riege mit Brad Pitt, George Clooney, Jonny Deep und Richard Gere - passt das?
Zugegeben unattraktiv ist er nicht. Zwar vielleicht ein bißchen blass und unscheinbar, aber seine markanten Gesichtszüge und vor allem seine wirre Frisur und sein stets nachdenklicher Blick haben seinen Charme. Je nach Geschmack natürlich. Trotzdem im direkten Vergleich mit einem Brad Pitt fehlt es Pattinson einfach an einem: Männlichkeit. Er wirkt fast langweilig neben seinem Kollegen.
Und das ist auch das, was Pattinson anscheinend von sich denkt: Er findet sich langweilig. In einem Interview mit der Süddeutschen Zeitung Anfang dieses Jahres fällt in der ersten Viertelstunde acht Mal das Wort «boring». Seine Kindheit sei «eher langweilig» gewesen, sein Jahr in einer Londoner Weg «war toll, aber nach einer gewissen Zeit wird es langweilig» und auch sein Liebesleben sei «ziemlich langweilig». Gleiches gilt für Klamotten und Freizeit. Langweilig gleich sexy?
Im Interview mit news.de erklärt der Vampir-Experte Friedhelm Schneidewind, dass es seiner Meinung nach die Keuschheit ist, die den Vampir Edward im Film für viele Mädchen und Frauen anziehend macht. Übertragen auf das reale Leben ist daraus das Sex-Symbol Robert Pattinson geworden. Der eher an ein «Weichei oder ein Milchgesicht» erinnert, wie Schneidewind sagt.
Ist es also gar nicht so sehr das Äußere, mit dem Pattinson bei der Frauenwelt punktet? Sondern die so oft schon beschworenen inneren Werte, die für den Status als Sex-Symbol bisher eher eine Nebenrolle, wenn überhaupt, gespielt haben? Für den Vampirologen Schneidewind ist es die «komische Mischung aus Härte und Weichheit», die Edward in dem Film für Frauen so anziehend macht und auf die Person Robert Pattinson projiziert wird.
Denn welche Frau wünscht sich nicht, einen Mann zu haben, der weise (Edward lebt bereits seit einem Jahrhundert ) und für immer schön ist. Zudem ist er kein Draufgänger und nimmt stets Rücksicht auf Bella - ein Gentleman der alten Schule im wahrsten Sinne des Wortes. Edward verkörpert aber vor allem eines: ewiges Leben, ewige Treue und ewige Liebe. All das, nach dem sich viele Mädchen und Frauen, die sich in ihre Jugend zurückversetzt fühlen wollen, sehnen.
Im November startet der zweite Teil der Twilight-Saga in den Kinos. Robert Pattinson wird als Edward sicherlich wieder für Massen-Hysterien sorgen. Doch einer könnte ihm diesmal den Rang ablaufen: Taylor Lautner. Der 17-Jährige spielt in Twilight den Werwohlf Jacob, der im neusten Film der Saga neben Bella die Hauptrolle spielt: Jacob beschützt sie vor den Vampiren, nachdem Edward sie verlassen hat. Als neuer Mann an Bellas Seite könnte Lautner an Pattinsons Thron als Sex-Symbol kratzen. Und das nicht nur mit seinen «inneren», sondern auch mit seinen «äußeren» Werten. «Stört es Sie, wenn ich im Film halbnackt bin?», fragte Lautner kürzlich keck bei einem Fernseh-Interview.
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