«Das ist weniger Liebe, sondern Sklaverei»
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Wieso gefährlich?
Schneidewind: Es gibt extrem viele junge Leute, die diese Bücher sehr mögen. Und eine ganze Menge Frauen mittleren Alters erzählen mir, sie fühlen sich beim Lesen in ihre Jugend zurückversetzt. Bei den Frauen mache ich mir keine Gedanken. Bei den Mädchen sehe ich aber die Gefahr, dass sie etwas von diesem konservativen Frauenbild der Twilight-Bücher übernehmen. Gleiches gilt für das Freiheitsbild. Liebe hat eigentlich etwas mit dem Treffen eigener Entscheidungen zu tun. In Twilight ist Liebe eine Abhängigkeit. Keiner der Figuren hat eine Wahl, da alles vorherbestimmt ist. Was hier beschrieben wird, ist für mich weniger Liebe, sondern Sklaverei.
Halten sie dann auch den Hype um Robert Pattinson, der in der Twilight-Verfilmung den Vampir Edward spielt, für gefährlich? Immerhin scheint sein aktueller Status als Sex-Symbol sehr eng mit seiner Rolle als Vampir verbunden zu sein. Nicht wenige Frauen überfallen den Schauspieler auf offener Straße und wollen von ihm gebissen werden.
Schneidewind: Der riesigen Rummel um Robert Pattinson ist schon erstaunlich. Als er in Harry Potter mitgespielt hat, ist er nicht weiter aufgefallen. Und nun stellt er ein modernes Sex-Symbol dar, das eine komische Mischung aus Härte und Weichheit ist. Ich könnte mir kaum vorstellen, dass Edward eine zeitlang zu Hause bleiben und sich um das gemeinsame Baby kümmern würde. Er ist ein Weichei, das aber mit einer Hand ein Auto anhalten kann. Und dann diese Melancholie, dieser Blick, der sagt: ‹Nimm mich doch bitte in den Arm. Ich bin ein armes Wesen. Ich habe keine Seele.› Das ist ein sehr seltsames Sex-Symbol. Aber inwieweit der Hype um ihn nur herbeigeschrieben ist, weiß ich nicht. Ich höre von vielen Mädchen, dass ihnen vor allem die Geschichte gefällt.
Ist der Rummel um Robert Pattinson als Sex-Symbol vielleicht vor allem ein amerikanisches Phänomen?
Schneidewind: Wir haben in den USA, was das Männer- und Frauenbild angeht, extrem konservative Vorstellungen. Da passt Edward perfekt hinein. Er ist der optimale Schwiegersohn. Er hindert Bella daran, unklug zu sein und mit ihm ins Bett zu gehen. Er ist gleichzeitig unheimlich stark und sensibel. Er hat Geld wie Heu und ist weise, weil er schon ein bißchen älter ist. Ich habe den Eindruck, dass sich die jungen amerikanischen Frauen und Mädchen sehr stark ihre Ehepartner-Bilder von den Schwiegersohn-Vorstellungen ihrer Mütter prägen lassen.
Der nächste Twilight-Film kommt im November in die Kinos, mindestens zwei weitere werden noch folgen. Sehen Sie ein Ende des Vampir-Kults kommen? Und können Sie schon erahnen, von was er abgelöst wird?
Schneidewind: Die Werwölfe werden stärker werden - zunehmend auch in einer positiven Besetzung. Gerade weil Twilight sie so positiv hervorhebt. Ansonsten hoffe ich, dass es eine Rückkehr zu Tolkien geben wird, wenn im Dezember 2011 Der Hobbit in die Kinos kommt.
Friedhelm Schneidewind gilt als «Deutschlands berühmtester Vampirologe» (ZDF) und einer der «besten Kenner der Vampirliteratur und Rezeptionsgeschichte» (SWR) - zudem ist er ein Tolkien- und Harry-Potter-Experte. Als Journalist, Autor und Verleger hat Schneidewind (Jahrgang 1958) etliche Artikel, Geschichten und Bücher veröffentlicht. Darunter u.a . Das ABC rund um Harry Potter, Das große Tolkien-Lexikon und Mythologie und phantastische Literatur. Zudem ist er als Dozent und Ausbilder für Mediengestaltung tätig. Schneidewind lebt in Hemsbach.
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Pettinson empfinde ich absulot nicht für den richtigen Mann für Bella! Er ist einfach NICHT SCHÖN!!! und das soll er ja auch darstellen!? ICh verstehe nicht, warum man so ein Milchbubi nimmt, der ein nichtssagendes Gesicht hat!Keine Ausstrahlung! Schade
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