Edel-Rüpel im Blutrausch
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Von news.de-Redakteurin Anne Meyer-Gatermann
Artikel vom 17.09.2009
Im Vorfeld der neuen Late-Night-Show Harald Schmidt gibt sich der Moderator betont martialisch. ARD und WDR sind überzeugt, dass Schmidt den «zahmen» Bundestagswahlkampf ordentlich pfeffern kann. Helfen soll ihm dabei ein Team aus Neulingen und alten Bekannten.
Harald Schmidt kehrt zurück und markiert den Wadenbeißer. «Ich hatte den Wunsch, wieder Blut zu trinken», erklärte der 52-Jährige zu seiner neuen Late-Night-Show, die heute Abend startet. Machen wir uns also auf ein Massaker gefasst. Erster Gast ist der Chef des Textilherstellers Trigema, Wolfgang Grupp. Seinerseits auch ein Freund klarer Worte. Schon seit Jahren prangert Grupp skrupellose Manager an, die Unternehmen vor die Wand fahren, sich der Verantwortung entziehen und üppige Abfindungen kassieren.
Schmidt versteht es, die Erwartungen und damit die Einschaltquoten zu schüren: Von Gelüsten, sein Gebiss in Genicke zu rammen war da die Rede. ARD und WDR prognostizierten gar, dass Schmidt dem «zahmen» Bundestagswahlkampf ordentlich Dampf machen könne. Und als wäre das nicht genug, brüstet sich der Entertainer, er werde die hohen Erwartungen noch übertreffen.
«Wir kehren mit Harald Schmidt 2009 zu seinen Late-Night-Wurzeln bei Sat.1 zurück – nur eben nicht täglich, sondern wöchentlich», sagt der Produzent der Sendung, Fred Kogel. «Ich erwarte mir heute von Harald Schmidt in erster Linie intelligente Unterhaltung und ein satirisches Korrektiv – jenseits von Comedy-Wegwerf-Gags.»
Knallharte Themen aus Politik und Kultur
Die 45-minütige Late-Night-Show wird künftig immer donnerstags um 22.45 Uhr im Ersten ausgestrahlt. Knallharte Themen aus Politik und Kultur will Schmidt unter seine zynische Lupe nehmen, den Boulevard verschmäht er. Laut Homepage der Sendung ist Harald Schmidt gedacht als «Late-Night-Korrektiv, das die Geschehnisse der Woche aus Politik, Kultur, aktuellen Ereignissen, Sport und Entertainment wieder richtig einordnet.» Im Gegensatz zu Nachrichtensendungen und Polit-Talkshows, versteht sich. Und weil die ARD auf Schmidt als Zugpferd setzt, hat sie den Altmeister des Zynismus gleich für zwei Staffeln unter Vertrag genommen. Damit ist Schmidt bis zum Frühjahr 2011 gebunden.
Die neue Show setzt weiterhin auf das klassische Late-Night-Format: Ein Schreibtisch, ein Gast, ein Stand-up-Auftritt, die Liveband unter der Leitung von Helmut Zerlett und muntere Einspieler – eine traditionsreiche Rezeptur.
Unterstützt wird Schmidt von einem Team aus viel versprechenden Satiretalenten: Katrin Bauerfeind, Jan Böhmermann, Pierre M. Krause und Peter Richter. Sie sollen die Sendung mit Beiträgen als Reporter oder Experten, mit Live-Schalten oder Einspielern ausstaffieren.
Hingucker-Frau mit Humor
Mit Katrin Bauernfeind steht Schmidt eine Hingucker-Frau mit – man glaubt es kaum – auch noch Humor, zur Seite. Katrin Bauerfeind, die mit dem Online-Satire-Format Ehrensenf bekannt wurde, wechselte bald mit der Moderation der Sendung Polylux zum Fernsehen und wird als Nachwuchstalent auf dem Satiremarkt gehandelt. Für Ehrensenf bekam sie 2006 den Publikumspreis des Grimme-Online-Awards.
Jan Böhmermann fiel bislang als Podolski-Parodie und in Die ganz große Jan Böhmermann Radioshow im Sender 1Live sowie in der Comedyshow Echt Böhmermann im WDR auf. Gemeinsam mit Caroline Korneli und Pierre M. Krause ist Böhmermann Mitglied des Ensembles TV Helden, das für den Deutschen Fernsehpreis und den Deutschen Comedypreis nominiert ist. Korneli und Krause sind auch mit von der Schmidt-Partie.
Mit Peter Richter hat sich die Harald-Schmidt-Redaktion einen Journalisten ins Boot geholt. Richter ist Feuilletonredakteur, Kunstkritiker, Autor und Kolumnist bei der Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung. Außerdem moderiert er die wöchentliche Videokolumne Richterspruch auf FAZ.net.
Neben Helmut Zerlett erwartet den Zuschauer ein weiterer alter Bekannter: Udo Brömme, die schräge Figur eines fiktiven CDU-Politikers aus dem Erftkreis, die Harald-Schmidt-Redaktionsleiter Ralf Kabelka verkörpert, hat wieder einen Platz in der Sendung.
Gewappnet ist Schmidt also und lässt uns genüsslich bis heute Abend schmoren, bis wir erfahren, wessen Blut er denn nun trinken wird. In der kommenden Woche darf dann der streitbare Intendant des Berliner Ensembles, Claus Peymann, den Attacken des Edel-Rüpels Schmidt trotzen.
bla/news.de/dpa/ap
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Ich ziehe den Hut vor Trigema Chef Wolfgang Grupp er ist einer der wenigen dem es Ernst ist mit Arbeitsplätze im eigenen Land zu Erhalten . Hoffentlich ist Harald nicht zu Ironisch .
jetzt antwortenKommentar meldenNa hoffentlich hält er das auch durch und kackt nicht wieder mittendrin ab wie in der letzten Staffel mit diesem Pocherarsch. Ich werde es mir ansehen heute abend.
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