Von news.de-Mitarbeiterin Denise Peikert
Wir haben einen Trend: Fast gleichzeitig wurde bekannt, dass auf Facebook und Twitter bald telefoniert werden kann. Eigentlich müßig, nun zu rätseln, ob das ein Angriff auf Marktführer Skype ist. Denn Google läuft sich schon warm.
Sollte Skype tatsächlich in der Schusslinie stehen, ist zumindest Facebook nicht der Angreifer – noch nicht jedenfalls: Telefonanbieter Vivox liefert die Technik zum Telefonieren und spricht in seiner Ankündigung eindeutig nicht von einer Kooperation mit Facebook. Der Netzwerkriese selbst schweigt zu den Meldungen – aus gutem Grund: Die Kalifornier arbeiten derzeit an einem eigenen Videochat und werden wohl erst zu dessen Relaunch lautstark auf ein Stück vom Kuchen pochen.
Der könnte demnächst kleiner werden – zumindest für all diejenigen, die nicht Google heißen. Denn Google Voice – das lassen die bisherigen Berichte aus der geschlossenen Beta-Phase vermuten – wird Skype und Co. komplett alt aussehen lassen. Alles, was bisher nervt, entfällt, sollte Google die Erwartungen erfüllen: Herunterladen von Software, verschiedene Benutzernamen, Headset und miese Sprachqualität. Google Voice verbindet die Vorteile von Handy und Festnetztelefonen mit seinen gewohnt kostenlosen, gewohnt nützlichen Netzangeboten. Pionierarbeit, wegen der die Sprachfunktionen von Twitter und Facebook insgesamt im Bereich Internettelefonie keine Rolle mehr spielen werden.
Sinnlos ist das, was die amerikanischen Netzwerke gerade tun, trotzdem nicht. Communities leben von Gemeinschaft – und die wird mit jeder Kommunikationsmöglichkeit stärker. Wenn Nutzer nicht mehr zu externen Anbietern wechseln müssen, um Bekanntschaften aus dem Netzwerk anzurufen, bleiben sie außerdem länger da. Deshalb werden Audio- und Videochats in sozialen Netzwerken künftig nichts besonderes mehr sein, sondern Must-haves. Bezeichnend, dass die deutschen Communities bis auf wenige Ausnahmen diesen Trend zu verschlafen scheinen.
news.de