Aus dem Konrad-Adenauer-Haus in Berlin kommen zurückhaltende Reaktionen zum angekündigten Flashmob während des Wahlkampfauftritts von Angela Merkel in Hamburg. Dabei ist so ein Flashmob eine große Chance. Er könnte wirklich etwas verändern – glaubt man zumindest, wenn man Optimist ist.
Diese Haltung, alles positiv zu sehen, macht es einem manchmal gar nicht so leicht. Da liest man von einem Flashmob, bei dem sich Menschen zu einer Wahlkampfrede von Angela Merkel treffen und nach jedem ihrer Sätze «Yeaahh!» rufen wollen und denkt: «Yeaahh!» – abseits der politischen Einstellung. Ob so etwas nun einer Angela Merkel passiert, einem Frank-Walter Steinmeier oder einem Guido Westerwelle. Oder oder. Dann aber kommt die Skepsis und fragt: Was bitte, abseits eines Witzes mit Charme, soll das?
Flashmobs wirken auf den ersten Blick wie Nonsens, wie ein schlechter Sketch, wie Dadaismus. Schon von dem aber sagte Hans Arp einmal: «Dada ist für den Ohne-Sinn der Kunst, was nicht Unsinn bedeutet.»
Nun muss man Flashmobs nicht für Kunst halten, ein Konstrukt aber sind sie auf jeden Fall. Bei solchen mit politischem Hintergrund, wie dem in Hamburg geplanten, fällt vor allem auf, dass sich nicht sagen lässt, aus welcher Ecke sie kommen. Ob nun zwei oder hundert Menschen teilnehmen, sie stehen vermutlich vielen Parteien nah oder sogar zu einem nicht geringen Teil gar keiner.
Diese neue Organisation politischer Aktivitäten durch das Internet, die Johnny Haeusler fragil und temporär nennt, hat neben diesen Makeln einen entscheidenden Vorteil: Sie ermöglicht echte, konstruktive Kommunikation über Parteigrenzen hinweg. Sie ermöglicht Aktionen, die vordergründig erst einmal nur Spaß machen, über die in einem zweiten Anlauf aber auch ernsthaftes Nachdenken stattfinden kann. Und Spaß, das ist in den vergangenen Monaten oft zu hören gewesen, würde dem aktuellen Wahlkampf durchaus gut tun.
Als Optimist könnte man da kurz ins Schwärmen kommen, vielleicht auch länger. Man könnte mit den Gedanken in die Zukunft abdriften, in eine Zeit, in der Parteien das Internet wirklich nutzen, in der sie es verstanden haben und in der eine Angela Merkel den Flashmob-Spieß einfach umdreht. In einer solchen Zeit würde sie in Hamburg auf die Bühne kommen, ans Mikrofon treten und den Wählern noch vor ihrem ersten Satz ein lautes «Yeaahh!» entgegenschmettern. Yeaahh!
Leserkommentare (2)
Leider haben die geistigen Flachdächer dieser Foren weder etwas von "dada",Hans Arp oder"Hartfield" gehört!Perlen vor die Säue! Arsch mit Gewissen.
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